CURITYBA



Name : CURITYBA
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, Flensburg
Baunummer : 306
Baujahr : 1911
Stapellauf : 14.03.1911
Besitzer : Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg
Unterscheidungssignal : DOBN


Größe : 4932 BRT
Größe : 3053 NRT
Länge : 128,30 m
Breite : 16,47 m
Tiefgang : 8,80 m
Leistung : 2800 PSi 12,0 kn
Motortyp : Dampfmaschine
Besatzung : 41
Passagiere : -
Staffel : 1. Seetransportstaffel
Erfassung für Weserübung : 07.03.1940
Abgangshafen : Stettin
Ausgelaufen : 06.04.1940
Bestimmungshafen : Bergen
Angekommen : 11.04.1940
Ende des Einsatzes : 03.06.1940
Rückgabe an Reederei : ja
Andere KM-Verwendung : nein
1911, Mai 11.: An den Norddeutschen Lloyd als HOLSTEIN (QJVS / QLJT) abgeliefert. Vermeßen mit: 4932 BRT / 3053 NRT / 8300 tdw. Antrieb: eine 3-zyl. 3-fach Exp. Dampfmaschine - Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, Flensburg. Heimathafen Bremen. Im Dienst nach Südamerika eingesetzt.
1914,Aug. 00.: In Iquique aufgelegt.
1918,Sep. 26.: Kuzfristig durch die Chilenen besetzt, die Maschine war vorher durch die Besatzung beschädigt worden.
1920,Aug. 29.: An Delfzijl von MEJILLONES im Schlepp. Reparatur in Bremerhaven, durfte aufgrund des "Columbus Abkommen" (bei beschleunigter Fertigstellung des 33.526-BRT-Passagierdampfers COLUMBUS zwecks Ablieferung an die Alliierten durfte der NDL sechs zur Auslieferung bestimmte Schiffe behalten, darunter dieses) behalten werden.
1921,Sep. 29.: An den Norddeutschen Lloyd.
1934,Jan. 01.: Neues Unterscheidungssignal DOBN.
1935,Mai 16.: An Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg. Heimathafen Bremen.
1937,Okt. 04.: Umbenannt in CURITYBA.
1939,Aug. 15.: Auf der Rückreise von Rosario - Montevideo nach Hamburg.
Aug. 30.: Auf Grund QWA 9 kehrte um und lief Pernambuco ein.
Sep. 21.: Nach Hamburg ausgelaufen, zeitweilig als niederländische HOUTMAN getarnt; zur Ladung gehörten neben 2400 Tonnen Getreide zahlreiche Wildtiere für Hagenbecks Tierpark.
Sep. 27.: Heimathafen nach Hamburg verlegt.
Okt. 10.: Deutsche Reederei GmbH., Hamburg.
Okt. 30.: In Hamburg über Andenes/Norwegen wohlbehalten eingetroffen.
1940,Jan. 23.-Feb. 24.: Heimathafen Bremen.
März 07.: Erfaßt Transporter für das Unternehmen "Weserübung" (1. Seetransportstaffe).
April 06.: Von Stettin (um 04:00 Uhr) nach Bergen ausgelaufen.
April 07.: Vor Varberg ca. 40 Seemeilen südlich Göteborg aufgelaufen jedoch wieder freigekommen. Leider keine Angaben zur Beschädigung. Ursache: Falls nautischer Unfall wurde dieser ggf. trotz der Erfassung durch die KM von der Versicherung geregelt. Sonst wurden die kleineren Schäden bis 1941 von den einzelnen Feststellungsbehörden geregelt.
April 10.: Um 10:00 Uhr lief der allein fahrende Dampfer mit Munition, Benzin und 450 Mann Fliegerspezialpersonal in den Oslofjord ein und wurde von der Bolærne Fort unter Feuer genommen. CURITYBA lief zurück und stellte sich unter Schutz der 7. V-Flottille. Um 18:00 Uhr lief Transporter HANAU in Oslofjord ein. Auch die HANAU suchte Schutz der 7. V-Flottille. Nach besprechung mit den Kapitänen der beiden Dampfer wurde diesen Befohlen, kurz nach Dunkelwerden in Schären hinter Torbjørns zu ankern. Zwei Vp-Boote wurden zu Bewachung abgestellt. Um 22:00 Uhr wird noch in den Oslofjord einlaufende Dampfer WANDSBEK von den Vp.-Booten aufgegriffen und zum Ankerplatz der beiden Transporter geleitet.
April 11.: Bei Hellwerden Befehl an drei Dampfer: Anker auf und in Kielwasser von V 702 laufen. Hinter den Transportern folgen V 703 und V 706. Um 10:00 Uhr auf Befehl B.S.O. müßen Vp-Boote umkehren und zum torpedierten Transporter IONIA laufen. Am Nachmittag CURITYBA, HANAU und WANDSBEK in Oslo fest.
April 15.: Aus Oslo ausgelaufen.
Mai 01./02.: An Oslo.
Mai 05.: CURITYBA nach Stettin ausgelaufen. Da die Rückreise nach Stettin durch die schwedischen Schären befohlen war, bleiben alle Marinesoldaten unter Deck. Die MG's wurden gebrauchsunfähig gemacht und die ausgebauten Teile samt Munition unter Deck verstaut. Ankern auf Reede vor Strömstad (auf Reede liegen weitere deutsche Dampfer CORDOBA, SANTOS, NATAL und ANHALT). Die Funkanlage wird versiegelt. Schwedische Kontrollofizere an Bord. Bei der Durchsuchung des Schiffes wurden die Fla-Waffen und Munition gefunden und somit "Das Befahren schwedischer Hoheitsgewässer (Schären) verboten". Anker auf und unter Lotsenführung nach Fredrikstad. Fredrikstad-Reede erreicht. In der nähe auf Reede Dampfer CORDOBA, SANTOS, NATAL und ANHALT denen die Durchfahrt durch schwedischen Schären auch Verboten worden war. Nach Verständigung mit den Kapitän des Dampfers SANTOS Schenk, wurde von diesem telefonische Meldung über Durchfahrverbot und die Rückkehr nach Fredrikstad an den Hafenkommandanten Oberf.z.See Zorn zur weitergabe an KMD-Oslo KKpt. Lehmann vorgenommen. Die Fla-Waffen wurden in Gebrauchzustand gebracht und Reichsdienstflagge gesetzt.
Mai 06.: Um 13:00 Uhr Oberf.z.See Zorn an Bord mit der Order von KMD-Oslo: Auf der Reede liegen bleiben und weitere Befehle abwarten.
Mai 08.: Dampfer CURITYBA Reise durch schwedische Sächern nach Stettin angetreten (KMD-Oslo Bekanntmachung: 1. Durchfahrt durch schwedisches Schärenfahrwasser auch für mit Fla-Waffen ausgerüstete Schiffe ist entgültig freigegeben. 2. Bei der Durchfahrt durch schwedisches Hoheitsgebiet haben sich die an Bord befindlichen Soldaten unter Deck aufzuhalten. 3. Für die Rückfahrt von Oslo ab, bis zum Verlassen schwedischen Hoheitsgebietes ist die Handelsflagge und nicht die Reichsdienstflagge zu setzen). Dampfer vor Strömstad Anweisung durch schwedischen Marine vor Anker zu gehen und die Funkanntene wegzunehmen. Schwedische Kontrollofiziere an Bord. Funkstation versiegelt. Dampfer nach Einsicht der Schiffspapiere abgefertigt. Zwei bewaffnete schwedische Matrosen bleiben an Bord. Lotse an Bord. Reise nach Stettin fortgesetzt.
Mai 15.: An Oslo.
Juni 03.: Rückgabe an die Reederei; kein Hinweis auf Schäden.
Juni 06.: Beim Luftangriff auf Hamburg 7 leichtverletzte Marinesoldaten bei CURITYBA und KRETA.
Aug. 09.: Neu erfaßt für das Unternehmen "Seelöwe". Kennung A 42.
Aug. 25.: Kollision mit norw. Dampfer TORAFIRE auf der Elbe bei Schellenkuhlen. (Seeamt) Kollision mit Dampfer STEINBEK in Kieler Förde (lt. KMD-Hamburg).
Kollision mit D STEINBEK in Kieler Förde (lt. KMD Hbg.)
Sep. 10.: An Antwerpen.
Sep. 14.: In Antwerpen Bombenschäden nach britischen Luftangriff.
Nov. 13.: Zur Rückgabe aus Antwerpen in Ballast nach Hamburg ausgelaufen. (lt. andere Quellen am 13.11. an die Reederei zurück gegeben).
1941: Neu Erfaßt als Norwegentransporter.
Aug. 13.: Von Hamburg nach Oslo in Marsch gesetzt.
Aug. 27.: Dampfer CURITYBA und HOHENHÖRN im Geleit CELLE um 13:50 Uhr von Süden kommend in Bergen ein. Um 21:45 Uhr mit angehängten Dampfern ELISABETH BORNHOFEN und POMMERN nach Norden ausgelaufen.
Nov. 15.: Von Kiel nach Petsamo ausgelaufen.
Nov. 28.: An die Reederei zurück gegeben.
1942,April 29.: Im Varangerfjord 10 Seemeilen südlich Vardø im Geleitzug mit BELPAMELA auf der Reise Kirkenes - Kiel/Holtenau mit Erz und 2 Hilfsminensuchbooten M 5403 (ZWERG 3) und M 5407 (ZWERG 7) am Bord (54. MFltl.), Geleitet von U-Jägern CHERUSKER, FRANKE, NORDRIFF vom russischen U-Boot M-171 topediert und versenkt (Position 70.07,5 N / 30.34 O), 22 Tote.
Das Wrack wurde in den 90-zieger Jahren gefunden und liegt in 110 meter Tiefe.

Bemerkung:
"Es gibt fälschlicherweise Berichte wonach CURITYBA am 10.04.40 in Oslofjord von norwegischen Küstenartillerie versenkt worden sei.
Mit Sicherheit ein großer Schaden vor allen Dingen eine Versenkung inkl. Bergung beim Kriegsschädenamt für die Seeschiffahrt aktenkundig geworden. Kein Verlust in OKM - Verlustliste; RVM - Verluste und Beschädigung; KTB KMD-Hamburg 1940.
ASA: Am 29.04.1942 sowj. U-Boot M-171 (19:26 Uhr) mit 2 Torpedos Angegriffen und getroffen. CURITYBA sank mit Hilfsminensuchern M 5403 (Zwerg 3 und M 5407 (Zwerg 7). 20 Wabo geworfen, 11x 88mm Geschütz gefeuert. (Pos. 70.07n / 30.34e).
1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
4:Nachlass Gerhard Koop - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
12:Bestand R 147 Reichskommissars für die Seeschiffahrt
13:Bestand R 5 Reichsverkehsverkehrsministerium
14:Archiv Theodor Dorgeist
15:Lloyds Register of Shipping 1916-1988
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
18:Ludwig Dinklage / Hans Jürgen Witthöft - Die Deutsche Handelsflotte 1939 - 1945
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
34:Lloyd’s War Losses 1939-1945 (-1957) Bd. 1 + 2, London 1989, 1991
42: A.Kludas Die Schiffe der Hamburg Süd 18711951, Oldenburg 1976
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
44:K. H. Schwadtke Deutschlands Handelsschiffe 1939- 1945, Oldenburg 1974
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
51:Geheime Ostsee Tagesbefehle
57:OKM - Verlustlisten
Eingefügt am : 17.07.2012
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 16.02.2017
Geändert von : Christoph Fatz
Änderung : -17.07.2012 Christoph Fatz- Datensatz eingestellt
-31.07.2013 Christoph Fatz, ergänzt bzw. neu: 7./10./11.04.40
-20.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 23.05.40
-16.10.2013 Peter Kreuzer: externen Bildlink 1 eingefügt
-24.01.2014 Christoph Fatz, Text überarbeiten
-16.02.2017 Christoph Fatz, eingefügt: 05.-08.05.40