BLÜCHER



Name : BLÜCHER
Schiffstyp : Schwerer Kreuzer
Bauwerft : Deutsche Werke, Kiel
Baunummer : 246
Baujahr : 1936
Stapellauf : 00.00.0000
Besitzer : Deutsche Kriegsmarine
Forum o. Link: https://s3.amazonaws.com/NARAprodstorage/lz/dc-metro/rg-242/315246058/T1022/T1022-2857/T1022-2857.pdf


Größe : 18.200 ts
Größe : 16.170 ts
Länge : 205,9
Breite : 22,0
Tiefgang : 7,2
Leistung : 181.821 PSw
Motortyp : 3 B&V Dampfturbinen (Ölfeuerung)
Besatzung : 40,1289
Passagiere : 882
Staffel : Kriegsschiffgruppe 5
Abgangshafen : Swinemünde
Ausgelaufen : 07.04.1940
Bestimmungshafen : Oslo
Angekommen : 00.00.0000
Ladung : Teile der 163. Infanterie-Division (Gen.Major Engelbrecht) mit Stab
Ende des Einsatzes : 09.04.1940
Andere KM-Verwendung : nein
1939 Sep. 20.: Indienststellung in Kiel. Kommandant Kapitän zur See Heinrich Woldag.
1939 Sep. 22. bis 1940 März 30.: Erprobung- und Ausbildungszeit. Klarschiffübungen, Leckwehrübungen, Maschinengefechtsdienst und Schießen der schweren Artillerie hatten noch nicht stattgefunden; sie waren im Laufe des April geplant. Die bestehenden Ausbildungs-Defizite wurden dem OKM am 7. April gemeldet.
1940 April 05.: Verlegung von Kiel nach Swinemünde.
1940 April 06.: In Swinemünde Bereitstellung der Kriegsschiffgruppe 5 (KAdm Kummetz), bestehend aus dem Schweren Kreuzer BLÜCHER, dem Leichten Kreuzer EMDEN (Kpt.z.S. Lange), den T-Booten ALBATROS, KONDOR und MÖWE, der 1. Räumbootflottille (Kptlt. Forstmann) mit R 17, R 18, R 19, R 20, R 21, R 22, R 23, R 24 und den Walfangbooten RAU 7 und RAU 8. Der Schwere Kreuzer LÜTZOW trat, durch den KW-Kanal kommend, erst in der Kieler Bucht zur Gruppe.
1940 April 06./07.: In der Nacht Einschiffung von etwa 800 Mann Heerestruppen (siehe Ladung) samt 31 Tonnen Ausrüstung. Schwimmwesten wurden aus Tarnungsgründen nicht an Bord genommen.
1940 April 07.: Um 06:00 Auslaufen des Verbandes nach der Strander Bucht.
1940 April 08.: Um 03:00 Anker auf zum Marsch durch den Großen Belt.
1940 April 08.: Um 19:00 verfehlte das britische U-Boot TRITON vor Skagen mit 10 Torpedos beide Kreuzer.
1940 April 09.: Um 00:15 erreichte BLÜCHER Oslofjord, wird von beiden Seiten des Fjords her von Scheinwerfern erfasst.
1940 April 09.: Um 01:00 wurden 150 Mann der 5.Kompanie/Inf.Regt. 307 planmäßig auf ein Räumboot ausgeschifft .
1940 April 09.: Um 03:30 Detachierung der Horten-Gruppe (KONDOR, ALBATROS, R 17, R 21 ).
1940 April 09.: Um 04:40 Lichtsperre eines norwegischen Bewachungsfahrzeugs durchbrochen.
1940 April 09.: Um 05:19 erreichte BLÜCHER als Spitzenschiff der Gruppe das an der Dröbak-Enge gelegene Fort Oscarsborg. Auf eine Entfernung von 600 Meter eröffnete das Fort schweres 28-cm-Artilleriefeuer auf den im engen Fahrwasser langsam laufenden Kreuzer. Es brachen sofort mehrere Brände aus. Flugzeughangar, an Deck gestapelte Heeresmunition und Benzintanks für Motorräder standen in Flammen; die Feuerleitanlage der BLÜCHER fiel aus. Auf 400 Meter Entfernung erhielt der Kreuzer von der Torpedo-Batterie Kaaholm zwei Treffer, die den Ausfall beider Maschinen zur Folge hatte. Das Schiff warf östlich von Alkholmene Anker. Dort konnten es die Geschütze des Forts nicht mehr erreichen, doch war es nicht möglich, den Brand einzudämmen. Um 07:23 kenterte BLÜCHER nach einer Explosion und sank. Von 1329 Mann Besatzung und 882 Mann Landungstruppen verloren etwa 300 Marine- und 700 Heeressoldaten ihr Leben (genaue Zahlen sind offenbar nie festgestellt worden, selbst Schätzungen gehen weit auseinander).
1940 April 09.: Noch am Abend wurden unter der Führung von Gen.Maj. Engelbrecht mit den überlebenden Soldaten der Landungstruppen das Fort Oscarsborg und die Batterien an der Dröbak-Enge niedergekämpft und besetzt. Für diese Leistung seiner Truppe wurde Erwin Engelbrecht das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. November 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert.
1953: Drei aus wertvoller Bronze bestehenden Propeller der BLÜCHER geborgen.
1994: Über 1.600 Tonnen Öl abgepumpt, nachdem über Jahrzehnte hinweg an der Untergangsstelle immer ein Ölfilm auf dem Wasser zu sehen war. Doch noch immer sollen mehrere tausend Liter an Bord des Wracks sein und die Umwelt bedrohen, da das Wrack auseinanderbrechen oder durch die langsame Verrostung leck werden könnte.
1994/1995: Zwei Anker der BLÜCHER geborgen.
2014: Wrack der BLÜCHER vom norwegischen "Riksantikvaren" temporär unter Denkmalschutz gestellt.

Crewliste BLÜCHER

Folgende Verluste an eingeschifften Truppen sind uns bekannt:
→ Verlustliste Heeressoldaten Schwerer Kreuzer Blücher
111:Gröner/Jung/Maass, Die deutschen Kriegsschiffe 1915-1945, Band 1, S.95/96
112:Hildebrand/Lohmann: Kriegsmarine 1939-1945. Kapitel 52, S.25
113:Hildebrand/Röhr/Steinmetz, Die deutschen Kriegsschiffe - Biographien: "Schwerer Kreuzer BLÜCHER".
114:Rohwer/Hümmelchen, Chronik des Seekrieges 1939-1945: 9.4.1940 Norwegen
115:https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/E/EngelbrechtErwin.htm
116:https://en.wikipedia.org/wiki/Oscarsborg_Fortress#Second_World_War
117:Fahrt- und Gefechtsbericht BLÜCHER zum 7.-9. April 1940, PG 47900, NARA T1022-2857, Scan 272 ff [Link]
118:https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%BCcher_(Schiff,_1939)
Eingefügt am : 01.11.2025
Eingefügt von : Thomas Weis
Letzte Änderung : 29.12.2025
Geändert von : Thorsten Reich
Änderung : - 01.11.2025 Datensatz gem. [111] bis [114] und [117] erstellt.
-29.12.2025 T. Reich Verlustliste Heerestruppen in die Chronik eingefügt