- 6.Räumboot-Flottille
Aufgestellt im September 1941 in Cuxhaven. Die Flottille wurde aus den kleinen Räumbooten (R 1 bis 16) der 5. R-Flottille gebildet, die über französische Flüsse und Kanäle ins Mittelmeer verlegt wurden. Erste Stützpunkte waren u.a. Tobruk, Tunis, Palermo, Nettuno, Genua. Im Mittelmeer stand die Flottille im Geleitdienst von Bizerta nach Trapani und Neapel, unterbrochen durch Räumaufgaben vor der Küste Tunesiens. Neben Jagdbombern und Minen traten dort zunehmend Torpedo- und Artillerieschnellboote als Gegner auf. Zwischen Februar und Mai 1943 trafen 11 Hummerboote aus Südwest-Frankreich ein, die der 6. Räumbootsflottille zugeteilt wurden und sich auf den Weg nach Nordafrika machten. Dort kamen sie aber zu spät. Im Zuge der Landung alliierter Streitkräfte in Italien leistete die Flottille Geleitdienste bei der Räumung Sardiniens, Korsikas und Elbas. Zur Jahreswende 1943/1944 verlegte sie in die Adria. Stützpunkte waren Fiume und Pola. Sie leistete Geleitdienste und sicherte etliche Minenunternehmungen entlang der Küste Kroatiens bis zur Kapitulation im Mai 1945. Selbstversenkung der letzten Boote am 2. Mai 1945 in der Mündung des Tagliamento. – Nach dem Krieg wurden Reste der Flottille von der jugoslawischen Marine übernommen und zum Minenräumen in der Adria eingesetzt [A].
KTBs 09.1942 bis 02.1945 ausgewertet von 'Ede Koslowski'