BAHIA CASTILLO



Name : BAHIA CASTILLO
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : Short Brothers Ltd., Pallion Sunderland
Baunummer : 395
Baujahr : 1918
Stapellauf : 11.04.1918
Besitzer : Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg
Unterscheidungssignal : DOFT


Größe : 8579 BRT
Größe : 5344 NRT
Länge : 137,01 m
Breite : 17,46 m
Tiefgang : 12,42 m
Leistung : 3250 PSi 11,0 kn
Motortyp : Dampfmaschine
Besatzung : 48
Passagiere : -
Staffel : -
Erfassung für Weserübung : 13.03.1940
Abgangshafen : ?
Ausgelaufen : 00.04.1940
Bestimmungshafen : Oslo
Angekommen : 15.04.1940
Ende des Einsatzes : 21.05.1940
Rückgabe an Reederei : ja
Andere KM-Verwendung : nein
1918,Okt. 18.: An die Reederei Prince Line Ltd., Newcastle, (mgrs. Furness, Withy & Co. Ltd.) als GAELIC PRINCE abgeliefert.
1926,Okt. 14.: In Barry an DDG "Hansa", Bremen. Vermeßen mit: 8579 BRT / 5344 NRT / 9900 tdw. Antrieb: eine 4-zyl. 4-fach Exp. Dampfmaschine - Short Brothers Ltd., Pallion Sunderland (3250 PS).
Nov. 10.: In RHEINFELS (QMCV) umbenannt. Heimathafen Bremen.
1938,Juni 08.: An Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg. Im Frachtdienst Hamburg-Südamerika eingesetzt.
1939,Jan. 30.: Umbenannt in BAHIA CASTILLO. Heimathafen Hamburg.
Aug. 27.: Auf der Rückreise von Santos nach Hamburg, Santa Cruz de Tenerife eingelaufen.
Aug. 29.: BAHIA CASTILLO aus Santa Cruz nach Deutschland ausgelaufen, zeitweise getarnt als niederländische CASTILL.
Sep. 16.: BAHIA CASTILLO in Murmansk eingetroffen.
Okt. 13.: Nach Hamburg ausgelaufen.
Okt. 24.: An Hamburg (über Tromsø - Lødingen - Bergen - Haugesund).1940,März 13.: Erfaßt durch KMD-Hamburg (00:00 Uhr) als Transporter für das Unternehmen "Weserübung". Vorgesehen für Ausfuhrstaffel, ersetzt durch MAIN. Reserveschiff für 3.Seetransportstaffel.
April 15.: An Oslo.
April 16.: Aus Oslo ausgelaufen.
April 27.: BAHIA CASTILLO und WESTSEE um 16:23 Uhr aus Oslo ausgelaufen, als Geleitschutz Vp-Boote V 702 und V 706. Gegen 00:00 Uhr unbekannte Fahrzeuge in Sicht. Der Geleitzug läuft direkt in einen Herankommenden Geleitzug hinein. Die Rammpositionen werden jedoch von den Kommendanten gut gemeistert und der Geleitzug trotz Dunkelheit ohne Scheinwerfergebrauch schnell wieder sammelt.
April 28.: Beide Dampfer um 20:00 Uhr vor Hals-Barre gestoppt und nach übernahme der Lotsen entlassen.
Mai 01.: Um 8:00 Uhr BAHIA CASTILLO im Geleitzug mit BUENOS AIRES, KRETA und WIEGAND von Aalborg (mit Gebirgsjägern) nach Oslo ausgelaufen, als Geleitschutz 1 Torpedoboot T 157 und 6 Minensuchboote der 2.MFltl. Um 19:26 südöstlich von Skagen durch einen Torpedotreffer des brit. U-Bootes NARWHAL schwer beschädigt (Ruder und Schrauben abgeschoßen) blieb schwimmfähig (Position 57.42 N / 10.54 O). Auf Befehl der Gruppe Ost laufen alle in Frederikshaven liegende R-Flottillen, 11.M-Flottille und die Schlepper PASSAT und ORKAN aus. Auch die vor den Hafen liegenden Boote der 15.Vp-Flottille und in See befindlichen Boote der 13.Vp-Flottille erhalten den Befehl mit höhster Fahrt zu Unglücksstelle zu laufen. BAHIA CASTILLO von Schlepper PASSAT nach Frederikshavn abgeschleppt, V 307 und V 309 begleiten den Dampfer bis nach Halskov-Rev Feuerschiff. In Frederikshaven 32 Tote (Gebirgsjäger) und 60 Pferdeleichen geborgen. Auch BUENOS AIRES wird getroffen und sinkt 3 Stunden später.
Mai 08.: Von Frederikshavn im Schleppzug mit PASSAT und VOLKER geschützt durch V 307 und V 309 nach Kiel ausgelaufen.
Mai 11.: Um 02:45 Uhr Schleppzug in Kiel eingelaufen.
Mai 21.: Durch KMD-Hamburg in beschädigten Zustand an Reederei zurück gegeben.
Aug. 31.: Für 130.000 RM an Firma Walter Ritscher, Hamburg zum Abbruch verkauft.
Sep. 18.: Abbruch begonnen.

Bemerkung:
Lt. Meldung F.d.V.Ost an B.S.O.: BAHIA CASTILLO transportierte 1000 Mann und 390 Pferde, BUENOS AIRES 1000 Mann und 220 Pferde, KRETA 477 Mann 196 Pferde.
Lt. KTB der 2.Gebiergsjäger Division, Gesamtzahl der Gefallenen und Vermießten auf BAHIA CASTILLO und BUENOS AIRES, etwa 40-50 Mann. Verwundeten 50 - 60 Mann.
Laut ASA: Am 01.05.40 (18:25 Uhr) 6 Torpedos Geschossen. BAHIA CASTILLO und BUENOS AIRES wurden zunächst auf den Haken genommen und abgeschleppt. Konstruktiver Totalverlust.


1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
4:Nachlass Gerhard Koop - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
12:Bestand R 147 Reichskommissars für die Seeschiffahrt
13:Bestand R 5 Reichsverkehsverkehrsministerium
14:Archiv Theodor Dorgeist
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
18:Ludwig Dinklage / Hans Jürgen Witthöft - Die Deutsche Handelsflotte 1939 - 1945
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
42: A.Kludas Die Schiffe der Hamburg Süd 18711951, Oldenburg 1976
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
Eingefügt am : 19.07.2012
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 27.06.2016
Geändert von : Christoph Fatz
Änderung : -19.07.2012 Christoph Fatz- Datensatz eingestellt
-30.07.2012 T. Reich Dokument 1 eingefügt
-11.04.2013 Christoph Fatz, Quellen eingefügt
-26.07.2013 Christoph Fatz, eingefügt: ...V 307 und V 309 begleiten den Dampfer bis nach Halskov-Rev Feuerschiff.
-01.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 27./28.04.1940
-27.06.2016 Christoph Fatz, ergänzt: 14.10.26