1942 September

Aktualisiert am 28.März.2021

 

 

 

 

1.9.1942
Ostsee
Auf dem Ladoga-See wird bei einem dt. Luftangriff das sowj. Torpedoschnellboot Purga im flachen Wasser versenkt. Die Antriebsanlage wird später geborgen und auf dem beschädigten Schwesterboot Vikhr eingebaut.

1.– 3.9.1942
Biskaya
Bei Luftangriffen auf die Ausmarschwege der dt. U-Boote beschädigen am 1.9. Sunderland „U" und „R" der 10. Sqn. RAAF das ital. U-Boot Giuliani, dessen Kommandant, KKpt. Raccanelli, getötet wird. Nachdem das Boot am 2.9. erneut durch die Wellington „A" (F/O Kucharski) der poln. 304. Sqn RAF beschädigt wird, läuft es den span. Hafen Satander an. Am 2.9. wird U 256 (Kptlt. Loewe) von Whitley „H"/ 77 Sqn. RAF (P/O. Cassie †) angegriffen. Im Artilleriegefecht wird das Flugzeug abgeschossen und das U-Boot so stark beschädigt, dass es nach Rückkehr im November außer Dienst gestellt und zum Flak-U-Boot umgebaut wird. Am 3.9. versenkt Whitley „P"/ 77. Sqn RAF das ebenfalls zurückmarschierende U 705 (Kptlt. Horn) auf seiner ersten Feindfahrt.

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1. Flakeinsatz gegen Schiffsziele 
vor Balaklawa (Krim).

 

1.– 5.9.1942
Schwarzes Meer
Kampf um die Taman-Halbinsel (Karte). Der Durchstoß der rumän. 9. Kav.-Div. auf Anapa am Vortage hat Teilen der sowj. 47. Armee den Rückzug von der Taman Halbinsel verlegt. Am 1.9. dringen von Osten die rumän. 5. und 6. Kav.Div. auf der Halbinsel ein. Am 2.9. wird die dt. 46. Inf.Div. mit 24 MFP der 1. L-Flottille (Kptlt. Giele), Siebelfähren, Pionierlandungs- und -sturmbooten unter dem Schutz der 3. R Flottille (KKpt. Hölzerkopf) und der Luftwaffe an der Nord- und Westseite der Taman-Halbinsel gelandet (Unternehmen »Blücher«). Die rumän. 3. Inf.Div. wird nachgeführt. Vom 2.-5.9. evakuieren unter Befehl des Chefs der Azov-Flottille, KAdm. S.G. Gorshkov, sowj. Kriegsschiffe und Transporter, darunter das Wachschiff Shtorm und die K-Boote Rostov-Don und Oktyabr, die Masse der Heeres- und Marineinfanterie-Verbände von der Südküste der Taman-Halbinsel nach Novorossisk. -- In den Nächten vom 2., 3. und 5.9, greift die 1. S-Flottille (Kptlt. Christiansen) mit S 102, S 28, S 27 und S 72 die Beladestellen an und meldet 19 Erfolge, nachweisbar sind aber nur die Versenkung der Kanonenboote Rostov-Don (270 BRT), Oktyabr (300 BRT), des Schleppers Proletari und des Leichters Nr.41. Das dt. S 27 (Kptlt. Büchting, RK) sinkt durch eigenen Torpedokreisläufer.

1.– 9.9.1942
Schwarzes Meer

Kampf um Novorossisk. Gegen den Angriff des dt. V. Armeekorps (...) wird die Stadt von der sowj. 77. Schützen- Division und den 14., 142., 83. und 2. Mar.Inf.Brig. unter KAdm. Kholostyakov verteidigt. Trotz Feuerunterstützung durch den sowj. Flottillenführer Kharkov (Kpt. 2. Rg. Melnikov) und den Zerstörer Soobrazitelny (Kpt. 3. Rg. Vorkov) am 1., 2. und 4.9. dringen dt. Einheiten am 5.9. in die Randgebiete Novorossisks ein, besetzen am 6.9. den Hauptteil der Stadt und erobern am 9.9. das Hafengebiet. Die nach Westen abgedrängten Teile der sowj. Verbände werden über See nach Gelendzhik evakuiert. -- Vor Novorossisk greift S 102 (Kptlt. Töniges) einen Tanker mit 3000 BRT an und versenkt S 28 (Kptlt. Künzel) den sowj. Frachter Zhan-Tomp (1988 BRT).

1.– 9.9.1942
Südpazifik
Versorgung und Verstärkung japan. Truppen auf Guadalcanal.
Bei den weiteren japan. Unternehmungen werden folgende Einheiten als schnelle Transporter eingesetzt: Wasserflugzeugtender Akitsushima und Nisshin, der Minenleger Tsugaru, die 3. Z-Flottille (KAdm. Hashimoto) mit dem Kreuzer Sendai und den Zerstörern Isonami, Uranami, Shikinami, Ayanami (19. Z-Division), Fubuki, Hatsuyuki, Murakumo (11. Z-Division), Amagiri (von der 20. Z-Division), die 4. Z-Flottille (KAdm. Takama) mit dem Kreuzer Yura und den Zerstörern Yudachi, Harusame, Murasame, Samidare (2. Z-Division), Akatsuki, Ikazuchi, Inazuma (6. Z-Division), Ariake, Yugure, Shiratsuyu, Shigure (27. Z-Division) und die 34. Z-Division mit Akikaze, Hakaze und Tachikaze.

Bei Angriffen von US B-17 Bombern werden Akitsushima und Akikaze am 1.9. und Tsugaru am 3.9. leicht beschädigt. In der Nacht vom 4./5.9. bringt die 4. Z-Flottille die restlichen Teile des Kawaguchi Detachements nach Guadalcanal. Vor Lunga Point trifft die Deckungsgruppe mit den Zerstörern Yudachi, Hatsuyuki und Murakumo, auf die patrouillierenden amerik. Landungstransporter (APD) Gregory und Little und versenkt diese nach kurzem Gefecht.

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2. Amerikanische Marines 
sichern die Stellung auf Guadalcanal.

Am 7.9. bringen die US APDs McKean und Manley 600 Mann von Tulagi nach Guadalcanal und setzen diese östlich der jap. Landungszone nach Cape Taivu ab. Mit einen Vorstoß in den Rücken des Kawaguchi Detachements werden dessen Vorbereitungen zu einem Angriff am 12.9. gestört. Zur gleichen Zeit laden die Transporter Bellatrix und Fuller nahe Lunga Point Nachschub ab. Japanische Bomber von Rabaul werden am 8.9. erfolglos gegen diese Transporter angesetzt. Die 3. Z-Flottille läuft mit der Sendai und acht Zerstörern ebenfalls aus, kann die Frachter in der Nacht vom 8./9.9. jedoch nicht finden und beschießt statt dessen Tulagi.

Von den östlich der Salomonen operierenden U-Booten des 1. U-Geschwaders (siehe 23.-31.8.) klärt I-9 am 4.9. mit seinem Flugzeug über Nouméa auf. Am 6.9. greift I-11 (FKpt. Hichiji), Führungsboot des 3. U-Geschwaders, die zur Ablösung der Saratoga-Gruppe eingetroffene US TF.18 (RAdm. Murray; siehe 9.-23.9.) an und verfehlt knapp das Flaggschiff, den Träger Hornet, dessen Flugzeuge die Nachschubtransporter für Guadalcanal decken (siehe oben). Am 8.9. beschießt I-31 die Insel Graciosa.

1.– 10.9.1942
Schwarzes Meer

Sowjet. U-Boot-Operationen: Am 2.9. wird M-113 (Kptlt. Stankevich) bei einem Luftangriff 100 sm westl. Tuapse beschädigt. Am 5.9. verfehlt M-35 (Kptlt. Greshilov) östl. Bukadi den Transporter Suceava im Geleit von 2 rumän. Kanonenbooten. Am 7.9. führt Shch-207 (Kptlt. Panov) vorm Bosporus Torpedoangriffe auf die rumän. Zerstörer Regele Ferdinand und Marasti, die gerade die ital. Tanker Albaro und Celeno aufnehmen, doch einige Torpedos durchbrechen die Wasseroberfläche, werden gesichtet und ausmanövriert. Das U-Boot wird anschließend erfolglos mit Wasserbomben verfolgt.

1.– 14.9.1942
Ostsee
Von den U-Booten der 2. Welle operieren weiterhin Shch-309 in der Aalandsee und Lembit vor Utö. Shch-309 (Kpt. 3.Rg. Kabo) versenkt am 12.9. die finn Bonden (695 BRT), Lembit (Kpt. 3.Rg. Matiyasevitsch) beschädigt am 14.9. die dt. Finnland (ex Hopeville, 5281 BRT). L-3 bleibt ohne Erfolg.

1.– 15.9.1942
Pazifik
US U-Boot-Operationen. Nordöstl. von Honshu (Japan) versenkt Guardfish (LtCdr. Klakring) am 2.9. die Teikyu Maru (2332 BRT), am 4.9. in der Kuji Bucht Kaimei Maru (5253 BRT), Tenyu Maru (3738 BRT) und Chita Maru (2276 BRT) und kehrt am 15.9. nach Midway zurück. Östl. Kyushu torpediert Cuttlefish (LtCdr. Marshall) am 5.9. einen Tanker, der offenbar unbeschädigt entkommen kann. Vor Formosa versenkt Growler (LtCdr. Gilmore) am 4.9. den Munitionstransporter Kashino (10.360 BRT), am 7.9. die Taika Maru (2204 BRT), und kehrt am 15.9. nach Pearl Harbor zurück. Im Südchinesischen Meer torpediert Seal (LtCdr. Hurd) am 3. und 5.9. die Kanju Maru (7267 BRT).

1.– 24.9.1942
Nordatlantik
Nach der Operation auf den Konvoi SL.119 sammeln sich westlich Lissabon U 107, U 214, U 406, U 590, U 87, U 333. Nur U 107 (Kptlt. Gelhaus) versenkt am 3.9. die brit. Einzelfahrer Hollinside (4172 BRT) und Penrose (4393 BRT). Am 8.9. marschieren die Boote als »Harke« in das Gebiet der Cap Verden ab, finden jedoch keine Ziele. Von 25.-27.9. werden sie von U 460 (Kptlt. Schnoor) versorgt und 4 U-Boote besetzen anschließend das Operationsgebiet vor Freetown.

1.– 25.9.1942
Nordpazifik
Auf die Nachricht von einer US-Landung auf der Insel Adak operieren im Gebiet der Alëuten abwechselnd die japan. U-Boote Ro-62, Ro-63, Ro-64, Ro-68 und ab Mitte September auch Ro-65 und Ro-67. Am 14.9. greifen B-24 Bomber der USAAF vor Kiska den japan. Munitionstransporter Nojima Maru (7189 BRT) an, der daraufhin vor der Küste strandet (Das Wrack wird im März 1943 zerstört). P-39 Jagdflugzeuge beschädigen in demselben Gebiet Ro-63 und Ro-64.

1.– 29.9.1942
Westatlantik
Am 31.8. sind U 165 (KKpt. Hoffmann) und U 517 (Kptlt. Hartwig) in den St. Lorenz-Strom eingedrungen, dort sichtet U 517 am 3.9. die Konvois NL.6 (Sicherung durch die kanad. Korvette Weyburn und den Minensucher Clayoquot) und LN.7 (Korvetten Shawinigan und Trail). U 517 manövriert die kanad. Korvette Weyburn aus und versenkt die kanad. Donald Steward (1781 BRT).

Am 6.9. sichtet U 517 den Konvoi QS.33 (8 Schiffe, Sicherung durch kanad. Korvette Arrowhead, Minensucher Truro, die Küstenschutzboote Q.083 und Q.065 und die Yacht Raccoon). Während Arrowhead noch U 517 verfolgt, versenkt U 165 die griech. Aeas (4729 BRT) und 2 Stunden später die zur Bergung Schiffbrüchiger zurückgebliebene Raccoon (358 BRT). Am 7.9. versenkt U 517 aus dem durch Minensucher Vegreville weiter verstärkten Konvoi die brit. Oakton (1727 BRT) und die griech. Frachter Mount Pindus (5729 BRT) und Mount Taygetus (3286 BRT).

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3. Kanadische Korvette Trillium

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Am 11.9. greift U 517 die allein fahrende Korvette Charlottetown mit dem Minensucher Clayoquot an und versenkt erstere. Am 15.9. versenkt U 517 aus dem einlaufenden Konvoi SQ.36 (Sicherung durch brit. Zerstörer Salisbury, die Korvetten Arrowhead, Vegreville und 3 Küstenschutzboote) die niederl. Saturnus (2741 BRT) sowie die norw. Inger Elisabeth (2166 BRT) und führt U 165 heran, das am 16.9. vormittags die griech Joannis (3667 BRT) versenkt und 2 Schiffe, die brit. Essex Lance (6625 BRT) und die amerik. Pan York (4570 BRT), torpediert. U 165 tritt danach den Rückmarsch an. Es geht am 27.9. vor Lorient durch Flugzeugangriff einer tschechischen Maschine der 311 Sqn. RAF verloren. U 517 hat bei zwei weiteren Angriffen gegen Konvois im St. Lawrence-Golf keinen Erfolg, kann am 21.9. einem Rammstoß des den Konvoi SQ.38 sichernden Minensuchers Georgian ausweichen und etlichen Angriffen von Hudson-Flugzeugen der 113. Sqn RCAF unbeschadet entkommen.

U 513 (KKpt. Rüggeberg) operiert inzwischen weiter in den Gewässern um Neufundland, dringt am 5.9. auf die Reede von St.John's vor, versenkt am gleichen Tag die brit. Saganaga (5454 BRT) und die kanad. Lord Strathcona (7335 BRT), und torpediert am 29.9. die brit. Ocean Vagabond (7174 BRT).

1.9.– 2.10.1942
Südatlantik
Südostwärts Trinidad (Quadrat ED, EO und FA) operieren U 175, U 512, U 514, U 515 und U 516, ab Monatsende auch U 201, U 202 und U 332. Aus einzeln laufendem Verkehr versenken im September U 175 (Kptlt. Bruns) 5 Schiffe mit 16.724 BRT, ferner norw. Sörvangen erfolglos mit Torpedo und Artillerie angegriffen, U 516 (KKpt. Wiebe) 3 Schiffe mit 12.670 BRT, U 514 (Kptlt. Auffermann) 4 Schiffe mit 11.666 BRT, ferner kanad. Cornwallis (5458 BRT) torpediert, U 515 (Kptlt. Henke) 9 Schiffe mit 46.782 BRT, U 512 (Kptlt. Wolfgang Schultze) 2 Schiffe mit 14.585 BRT. Gemeinsam versenken U 515 und U 512 am 23.9. die brit. Antinous (6034 BRT), U 332 (Kptlt. Liebe) versenkt am 29.9. die brit. Registan (6008 BRT). U 512 wird am 2.10. wird durch einen B-18A Bomber der 99. BG USAAF aus Trinidad versenkt (Forts. Okt. 1942).

1.9.– 8.10.1942
Südatlantik
An der Westküste Afrikas (Quadrat ET, EU, FF) versenken U 125 (Kptlt. Folkers) 6 Schiffe mit 25.415 BRT und U 506 (Kptlt. Würdemann) 3 Schiffe mit 17.874 BRT.

2.9.1942
Ostsee
In der Danziger Bucht sinkt während einer Ausbildungsfahrt U 222 (Kptlt. von Jessen) bei einer Kollision mit U 626.

2.– 8.9.1942
Nord- und Ostsee

Durch brit. Luftminen sinken am 2.9. der dt. Sperrbrecher 164 / Bitsch (ex-estn. Keri, 1172 BRT) vor Schiermonnikoog, am 6.9. der finn. Dampfer Britannic (2245 BRT) vor Aalborg und am 8.9. der schwed. Holzfrachter Tynningoe (4272 BRT) vor Borkum. Durch Minentreffer beschädigt wird am 2.9. der dt. Dampfer Mathias Stinnes vor Borkum.

2.– 12.9.1942
Nordatlantik

39 Schiffe für den Russland-Konvoi PQ.18 und 3 mit Ziel Island verlassen Loch Ewe, begleitet von den Zerstörern Campbell, Malcolm, Eskdale, Farndale und den UJ-Trawlern Arab, Duncton, Hugh Walpole, King Sol und Paynter. Ein Schiff muss umkehren. Am 6.9. stoßen noch die Zerstörer Montrose und Walpole hinzu. Die Räumboote MMS 90, MMS 203 und MMS 212 dienen als Rettungsboote und sollen später an die sowj. Nordflotte ausgeliefert werden, wo sie die Nummern T-108, T-109 and T-110 erhalten. Drei Schiffe bleiben in Island, und sechs andere schließen sich von Hvalfjord aus am 8.9. dem PQ.18 an.

Folgende Unterseeboote verlassen zur Unterstützung des PQ.18 am 2.9. ihre Stützpunkte: P.614 und P.615 sollen sich dem Konvoi anschließen, P.221/ Shakespeare, Unique and P.45/ Unrivalled übernehmen Deckungspositionen vor der Küste Nordnorwegens, während Tribune, Tigris, Sturgeon, P.54/ Unshaken und das norw. Uredd gemeinsam eine »Patrol Force« bilden, die vor den Ausgängen der norweg. Fjorde aufgestellt wird.

Von den eingesetzten sowj. U-Booten geht K-2 (Kpt. 3.Rg. Utkin) am 9.9. auf einer Mine vor dem Tanafjord verloren. K-21, K-1, Shch-422 und M-174 finden keinen Feindkontakt.

2.– 12.9.1942
Biskaya

Das dt.Trossschiff Passat wird am 2.9. auf der Reede von St. Nazaire durch Bombentreffer schwer beschädigt und danach nicht mehr wie vorgesehen als Blockadebrecher eingesetzt. Ein Ausbruchsversuch der dt. Blockadebrecher-Tanker Spichern und Brake wird nach Bombentreffern auf Spichern in der Nacht zum 12.9. abgebrochen.

3.9.1942
Nordatlantik

Im Konvoi TA.18 von Clyde nach New York bricht auf dem Truppentransporter Wakefield ein Feuer aus, das schwere Schäden verursacht. Kreuzer Brooklyn und die Zerstörer Mayo, Madison, Niblack und Charles F Hughes können 1500 Soldaten an Bord übernehmen. Die Wakefield wird anschließend nach Halifax geschleppt.

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4. Italienischer Motorsegler explodiert

3.– 15.9.1942
Mittelmeer
Im östlichen Mittelmeer operieren U 205, U 371, U 331 und U 375. Lediglich U 375 (Kptlt. Könenkamp) versenkt den kleinen palästin. Dampfer Arnon (558 BRT) sowie die Motorsegler Turkian (ägypt., 108 BRT) und Salina (paläst., 108 BRT) mit der Bordkanone. Die anderen U-Boote bleiben ohne Erfolg.

4.9.1942
Allgemeine Lage / Nordafrika
Nachdem der deutsche Angriff gegen die britische 8. Armee nur 60 km vor Alexandria wegen Treibstoffmangels bei El Alamein stecken geblieben ist, bricht GFM Rommel den Angriff ab. Die strategische Initiative in Nordafrika geht nun auf die Briten über.

4.9.1942
Ostsee

Das schwedische Unterseeboot Sjöborren sinkt bei einer Kollision mit dem Dampfer Virginia vor der schwed. Ostküste.

4.– 5.9.1942
Mittelmeer
Ein Nachschub-Konvoi von Piräus nach Tobruk mit den Transportern Bianchi, Sportivo, Padenna und den T-Booten Lupo, Calliope, Castore und Polluce wird von T-Flugzeugen und dem brit. U-Boot Thrasher (LtCdr. Mackenzie) angegriffen, letzteres versenkt die Padenna (1589 BRT), die Flugzeuge versenken die Polluce und den Dampfer Bianchi (1477 BRT). Vor der Cyrenaika-Küste versenkt das brit. U-Boot Traveller (Lt. St. John) am 5.9. den von dem T-Boot Montanari begleiteten Frachter Albachiara (1245 BRT). Am gleichen Tag setzt P.42/ Unbroken (Lt. Mars) einen Kommandotrupp (Capt Wilson, RA) ab, der im Hafen Crotone Schiffe mit neuartigen Haftminen (limpets) in die Luft sprengen soll, aber das Unternehmen wird aufgedeckt, bevor die Männer ihr Ziel erreichen.

4.– 8.9.1942
Nordmeer
Offensive Minenunternehmung mit den Zerstörern Richard Beitzen, Z 29 und Z 30 vor der Kara-Strasse.

4.– 14.9.1942
Nordatlantik
Aus der während der SC.97-Operation aus Ausmarschierern gebildeten Gruppe »Stier« und den vom SC.97 kommenden Booten wird zum 4.9. eine neue Gruppe »Vorwärts« gebildet mit U 96, U 594, U 608, U 380, U 404, U 584, U 211, U 218, U 407, U 91, U 411, U 92 und U 659. Am 9.9. abends meldet U 584 (Kptlt. Deecke) den Konvoi ON.127 (32 Schiffe, Escort Group C4 mit den kanad. Zerstörern St. Croix [LtCdr. Dobson], Ottawa und den Korvetten Amherst, Arvida, Sherbrooke und Celandine). Die Fühlung reißt in der Nacht ab und wird erst am 10.9. nachmittags wieder gewonnen. U 96 (Oblt.z.S. Hellriegel) versenkt in einem Unterwasserangriff die belg. Elisabeth van Belgie (4241 BRT), den norw Tanker Sveve (6313 BRT) und torpediert den brit. Tanker F.J. Wolfe (12.190 BRT). In der Nacht zum 11.9. greifen nacheinander U 659 (Kptlt. Stock) – brit. Tanker Empire Oil (8029 BRT) torpediert, später durch U 584 versenkt, U 404 (Kptlt. v. Bülow) – norw. Tanker Marit II (7417 BRT) torpediert, U 608 (Oblt.z.S. Struckmeier) – Fehlschuß, U 218 (Kptlt. Becker) – norw. Tanker Fjordaas (7361 BRT) torpediert, U 92 (Oblt.z.S. Oelrich) – Fehlschuß und U 594 (Oblt.z.S. Mumm) - Fehlschuß an. Die Geleitsicherung wird durch den Ausfall aller Radargeräte stark behindert. Am 11.9. tags versenkt U 96 in der Nähe des Konvois den portug. Trawler Delaes (415 BRT) mit Artillerie. In der Nacht zum 12.9. kommen nacheinander zum Angriff: U 584 – norw. Hindanger (4885 BRT) versenkt, U 380 (Kptlt. Röther) – Fehlschuß, U 211 (Kptlt. Hause) – brit. Walfabrik Hektoria (13.797) und Empire Moonbeam (6849 BRT) torpediert, beide später durch U 608 mit Fangschuß versenkt, U 92 – Fehlschuß auf Zerstörer Ottawa, U 404 – norw. Tanker Daghill (9272 BRT) torpediert. Die Sicherung, die am 11.9. noch U 659 beschädigt und zum Rückmarsch zwingt, kann am 12.9. tagsüber die U-Boote abdrängen, doch kommen sie in der Dunkelheit wieder heran. Die Angriffe von U 594 und U 407 (Oblt.z.S. Brüller) in der Nacht zum 13.9. schlagen fehl. Am Tage fällt U 594 der panam. Nachzügler Stone Street (6131 BRT) zum Opfer. Einsetzende Luftsicherung von Neufundland drängt einen Teil der U-Boote ab. In der Nacht zum 14.9. stoßen von der Western Local Escort Force die Zerstörer Witch (RN) und Annapolis (RCN) als Verstärkung hinzu. U 91 (Kptlt. Walkerling) versenkt in 2 Angriffen den Zerstörer Ottawa (LtCdr. Rutherford). U 92 verfehlt den Konvoi, U 411 (Oblt.z.S. Litterscheid) verfehlt 1 Korvette. Wegen der Nähe der kanad. Luftstützpunkte auf Neufundland muß die Operation am 14.9. beendet werden. Insgesamt werden 7 Schiffe mit 50.235 BRT und ein Zerstörer versenkt und 4 Schiffe mit 36.240 BRT beschädigt: Der einzige Fall 1942/43, bei dem alle auf einen Nordatlantik-Konvoi angesetzten U-Boote zum Schuss kamen.

5.– 18.9.1942
Ostsee
Ausbruch des letzten Teils der zweiten Welle sowj. U-Boote durch die Minensperren mit S-13, Shch-308 und Shch-323 (Kptlt. Ivantsev), das auf eine Mine gerät und mit schweren Schäden nach Lavansaari zurückkehren muss. Das aus der Ostsee zurückkehrende L-3 wird von Wach- und Räumkuttern aufgenommen. S-13 (Kptlt. Malanchenko) versenkt im Bottnischen Meerbusen in der Nacht zum 12.9. die finn. Dampfer Hera (1379 BRT) und Jussi H. (2325 BRT), in der Nacht zum 18.9. die niederl. Anna W. (290 BRT). Shch-308 (Kpt. 3.Rg. Kostylev) operiert bis Mitte Oktober ohne Erfolg und wird auf dem Rückmarsch am 26.10. von dem finn. U-Boot Iku-Turso versenkt.

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5. U-Boot bei der Versorgung im Atlantik.

 

6.– 25.9.1942
Nordatlantik
Die von U 462 (Oblt.z.S. Vowe) versorgten Boote der Gruppe »Lohs« - U 755, U 373, U 569, U 176, U 135, U 432 - bilden am 6.9. auf der Westseite des Nordatlantik einen neuen Vorpostenstreifen. Am 9.9. versenkt U 755 (Kptlt. Göing) das US-Wetterbeobachtungsschiff Muskeget (1827 BRT). Ab 13.9. treten auch die Boote U 410, U 599 und U 259 zur Gruppe »Lohs«. Nachdem die Gruppe auf eine vom B-Dienst entzifferte Kursanweisung hin verschoben worden ist, erfaßt sie am 18.9. den Konvoi SC.100 (24 Schiffe, Escort Group A3 [Cdr. Heinemann US] mit den USCG Kuttern Campbell und Spencer, den kanad. Korvetten Bittersweet, Mayflower, Rosthern (RN), Trillium sowie drei für das Unternehmen »Torch« bestimmten Korvetten Lunenburg, Nasturtium (RN) und Weyburn). Durch eine geschickte Ausweichbewegung wird der Fühlungshalter am 18.9. abgeschüttelt. Am 19.9. kommen bei schlechter werdendem Wetter, Nebel und Regen nur einzelne Boote kurz in die Nähe des Konvois. Zur Wiederfindung des Konvois wird am 20.9. die südostwärts stehende Gruppe »Pfeil« - U 615, U 258, U 221, U 617, U 216, U 356, U 595, U 607 - angesetzt. U 569 und U 373 verfehlen bei Annäherungsversuchen am 20.9. Sicherungsfahrzeuge, U 596 (Kptlt. Jahn) versenkt die brit. Empire Hartlebeeste (5676 BRT). Am 21.9. verhindert der Orkan auf beiden Seiten den Waffeneinsatz und die Operation wird am 22.9. abgebrochen. Am 23.9. jedoch werden die günstig stehenden Boote auf den von der Gruppe »Vorwärts« erfaßten Konvoi RB.1 (siehe 18.-26.9.) angesetzt, während andere dem SC.100 weiter folgen. Dabei versenkt U 617 (Kptlt. Brandi) in der Nacht zum 23.9. den brit. Tanker Athelsultan (8882 BRT) aus dem Konvoi und am folgenden Tage die beiden Nachzügler Tennessee (brit., 2342 BRT) und Roumanie (belg., 3563 BRT). U 432 (Kptlt. Schultze) versenkt am 24.9. den amerik. Nachzügler Pennmar (5868 BRT). Angriffe von U 258, U 221 und U 755 schlagen fehl. Am 25.9. muss die Verfolgung des SC.100 endgültig abgebrochen werden.

7.– 28.9.1942
Schwarzes Meer
Sowj. U-Boote operieren vor dem Bosporus, vor Burgas, vor Konstanza, in der Odessa-Bucht und vor der Krim. M-60 (Oblt.z.S. Kudryavzev) geht zwischen dem 23. und 26.9. vor Odessa auf einer Mine verloren. A-4 vor Odessa und Shch-212 vor Achtopol bleiben ohne Erfolg. L-5 (Kpt 3.Rg. Zhdanov) und L-4 (Kpt 3.Rg. Polyakov) legen am 16. und 19.9. Minensperren vor Burnas. Am 20.-21.9. greift M-35 (Oblt.z.S. Greshilov) erfolglos zwei Konvois an. S-31 (Kptlt. Belorukov) meldet die Versenkung zweier Landungsboote am 21.-22.9. vor Yalta. M-113 verfehlt am 25.9. einen Konvoi und M-120 am 28.9. das rumän. Torpedoboot Naluca.

7.9.– 11.10.1942
US-Westküste / Ostpazifik
Das japan. U-Boot I-25 (KKpt. Tagami) unternimmt ein »Aufklärungs«unternehmen vor der US Westküste. Am 15.8. von Yokosuka ausgelaufen, erreicht es am 7.9. sein Zielgebiet. Am 9. und 10.9. wirft das E14Y1 Bordflugzeug die ersten beiden 76 kg-Brandbomben auf die Wälder von Oregon. Unterdessen wird das U-Boot von einem A-29 Hudson Seeaufklärer der 42. Bomb Group USAAF entdeckt und angegriffen. I-25 kann entkommen und sein Flugzeug wieder aufnehmen. Am 29.9. werden 4 weitere Brandbomben bei Oregon abgeworfen, doch alle verfehlen ihren Zweck. Beim Überwassermarsch zum Aufladen der Batterien versenkt I-25 am 4.10. den US Tanker Camden (6653 BRT) mit mehreren Torpedos. Am 6.10. stößt das Boot auf den US Tanker Larry Doheny (7038 BRT), der ebenfalls torpediert und versenkt wird. Auf dem Rückmarsch am 11.10. stößt das Boot auf die sowjet. U-Boote L-15 und L-16, die auf dem Weg von Petropavlovsk über Dutch Harbor nach San Franzisko sind. Mit dem letzten Torpedo versenkt es L-16 (Kptlt. Gusarov). Am 24.10. trifft I-25 wieder in Yokosuka ein.

  
  

6. Italien. Lazarettschiff Arno

8.– 11.9.1942
Schwarzes Meer
Der sowj. Kreuzer Krasnyj Krym, der Flottillenführer Karkhov, die Zerstörer Soobrazitelny und Zheleznyakov und das Wachschiff Shtorm bringen von Poti aus Teile des 137. und 145. Schützen-Regimentes und der 3. Marine-Infanterie-Brigade mit Material nach Tuapse und Gelendzhik.

9.9.1942
Kanal

Whirlwind-Jagdbomber der RAF Sq. 263 versenken den Kanalinselversorger Henca (304 BRT) auf dem Weg von Cherbourg nach Alderney.

9.– 10.9.1942
Mittelmeer
Brit. T-Flugzeuge versenken nördlich Tobruk das ital. Lazarettschiff Arno, welches allerdings unter Verletzung des Haager Abkommens vom Gegner zeitweise auch als Transporter eingesetzt wird.

9.– 23.9.1942
Südpazifik
Verstärkung der Stellungen auf Guadalcanal auf japan. und amerikan. Seite.
Am 9.9. läuft von Truk die 2. Flotte (VAdm. Kondo) mit den Schweren Kreuzern Atago, Takao, Maya, Myoko, Haguro, den Schlachtschiffen Haruna, Kongo und der 2. Z-Flottille (KAdm. Tanaka) mit den Zerstörern Hayashio, Kagero, Kuroshio, Oyashio (15. Z-Division), Asagumo, Minegumo, Natsugumo (9. Z-Division) sowie die 3. Flotte (VAdm. Nagumo) mit den Flugzeugträgern Shokaku, Zuiho, Zuikaku, den Schlachtschiffen Hiei und Kirishima, den Kreuzern Kumano, Suzuya, Chikuma und der 10. Z-Flottille mit Kreuzer Nagara und den Zerstörern Arashi, Nowake, Maikaze, Akigumo, Yugumo, Makigumo, Kazegumo, Hatsukaze, Yukikaze, Amatsukaze und Tokitsukaze aus.

Ihr Ziel ist es, mit der 3. und 4. Z-Flottillen aus Rabaul durchgeführte Truppenbewegungen (siehe 1.- 9.9.) gegen US Seestreitkräfte und Verstärkungen zu sichern. Außerdem soll der für den 12.9. geplante Angriff des auf Guadalcanal bereits gelandeten Kawaguchi Detachements gedeckt werden. Der Angriff des Detachements schlägt fehl. Die jap. Verbände, die am 13.9. einen Vorstoß bis nach Ndeni durchführen, finden ihre Ziele nicht und ziehen sich zur Versorgung nach Norden zurück.

  

7.  Zerstörer O'Brien torpediert. 
Im Hintergrund der brennende Träger Wasp.

  

Nachdem für die USMC-Luftstreitkräfte auf Henderson Field südl. Guadalcanal am 12.9. Verstärkung herbeigeführt werden konnte, vereinigt sich die TF.18 (RAdm. Noyes) mit Flugzeugträger Wasp, den Kreuzern San Francisco (RAdm. Scott), Salt Lake City, San Juan, Juneau und den Zerstörern Farenholt, Aaron Ward, Buchanan, Laffey, Lansdowne, Lardner (Desron 12) am 14.9. südlich der Salomonen mit der TF.17 (RAdm. Murray), bestehend aus Flugzeugträger Hornet, Schlachtschiff North Carolina, den Kreuzern Northampton, Pensacola, San Diego und den Zerstörern Morris, Anderson, Hughes, Mustin, O'Brien, Russell, Barton (Desron 2). Ihre Aufgabe besteht in der Sicherung eines am gleichen Tag aus Espiritu Santo ausgelaufenen Geleitzugs mit sechs Transportern (7. Rgt. USMC) sowie Kreuzer- und Zerstörer-Sicherung (TF.65, RAdm. Turner) für Guadalcanal.

Am 14.9. greifen US B-17 Bomber die jap. Verbände an und fügen der Myoko leichte Schäden zu. Nach Empfang zahlreicher Meldungen über die jap. Streitkräfte dreht der US Konvoi vorübergehend bei. Die US Träger Gruppen laufen am 15.9. in das Aufmarschgebiet des jap. 1. U-Boot-Geschwaders (siehe 23.8.-1.9.). Dabei feuert I-19 (FKpt. Kinashi) einen Fächer von sechs »Long Lance« Torpedos (Anmerkung). Drei treffen die Wasp (Capt Sherman), einer verfehlt die Lansdowne (sie versenkt später die inzwischen aufgegebene Wasp mit Torpedos) und zwei weitere erreichen die ca. 5 Seemeilen entfernte TF.17 und treffen dort die North Carolina und die O'Brien. (Letztere sinkt am 19.10. bei der Überführung in die USA). Das in der Nähe stehende I-15 beobachtet den erfolgreichen Angriff, kommt selbst aber nicht zum Schuß.

Nach der Versorgung zwischen dem 15. und 17.9. führen die 2. und 3. Flotte einen weiteren Vorstoß in den Süden, werden aber am 20.9. zurückbeordert und laufen am 25.9. in Truk ein. Als keine weiteren Meldungen der Luftaufklärung empfangen werden, befiehlt Adm. Turner am 16.9. dem Geleitzug nach Guadalcanal weiter zu laufen. Am 18.9. landen die Transporter ihre Truppen mit Unterstützung der Kreuzer Minneapolis, Boise, Leander (RNZN) und der Zerstörer Phelps, Farragut, Worden, MacDonough, Dale, Grayson und Monssen bei Lunga Point.

10.9.1942
Nordmeer
Die Schweren Kreuzer Admiral Hipper, Admiral Scheer, der Leichte Kreuzer Köln und die Zerstörer Z 23 and Z 27 verlegen zur Vorbereitung eines Angriffs auf den von der dt. Luftaufklärung erfassten Nordmeerkonvoi PQ.18 von Narvik zum Altafjord, sie werden von dem brit. U-Boot Tribune gemeldet und von Tigris angegriffen, doch alle 5 Torpedos explodieren im Kielwasser der Schiffe. Die U-Boote melden auch das Schlachtschiff Tirpitz, das aber zu der Zeit in Narvik liegt. Zu den Schiffen im Altafjord stoßen auch die Zerstörer Richard Beitzen, Z 29, Z 30 und Friedrich Eckoldt. --- Bereits am 7.9. hat die Seekriegsleitung einen Einsatz der Tirpitz gegen den PQ.18 als zu risikoreich abgelehnt, später, am 13.9. wird entschieden, auch die Kreuzergruppe nicht einzusetzen. Hintergrund dieser Entscheidungen sind die Befürchtungen Hitlers vor einer alliierten Invasion in Norwegen und sein Wunsch, alle schweren Einheiten der Kriegsmarine dort zur Abwehr bereit zu halten.

  MGB 339 (br.)
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8. MGB 335 läuft in den Hafen ein.

10.9.1942
Kanal
Ein aus MTB 234, MTB 230, MGB 91, MGB 82 und MGB 84 bestehender brit. Verband greift vor Texel einen dt. Geleitzug an und beschädigt zwei Schiffe. Das brit. MGB 335 wird bei einem Gefecht mit der dt. 2. S-Flottille durch Feuer beschädigt, erbeutet und nach Den Helder eingeschleppt.

10.– 11.9.1942
Südatlantik
Dt. Hilfskreuzer Schiff 28/ Michel (FKpt. v. Ruckteschell) kreuzt südl. vom Kap der Guten Hoffnung und versenkt am 10.9. den US Frachter American Leader (6778 BRT) und am folgenden Tag den brit. Frachter Empire Dawn (7241 BRT). Am 21.9 übergibt Michel ihre Gefangenen dem Blockadebrecher Tannenfels, der von Japan nach Europa unterwegs ist.

10.– 27.9.1942
Mittelmeer
Bei brit. U-Boot-Operationen verfehlt am 10.9. Una westlich Kreta einen Nordafrika-Konvoi mit dem Frachter Brioni. Am 12.9. versenkt P.212 / Sahib (Lt. Bromage) bei Maddalena (Sardinien) den Segelkutter Ida S. (24 BRT). Am 17.9. fallen P.44/ United (Lt. Barlow) vor Sliten der ital. Küstendampfer Rostro (333 BRT) und das zur Sicherung beigestellte Vorpostenboot V-39/ Giovanna (158 BRT) zum Opfer, während Talisman (Lt. Willmott) vermutlich am 17.9. in der Sizilien-Straße auf eine Mine läuft und verlorengeht. Traveller (Lt. St.John) holt am 17./18.9. zwei britische Soldaten bei Laridos (Kreta) ab. Taku (LtCdr. Hopkins) greift am 18. und 20.9. Konvois vor Tobruk und Bengasi an, doch werden die Torpedos ausmanövriert, ebenso wie ein Angriff von Thrasher am 22.9. im gleichen Gebiet. P.46/ Unruffled (Lt. Stevens) versenkt vom 20.-22.9. vor der tunesischen Küste 3 Schiffe, und zwar den ital. Minensuchtrawler N-10/ Aquila (305 BRT), den Vichy-franz. Frachter Liberia (ex Cape Corso, 3890 BRT) und den ital. Frachter Leonardo Palomba (1110 BRT). Bei Rhodos versenkt das griech. Nereus (Cdr. Rallis) am 24.9. die ital. Fiume (662 BRT). P.35/ Umbra (LtCdr. Maydon) greift am 27.9. bei Navarino einen Konvoi mit den Zerstörern Da Verazzano, Lampo und den T-Booten Partenope, Clio, Aretusa und Lince an und versenkt das Motorschiff Francesco Barbaro (6343 BRT). Das 2. Schiff des Konvois, die Unione, erhält einen Lufttorpedo-Treffer, wird aber vom Zerstörer Da Verazzano nach Navarino eingeschleppt.

10.9.– 25.10.1942
Westatlantik
Nach erfolglosen Minenunternehmungen vor Chesapeake-Bucht (10.9.) und vor Charleston (18.9.) operieren U 69 (Oblt.z.S. Gräf) und U 455 (Kptlt. Gießler) südlich Nova Scotia und bei Cape Race sowie im St.-Lorenz-Golf, wo U 69 nach mehreren Fehlschüssen aus dem Konvoi NL.9 (Sicherung durch kanad. Korvetten Trail, Arrowhead und Shawinigan) am 9.10. die kanad. Carolus (2245 BRT) und am 13.10. die brit. Caribou (2222 BRT) versenkt. U 455 kehrt ohne Erfolg zurück.

10.9.– 5.11.1942
Indischer Ozean
Brit. Unternehmen zur Besetzung von Madagaskar.
Operation »Stream«: Ein Verband unter RAdm. Tennant, bestehend aus den Kreuzern Birmingham, Gambia und Jacob van Heemskerck (niederl.) und den Zerstörern (7. Z-Flottille) Napier, Nizam, Norman (RAN), Van Galen, Tjerk Hiddes (niederl.) und Nepal, bringt ein Transportgeschwader nach Majunga (Westküste), wo am 10.9. die 29. Inf.Brg. landet. Napier landet Kommando-Truppen in Morandova. Luftsicherung stellt der Träger Illustrious, begleitet vom Wasserflugzeugdepotschiff Albatross und den Zerstörern Hotspur, Express, Fortune und Inconstant.

Operation »Jane«: Während einige Einheiten einen Vorstoß auf die Hauptstadt Tananarive auf dem Landweg durchführen, findet am 18.9. die Invasion von See her statt. Die 29. Inf.Brg. wird wieder an Bord genommen und nahe Tamatave an Land gesetzt. Sicherung und Unterstützung für die Transporter stellt ein Verband mit Träger Illustrious, Schlachtschiff Warspite, Kreuzer Jacob van Heemskerck und den Zerstörern Van Galen, Tjerk Hiddes, Napier, Norman, Nizam, Nestor und Hotspur. Am 23.9. wird Tananarive besetzt und der vichy-franz. Gouverneur zieht sich zurück. Nach der Landung eines südafrikanischen Regiments am 29.9. in Thelar werden die franz. Truppen bis zur Kapitulation am 5.11. in Ihosy verfolgt. Nizam bringt am 24. und 30.9. südlich Madagaskar zwei franz. Transporter auf. Beide werden versenkt.

11.– 30.9.1942
Süd- / Zentralpazifik
US U-Boot-Operationen: In der Makassarstraße versenkt Saury (LtCdr. Mewhinney) am 11.9. den Flugzeugtransporter Kanto Maru (8606 BRT). Östlich von Bougainville versenkt Amberjack (LtCdr. Bole) am 19.9. die Shirogane Maru (3130 BRT). Im Südchinesischen Meer versenkt Sargo (LtCdr. Gregory) am 25.9. die Teibo Maru (ex-dän. Nordbö, 4472 BRT). In der Straße von Formosa versenkt Grouper (LtCdr. McGregor) am 20.9. den Armeetransporter Tone Maru (4070 BRT). Im Zentralpazifik östlich Truk versenkt Trout (LtCdr. Ramage) am 21.9. die Koei Maru (863 BRT) und torpediert am 28.9 den Geleitträger Tayo (17.830 ts). Südlich von Hokkaido versenkt Nautilus (LtCdr. Brockman) in der Nacht zum 28.9. die Tamon Maru Nr.6 (4994 BRT).

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9. U 507 übernimmt Schiffbrüchige zur Rettung
12.9.1942
Allgemeine Lage / Brasilien
Brasilien stellt seine Seestreitkräfte unter die Leitung der Vereinigten Staaten.

12.– 17.9.1942
Südatlantik

Die Laconia-Affäre: Am 12.9. versenkt U 156 (KKpt. Hartenstein) nordöstlich Ascension den brit. Truppentransporter Laconia (19.695 BRT) mit 1800 ital. Kriegsgefangenen an Bord. U 156 beginnt sofort mit der Rettung und fordert in einem offenen Funkspruch alle in der Nähe befindlichen Schiffe zur Hilfeleistung auf. Der BdU setzt U 507 (KKpt. Schacht) und U 506 (Kptlt. Würdemann) sowie das ital. U-Boot Cappellini (Kptlt. Revedin) an, die am 15. und 16.9. eintreffen und bittet auf diplomatischem Wege die franz. Marine in Westafrika um Unterstützung. Auf die Meldung hin werden aus Freetown das brit. Handelsschiff Empire Haven und aus Takoradi der Hilfskreuzer Corinthian eingesetzt.

Die US 1st Composite Air Sqn. auf Ascension, die das FT von U 156 nur verstümmelt empfangen hat und von der Rettungsaktion der U-Boote nicht informiert ist, wird um Luftsicherung für die brit. Schiffe gebeten. Die U-Boote haben inzwischen ehe große Anzahl von brit., poln. und ital. Schiffbrüchigen an Bord und die übrigen in Rettungsbooten in Schlepp genommen, um den Treffpunkt mit den franz. Schiffen anzusteuern. Ein zufällig bei einem Überführungsflug nach Afrika in Ascension befindlicher Liberator-Bomber der 343rd Bombardment Sqn. USAAF (Oblt. Harden) sichtet bei einem Flug zur Sicherung der brit. Schiffe die U-Boote, erhält auf Rückfrage beim Kdr. der 1st Composite Sq., Hptm. Richardson, einen Angriffsbefehl und belegt U 156 trotz der erkannten Rotkreuzflaggen mit Bomben. Daraufhin am 17.9. Befehl des BdU an alle dt. U-Boote, daß die Rettung Schiffbrüchiger von versenkten Schiffen in Zukunft zu unterbleiben habe (»Laconia«-Befehl).

Am 17.9. treffen die auf Weisung der Vichy-Regierung von Adm. Collinet, dem Marinebefehlshaber in Franz. Äquatorial- afrika, in See geschickten Kreuzer Gloire, Aviso Dumont d'Urville und Minensucher Annamite ein und übernehmen von den dt. U-Booten und aus Rettungsbooten 1041 Überlebende, Dumont d'Urville am 16.9. von Cappellini weitere 42 Mann.

12.– 18.9.1942
Nordmeer

Bekämpfung des alliierten Nachschubkonvois PQ.18.
Am 8.9. verlässt der aus 39 Frachtern, 1 Tanker, Rettungsschiff Copeland, 3 Minensuchern und 2 Flottentankern bestehende Konvoi Island. Durchgehende Geleitsicherung mit den Zerstörern Achates und Malcolm, den Flakschiffen Alynbank und Ulster Queen, den Korvetten Bergamot, Bluebell, Bryony und Camellia, den Minensuchern Gleaner und Sharpshooter, den Trawlern Cape Argona, Cape Mariato, Daneman and St.Kennan vom 9.- 22.9. bis nach Archangelsk. Zeitweilige Geleitsicherung mit den U-Booten P.614 und P.615 vom 9.-17.9, und durch Geleitträger Avenger mit den Zerstörern Wheatland and Wilton bis Murmansk. Als Nahsicherung sind in 2 Gruppen eingesetzt: Leichter Kreuzer Scylla (RAdm. Burnett) mit den Zerstörern Onslow, Onslaught, Opportune, Offa, Ashanti, Eskimo, Somali, Tartar, Milne, Marne, Martin, Meteor, Faulknor, Intrepid, Impulsive, Fury und eine. Deckungsgruppe mit den Schweren Kreuzern Norfolk (VAdm. Bonham-Carter), Suffolk und London. Als Fernsicherung sind eingesetzt: Schlachtschiffe Anson (VAdm. Fraser), Duke of York, Leichter Kreuzer Jamaica und die Hunt-Zerstörer Keppel, Mackay, Montrose and Bramham. Zusätzlich steht bei Spitzbergen zur Unterstützung und Versorgung der Sicherungsgruppen eine Kampfgruppe mit dem Schweren Kreuzer Cumberland, dem Leichten Kreuzer Sheffield und den Zerstörern Eclipse, Amazon, Bulldog, Echo, Venomous, Windsor, Worcester, Cowdray und Oakley.

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10. Bombenangriff auf brit. Geleitzug PQ.18

12.9.: Dt. Flugzeug-Aufklärer erfassen den Konvoi. Zerstörer Faulknor versenkt das U-Boot U 88 (Kptlt. Bohmann) bei der Bäreninsel. 13.9.: U 408 (KKpt. von Hymmen) und U 589 (Kptlt. Horrer) versenken den sowj. Dampfer Stalingrad (3559 BRT) und den US Frachter Oliver Ellsworth (7191 BRT). Bomber des KG.30 (Major Bloedorn), Torpedoflugzeuge der I./KG.26 (Major Klümper) und Teile der III./KG.26 (Hptm. Nocken) vernichten in mehreren Angriffen die Frachter Wacosta (5432 BRT), Oregonian (4862 BRT), Macbeth (4885 BRT), Africander (5441 BRT), Empire Stevenson (6209 BRT), Empire Beaumont (7044 BRT), John Penn (7177 BRT) und den sowj. Dampfer Sukhona (3124 BRT). Am 13. und 14.9. schießen die Sea Hurricanes des Trägers Avenger bei 4 eigenen Verlusten 5 deutsche Flugzeuge ab. 14.9.: In der Nacht torpediert U 457 (KKpt. Brandenburg) den brit. Tanker Atheltemplar (8992 BRT), der später aufgegeben werden muß. Am Nachmittag sinkt bei erneutem Angriff des KG.30 der Frachter Mary Luckenbach (5049 BRT). Bei diesen Angriffen verliert die I./KG.26 insgesamt 12 Flugzeuge und 7 Besatzungen, die III./KG.26 verliert 8 Flugzeuge und 7 Besatzungen. Der Zerstörer Onslow versenkt mit Unterstützung einer Swordfish des Trägers Avenger das dt. U 589. 16.-17.9.: Schlechtes Wetter verhindert zunächst weitere Luftangriffe. Tags darauf wird das Geleit erneut erfaßt, Angriff des KG.26 jedoch abgebrochen. U 457 wird von dem Zerstörer Impulsive versenkt. 18.9.: Erneuter Angriff der KG.26 und KG.30 bei unsichtigem Wetter. Viele Torpedoversager beim KG.26. Eine Hurricane des Katapultschiffs Empire Morn schießt 2 He 115 ab. Der Konvoi, zu dessen Sicherung die sowj. Zerstörer Gremyashchi, Kuibyshev, Sokrushitelny, Uritski sowie die brit. Minensucher Britomart, Halcyon, Hazard, Salamander von Kola aus hinzu stoßen, verliert durch Luftangriff den Frachter Kentucky (5446 BRT).

Insgesamt verliert PQ.18 durch U-Boote 3 Schiffe mit 19.742 BRT, durch Luftangriffe 10 Schiffe mit 55.915 BRT.

12.– 25.9.1942
Mittelatlantik

U-Bootgruppe »Eisbär« (U 68, U 159, U 172, U 504) marschiert ins Op.-Gebiet Südafrika. Am 12.9. versenkt U 68 (Kptlt. Merten) die brit. Trevilley (5296 BRT) und am 15.9. die niederl. Breedijk (6861 BRT). Am 24./25.9. ergänzen alle Boote südlich Ascension aus U 459 (KKpt. v. Wilamowitz-Moellendorf) Brennstoff und greifen gleichzeitig ab 7./8.10. den Verkehr vor Südafrika an.

12.– 27.9.1942
Niederländisch Indien
Nach einigen Fahrten der kleinen Fahrzeuge Kuru und Vigilant zur Versorgung der seit Mai auf Timor zurückgelassenen niederl. und austr. Truppen, bringt die Korvette Kalgoorlie zwischen dem 12. und 17.9. Verstärkungen auf die Insel. Die Landung einer Kompanie zur Ablösung an Bord des austr. Zerstörers Voyager schlägt fehl, da das Schiff am 23.9. vor Timor auf ein Riff läuft und gesprengt werden muß. Die Korvetten Kalgoorlie und Warnambool bergen die Überlebenden.

13.9.1942
Westatlantik
Aus dem Geleitzug TAG.5 (Trinidad – Guantanamo) versenkt U 558 (Kptlt. Krech) in zwei Anläufen die niederl. Suriname (7915 BRT), die brit. Empire Lugard (7241 BRT) und beschädigt den norw. Tanker Vilja (6672 BRT) so schwer, dass er nicht mehr repariert werden kann.

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11. Britisches Schnellboot MTB 314 von Deutschen vor Tobruk erbeutet

13.– 14.9.1942
Mittelmeer

Operation »Agreement«: Brit. Raid gegen Tobruk.
13.9.: Zerstörer Sikh (Capt. Micklewait) und Zulu mit 350 Marines an Bord laufen von Alexandria aus und treffen sich in See mit dem Flakkreuzer Coventry und der 5. Z-Flottille (Hunt-Klasse) mit Belvoir, Dulverton, Hursley und Croome. Dazu stoßen 18 MTB und 3 ML mit 150 Mann Landungstruppen. In der Nacht zum 14.9. schwere Angriffe der RAF auf Tobruk. 14.9.: Landungsversuch. Nur wenige Soldaten können an Land gesetzt werden. Sikh wird vor der Küste von der Flak-Abt. I./43 (Major Wegener) beschossen, beschädigt und sinkt im Schlepp der Zulu. Das Gros der Besatzung und die überlebenden Marines geraten in Gefangenschaft. Ju 87 der 8./StG.3 (Oblt. Göbel) und Ju 88 der I./LG.1 (Hptm. Hoffmann) beschädigen die Coventry, diese muß anschließend von der Zulu versenkt werden. MC 200 der ital. 13.Jabo-Gruppe (Major Viale) versenken MTB 308, ML 352 und ML 353. 19 Ju 87 der III./StG.3 (Hptm. Kurt Walter) beschädigen die Zulu und versenken MTB 310. Der Zerstörer sinkt später im Schlepp der Hursley. 20 Ju 88 der II./LG.1 aus Kreta versenken MTB 312. Von Booten der 6. R-Flottille (Kptlt. Reischauer) wird MTB 314 mit 117 Mann an Bord eingebracht. Ein gleichzeitig angesetztes brit. Kommando-Unternehmen von Land her (Col. Haselden †) scheitert ebenfalls. Insgesamt bringen die dt.-ital. Verteidiger Tobruks 576 Gefangene ein und erbeuten wichtige britische Funk- und Schlüsselunterlagen.

13.– 20.9.1942
Nordatlantik
Auf dem Marsch zu einem für den nächsten Tag geplanten Vorpostenstreifen »Pfeil« sichtet U 216 (Kptlt. Schultz) am 13.9. den Konvoi SC.99 (61 Schiffe, EG C1 mit dem Zerstörer St Francis und den Korvetten Battleford, Chambly, Chilliwack, Eyebright, Napanee, Orillia, Rosthern), wird aber sofort abgedrängt. Von den angesetzten U 221, U 258, U 615, U 617 (Kptlt. Brandi) - auf dem Ausmarsch am 7.9. Faröer-Trawler Tor II (292 BRT) versenkt -, U 618, U 356 und U 440 kommt nur letzteres am 14.9. heran, es wird von Sicherungsfahrzeugen aber mit Wasserbomben angegriffen und schwer beschädigt. Am 15.9. versenkt Whitley „Q" der 58. Sqn. RAF vor Butt of Lewis das auslaufende U 261 (Kptlt. Lange).

Ehe am 16.9. ein neuer Vorpostenstreifen eingenommen werden kann, sichtet am 15.9. U 221 (Oblt.z.S. Trojer) den Konvoi ON.129 (30 Schiffe, EG C2 mit den Zerstörern Burnham [RN], Winchelsea [RN] und den Korvetten Drumheller, Dauphin, Morden, Polyanthus [RN]), verliert jedoch im Nebel die Fühlung. Am 16.9. werden die in die Nähe kommenden Boote unter geschickter Ausnutzung des Nebels und Qualmverwendung durch die Sicherung abgedrängt. Außer U 440 werden alle Boote zum 18.9. in einen neuen Vorpostenstreifen befohlen und auf den SC.100 (siehe 18.-25.9.) angesetzt.

13.– 31.9.1942
Nordmeer
Vor der norweg. Küste operieren die sowj. U-Boote K-1, K-21, M-174, Shch-403, Shch-404 und Shch-422. Am 13.9. verfehlt Shch-422 (Kpt. 3.Rg. Vidyaev) vor dem Porsangerfjord die Vorpostenboote V 6108 und V 6110, am 15.9. den U-Jäger UJ 1103 und am 22.9. einen Geleitzug. Am gleichen Tag verfehlt auch Shch-404 (Kptlt. Ivanov) südlich von Kiberg das Lazarettschiff Alexander von Humboldt.

14.9.1942
Mittelmeer
Vor Algier versenkt Sunderland „R" der 202. Sqn. RAF das ital. U-Boot Alabastro (Kptlt. Bonadies). Der britische Kreuzer Dido und die Zerstörer Jervis, Javelin, Pakenham, Paladin beschießen das Gebiet um Deba in Ägypten.

    
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12. Italienische Kampfschwimmer bei der Ausbildung

14.9.1942
Kanal
Der dt. Sperrbrecher 142 / Westerbroek sinkt vor Ostende auf einer Mine.

15.9.1942
Mittelmeer / Gibraltar
Ital. Kampfschwimmer versenken in Gibraltar den brit. Frachter Ravens Point (1787 BRT).

15.9.1942
Ostsee
Vor der Insel Halli im Finnenbusen sinkt das dt. Räumboot R 66 auf einer sowj. Mine.

15.– 19.9.1942
Norwegen

Am 15.9. dringt das französ. U-Boot Junon (Cdr. Querville) in den Bjaerangsfjord ein und setzt dort tags darauf 12 Mann eines Kommandotrupps ab, um eine bei Glomfjord eine Generatorstation in die Luft zu sprengen (Operation »Musketoon«). Am 17.9. wird vor Egersund der dt. Transporter Karpfanger (4974 BRT) von 3 Hampdens der 489. Sqn RNzAF mit Torpedos versenkt. 23 Mann der Besatzung können von M 5209 gerettet werden. Gegen die deutschen Transporte entlang der norwegischen Küste legt das französ. U-Boot Rubis (Cdr. Rousselot) am 19.9. vor dem Andsfjord (Nordnorwegen) eine Minensperre. Erfolge sind nicht zu verzeichnen.

17.– 19.9.1942
Nordatlantik
Der Ausmarschhafen für die Geleitzüge im Nordatlantik wird nach New York verlegt. Die ersten aus New York auslaufenden Konvois sind HX.208 am 17.9. und SC.102 am 19.9. Die Boston-Halifax-Geleitzüge werden nach dem BX.37 nicht mehr fortgesetzt. Der Geleitzugszyklus im Nordatlantik wird auf 7 bis 8 Tage ausgedehnt. Der WESTOMP wird von 52° W auf 46° W verschoben. Die Geleitgruppen der »Western Local Escort Force« (WLEF) setzen sich zusammen aus 5 Zerstörern, 22 Korvetten und 7 Minensuchern der Bangor-Klasse.

17.– 22.9.1942
Luftkrieg Nordafrika

Brit. Bomber versenken am 17.9. die it. Carbonia (1237 BRT) bei Ras Hammamet und treffen am 22.9. die Apuania (7949 BRT) in Bengasi so schwer, dass sie zum Totalverlust wird.

17.– 30.9.1942
Kaukasus / Schwarzes Meer
Die Kämpfe südöstl. Novorossisk flauen ab. Alle entbehrlichen Kräfte des dt. V. Armeekorps werden zur Unterstützung der 17. Armee (GenOberst Ruoff) in den Raum nördl. Tuapse verschoben, das Hitler unter Vernachlässigung aller anderen Möglichkeiten im Kaukasus unbedingt in Besitz nehmen will. Dazu werden auch starke Teile des 59. Gebirgskorps aus dem Kampfraum vor Suchumi in den Raum Tuapse verlagert. Am 24.9. Rücktritt des dt. Generalstabschefs des Heeres, Gen.Oberst Halder, nach Konflikt mit Hitler. Vom 24.-27.9. Beginn des systemat. dt. Angriffs auf den Pass-Straßen in Richtung Tuapse. Anfangserfolge, aber kein Durchbruch. Vom 28.-30.9. transportieren die sowj. Zerstörer Nezamozhnik und Wachschiff Shtorm zur Verteidigung 8000 Mann der 408. Schützen-Division nach Tuapse.

18.– 26.9.1942
Nordatlantik
Aus der vom 16.-18.9. durch U 461 (Kptlt. Stiegler) versorgten Gruppe »Vorwärts« bilden U 380, U 404, U 584, U 211, U 407, U 91 und U 96 am 20.9. ostwärts der Neufundlandbank einen neuen Vorpostenstreifen, in den in den nächsten Tagen auch U 260, U 582 und U 619 einscheren. Während der Aufstellungsphase versenkt U 380 (Kptlt. Röther) am 18.9. den norw. Nachzügler Olaf Fostenes (ON.129, 2994 BRT), U 211 (Kptlt. Hause) torpediert am 23.9. den US Tanker Esso Williamsburg (11.237 BRT), der brennend zurückgelassen wird, U 582 (Kptlt. Schulte) versenkt am 23.9. den norw. Nachzügler Vibran (ON.131, 2993 BRT) und U 619 (Oblt.z.S. Makowski) am 24.9. den US Nachzügler John Winthrop (ON.131, 7176 BRT).

Am 23.9. sichtet U 404 (Kptlt. v. Bülow) den Konvoi RB.1 (Transfer von 8 Pass.-dampfern der Großen Seen, begleitet von brit. Zerstörern Veteran und Vanoc), dessen Dampfer irrtümlich als Truppentransporter angesprochen werden. Außer der Gruppe »Vorwärts« wird deshalb nach Beendigung der SC.100-Operation von Osten her die Gruppe »Pfeil« mit U 618, U 216, U 356, U 595, U 607, U 410 und U 617 angesetzt. Bei der hohen Marschfahrt des Konvois kommen die Boote nur schwer heran. In der Nacht zum 25.9. greifen U 260 und U 211 ohne Erfolg an. Am 25.9. nachmittags versenkt U 216 (Kptlt. Karl-Otto Schultz) die Boston (4989 BRT), spät abends torpediert U 96 (Oblt.z.S. Hellriegel) die New York (4989 BRT), die kurz darauf nochmals von U 91 (Kptlt. Walkerling) beschädigt und schließlich von Veteran versenkt wird. Angriffe von U 410 (KKpt. Sturm, zweimal), U 91 und U 356 schlagen fehl. Am 26.9. morgens versenkt U 404 den Zerstörer Veteran, abends U 619 den Nachzügler Yorktown (1547 BRT).

18.– 30.9.1942
Ostsee
Ausbruch der ersten Gruppe der dritten Welle sowj. U-Boote mit S-9, Shch-310, S-12, M-102, D-2 und Shch-307 durch die Minensperren. Die Unternehmungen werden trotz schwerer Detonationen in der Nähe mehrerer Booten fortgesetzt. Das zurückkehrende Shch-407 (Kpt. 3.Rg. Afanasev) läuft am 25.9. bei Porkkala auf eine Mine, kann aber schwer beschädigt eingebracht werden. Danach operieren S-9 in der Bottensee, Shch-310, D-2 und Shch-406 zwischen Rixhöft und Bornholm, S-12 an der baltischen Küste, S-7, Shch-305, Shch-306 und Shch-307 in der Aalandsee, Shch-303 in schwedischen Gewässern und M-102 im westlichen Finnenbusen. S-9 (Kptlt. Mylnikov mit Div.Chef., Kpt. 2.Rg. Junakov, an Bord) torpediert am 27.9 den dt. Tanker Mittelmeer (6370 BRT) und am 28.9. den dt. Frachter Hörnum (ex Holnis, 1467 BRT). Shch-310 (Kpt. 3.Rg. Jaroshevich) versenkt am am 29.9 den Frachter Franz Rudolf (1419 BRT) und verfehlt am 30.9 die Annelis Christophersen (Forts. 1.-31.10.42).

20.9.1942
Biskaya
Der dt. Hilfsminensucher M 4448/ Antoine Henriette (77 BRT) geht vor Bayonne auf einer Minensperre des französ. U-Bootes Rubis vom Juni 1942 verloren.

20.– 26.9.1942
Nordmeer
Am 13.9. ist der Rück-Konvoi QP.14 mit 20 Schiffen von Archangelsk ausgelaufen; an Bord der Schiffe befinden sich auch Überlebende des PQ.17 Desasters. »Eastern Escort« mit den sowj. Zerstörern Kuibyshev und Uritski, den brit. Zerstörern Blankney und Middleton, den Minensuchern Britomart, Bramble, Halcyon, Hazard, Leda, Salamander and Seagull, den UJ-Trawlern Ayrshire, Lord Austin, Lord Middleton und Northern Gem, den Flakschiffen Alynbank, Palomares und Pozarica sowie den Korvetten Dianella, La Malouine, Lotus und Poppy. Einige dieser Schiffe eilen kurz darauf dem PQ.18 zu Hilfe. Nahsicherung durch den Verband des RAdm. Burnett (siehe PQ.18, 12.-18.9.).

Gegen den Konvoi wird die U-Boot-Gruppe »Trägertod« mit U 251, U 255, U 403, U 408, U 435, U 592 und U 703 eingesetzt. Am 20.9. versenkt U 435 (Kptlt. Strelow) den Minensucher Leda, anschließend versenkt U 255 (Kptlt. Reche) den Frachter Silver Sword (4937 BRT) und torpediert U 703 (Kptlt. Bielfeld) den Zerstörer Somali. Er wird zwar vom Schwesterschiff Ashanti in Schlepp genommen, sinkt aber am 24.9. in einem Sturm. 22.9.: Obwohl d. Konvoi nach Abzug eines Teils der Gruppe Burnett auch weiterhin durch 10 Zerstörer (Faulknor, Marne, Meteor, Milne, Offa, Onslaught, Onslow, Tartar, Blankney, Middleton), 4 Korvetten (Dianella, La Malouine, Lotus, Poppy) 2 Minensucher (Bramble, Seagull), 3 UJ-Trawler (Ayrshire, Lord Austin, Northern Gem) und 2 Flakschiffe (Palomares und Pozarica) gesichert ist, gelingt es U 435 (Kptlt. Strelow) erneut zum Angriff heranzukommen und die Frachter Bellingham (5345 BRT), Ocean Voice (7174 BRT) und den Tanker Grey Ranger (3313 BRT) zu versenken. 23.9.: Durch Angriff der Catalina ,U’/ 210. Sqn RAF wird U 255 schwer beschädigt. 26.9.: Konvoi QP.14 wird in Heimatgewässern von den Zerstörern Worcester und Impulsive aufgenommen und erreicht ohne weitere Zwischenfälle Loch Ewe.

20.9.– 1.10.1942
Nordatlantik
Für den 1.10. ist auf der Ostseite des Nordatlantik aus Ausmarschierern die Bildung eines neuen großen Vorpostenstreifens»Luchs« beabsichtigt. Die ersten ausmarschierenden Boote U 253, U 610 und U 620 werden vorübergehend ab 20.9. in der Dänemark-Straße aufgestellt, wobei U 253 (Kptlt. A. Friedrichs †) wahrscheinlich am 25.9. nach einem Minentreffer vor Island verloren geht. U 610 (Kptlt. Frhr. v. Freyberg) versenkt am 29.9. einen Nachzügler (2554 BRT) des Konvoi SC.101 (EG C4 mit den Zerstörern Restigouche, St Croix und den Korvetten Amherst, Arvida, Celandine). 

U 442 (KKpt. Hesse) versenkt beim Anmarsch am 25.9. die brit. Empire Bell (1744 BRT) aus einem Kleinkonvoi südl. Island. Am 29.9. sichtet der ausmarschierende U-Tanker U 118 (KKpt. Czygan) einen ON-Konvoi, worauf der Streifen der Gruppe »Luchs« mit U 437, U 597, U 442, U 254, U 382, U 620, U 610, U 706, U 260, U 582, U 619, U 753, U 755, U 257, U 602, U 183 und U 757 am 1.10. nach Norden gezogen wird (Forts. 1.- 6.10.).

20.9.– 6.10.1942
Mittelmeer
Vor dem Libanon operiert U 561 (Oblt.z.S. Schomburg). Es versenkt mit der 8,8cm-Kanone am 23.9. einen Schoner und am 24.9. den ägypt. Kutter Sphinx (39 BRT). Die ital. U-Boote Ametista und Nereide operieren südöstlich von Kreta, Argo, Argente und Nichelio vor Algerien. Unter den griech. U-Booten löst Nereus (Cdr.Rallis) in der Ägäis Papanikolis ab, versenkt am 24.9. Sept den ital. Dampfer Fiume (662 BRT, 333 Tote) und am folgenden Tag einen Motorsegler.

21.9.1942
Ostsee
U446 (Oblt.z.S. Richard) geht durch Luftminentreffer auf der Sperre »Pivet II« in der Danziger Bucht vor Kahlberg verloren. Das Boot wird im November 1942 geborgen, aber außer Dienst gestellt und als Versuchsboot aufgebraucht. Der große Bagger Ministerialdirigent Eckhardt (5700 BRT) wird durch Minentreffer vor Gotenhafen schwer beschädigt.

22.9.1942
Nordatlantik
Aufstellung der ersten Support Group EG.20 (Cpt. Walker) mit zehn Schiffen. Einige der Einheiten gehen am 23.9. als Unterstützung zum Geleitzug ONS.132 (EG B6). Der Konvoi wird von einem mit Gummischläuchen (!) ausgerüsteten Tanker für die Beölung der Sicherungsfahrzeuge begleitet. Im Oktober wird die EG.20 wegen des Fahrzeugedarfs für die Operation »Torch« wieder aufgelöst.

    
  
13. Blick auf die britische Festung Gibraltar   

22.– 30.9.1942
Norwegen
Die dt. Minenschiffe Roland, Kaiser und Skagerrak werfen, gesichert von der 17. U-Jagd-Flottille, vor der Südwestküste Norwegens die Minensperren »Rigel I - III« gegen U-Boote.

24.9.1942
Gibraltar
Flugzeuge des Typs P.108 der 274. ital. Fernbomber-Staffel greifen Gibraltar an. Der Angriff wird im Oktober wiederholt.

24.– 28.9.1942
Nordmeer
Offensive Minenunternehmung »Zarin« des Schweren Kreuzers Admiral Hipper (KAdm. Meisel) mit den Zerstörern Z 23, Z 28, Z 29 und Z 30 an der Nordwestküste von Novaja Zemlja. Alle Schiffe erleiden teilweise schwere Seeschäden.

24.– 30.9.1942
Indischer Ozean
Vor den Küsten Indiens und Ceylons operieren die jap. U-Boote I-162, I-165 und I-166. Dabei versenkt I-165 (KKpt. Torisu) am 24.9. die amerik. Losmar (5549 BRT) und torpediert am 25.9. ein weiteres, nicht identifiziertes Schiff, I-166 (KKpt. Tanaka) beschädigt am 30.9. spät den Panama-Dampfer Camila (1201 BRT), der schwer beschädigt an der Südküste Indien aufgesetzt werden muss und zum Totalverlust wird (Fortsetzung 1.-15.10.).

24.9.– 2.10.1942
Südpazifik
Fortsetzung der Versorgungsunternehmungen für Guadalcanal.
Zwischen dem 24. und 27.9. versuchen mit Sturmbooten gelandete USMC-Kompanien eine jap. Truppenkonzentration am Matanikau River zu verhindern, müssen sich jedoch unter dem Schutz des bewaffneten Truppentransporters (APD) Ballard zurückziehen. Am 28.9. torpediert ein U-Boot, möglicherweise Sculpin (LtCdr. Chappell), östl. von Kokoda Is. den japan. Wasserflugzeugträger Nisshin, es wird dabei aber von den Geleitschiffen mit Wasserbomben abgedrängt und beschädigt. [Die Nisshin wird definitiv am 3.10. von US Flugzeugen von Henderson Field angegriffen und beschädigt.] Am 30.9. kommen Kreuzer San Francisco und Minenleger Beese bei einer Kollision vor Espiritu Santo zu Schaden. Am selben Tag besucht Adm. Nimitz Guadalcanal, um festzustellen, ob die Insel gehalten werden kann.

  
  

14. Japan. Wasserflugzeugmutterschiff Nisshin

Die japanische 3. und 4. Z-Flottille (siehe 1.- 9.9.) setzt ihre Nachtunternehmungen nach Guadalcanal fort. Am 24.9. werden die an solchen Operationen beteiligten Zerstörer Kawawakaze und Umikaze von Sturzkampfbombern von Henderson Field getroffen, am gleichen Tag beschädigen B-17 Bomber der USAAF den Wasserflugzeugtender Sanuki Maru vor den Shortland Inseln, am 25.9. wird der Kreuzer Yura durch B-17-Bomber von Espiritu Santo ebenfalls leicht beschädigt. Um alliierte Nachschubtransporte zu verhindern, wird die jap. U-Boot-Gruppe A mit I-4, I-5, I-7, I-8, I-22 und I-176 im Gebiet von Guadalcanal aufgestellt. I-5 wird am 25.9. bei einem Angriffsversuch durch Artillerieabwehr beschädigt. I-4 (KKpt. Kawasaki) torpediert am 29.9. den US-Transporter Alhena (7440 BRT) vor Lunga Point. I-22 (KKpt. Narusawa) verfehlt am 29.9. einen Konvoi und wird nach weiterer Meldung eines Konvois am 1.10. vermisst.

24.9.– 17.10.1942
Nordmeer

Am 24.9. laufen die sowj.U-Boote S-101 und S-102 zu Operationen vor der Polarküste aus, M-171 unternimmt 3 kurze Feinfahrten im Varangerfjord. Am 30.9. trifft das neue Küstenboot M-121 in Polyarnoe ein, ihm folgen am 5.10. die Minenleger-Boote L-20 und L-22, die nach Verlegung aus der Ostsee Ende 1941 gründlich überholt worden sind.

26.9.1942
Nordatlantik
Das auslaufende U 262 wird bei Angriffen zweier Hudsons („A" und „Z") der 48. Sqn. nahe der Färöer-Inseln beschädigt und muß umkehren.

26.9.1942
Zentralpazifik
In Truk sinkt das jap. U-Boot I-33 (KKpt. Ogawa) nach einem Unfall bei Reparaturarbeiten. Das U-Boot wird aber gehoben und im April 1944 erneut in Dienst gestellt.

26.– 30.9.1942
Nordatlantik
Am 26.9. sichtet das eigentlich auf den SC.100 angesetzte U 617 (Kptlt. Brandi) im mittleren Nordatlantik den Konvoi ON.131 (EG C3 mit den Zerstörern Saguenay (LtCdr. Wallace, SOE), Skeena und den Korvetten Agassiz, Anemone (RN), Galt, Sackville, Wetaskiwin). Sein sofort angesetzter Angriff scheitert infolge von Torpedoversagern und dem geschickten Einsatz des HF/DF auf dem Frachter Cairnesk des Konvoi-Kommodores. Von den nach Operationen auf die Konvois RB.1 und SC.100 weit zerstreuten Booten werden als Gruppe »Tiger« U 615, U 258, U 221, U 617, U 618, U 216, U 356, U 595, U 607, U 410, U 599, U 755, U 373, U 569 und U 176 auf den Konvoi angesetzt. Nach dem Verlust der Fühlung ist eine geordnete Suche bei den unsicheren Positionen der U-Boote und zum Sturm auffrischendem Wind nicht möglich. Die Operation muß abgebrochen werden. Je 4 Boote marschieren zur Versorgung nach Süden zu U 118 und U 116.

26.9.1942 — 20.5.1943
Pazifik / Atlantik
Via Panama-Kanal werden sowj. U-Boote der Pazifik-Flotte zur Nord-Flotte überführt. Am 26.9. laufen L-15 und L-16 am 15.10. bzw. 18.10. S-54, S-55, S-51 und S-56 von Petropavlovsk aus und marschieren unter der Führung von Kpt. 1.Rg. Tripolski über Dutch Harbor, San Francisco, Panama-Kanal nach Halifax (L-16 am 11.10. verloren). S-51 geht von dort über Island direkt nach Poljarnoe, wo es am 24.1.1943 eintrifft. S-55, S-56 und S-54 marschieren nach Aufenthalten in Rosyth zum Kola-Fjord, wo sie im März 1943 eintreffen, L-15 folgt nach einer Reparatur in Greenock im Mai.

  
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15. Hilfskreuzer Schiff 23 / Stier

27.9.1942
Nordsee

Minenunternehmung der 2., 4., und 6. S-Flottille an der englischen Ostküste nördlich der Humbermündung (108 Minen); auf einer der Minen sinkt am 7.10. die brit. Ightham (1337 BRT).

27.9.1942
Südatlantik
Dt. Hilfskreuzer Schiff 23/ Stier (Kpt.z.S. Gerlach) stößt bei unsichtigem Wetter überraschend auf den US-Frachter Stephen Hopkins (Capt. Paul Buck, 7181 BRT), versenkt ihn, erhält aber im Gefecht selber so starke Beschädigungen, daß er aufgegeben werden muß. Hilfskreuzer Schiff 28/ Michel steht nicht weit entfernt, doch ihr Kommandant ignoriert die Hilferufe der Stier, da er eine Falle der Briten vermutet. Die Besatzung wird von dem Blockadebrecher Tannenfels aufgenommen und erreicht am 2.11. die Girondemündung. Gesamterfolg Schiff 23: 4 Schiffe mit 29.409 BRT.

27.– 30.9.1942
Biskaya
Mit dem Motorschiff Rio Grande beginnt der geballte Ausmarsch von 9 dt. und ital. Blockadebrechern von Bordeaux nach Fernost. Brit. Luftaufklärung und »Ultra« beobachten die wachsende Aktivität deutscher Handelsschiffe im Bereich von Bordeaux und El Ferrol. Um die bekannten Marschrouten vor der span. Küste zu sperren, werden die U-Boote Unique, Ursula (auf dem Weg ins Mittelmeer), Sealion und Graph dort zu verschärften Patrouillen aufgestellt (Fortsetzung 1.-26.10.)

30.09.1942
Allgemeine Lage / Deutschland

In seiner Rede zur Eröffnung des Winterhilfswerkes im Berliner Sportpalast erklärt Hitler, dass der deutsche Soldat an keinem Abschnitt der Front seinen Fuss zurücksetzen werde. Damit bringt er indirekt zum Ausdruck, dass die deutsche Wehrmacht den Zenit der national-sozialistischen Expansion erreicht haben könnte.

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