UTLANDSHÖRN



Name : UTLANDSHÖRN
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : J. Frerichs & Co. AG, Einswarden
Baunummer : 479
Baujahr : 1928
Stapellauf : 00.12.1927
Besitzer : Hansegesellschaft Aschpurwis & Veltjens, Hamburg
Unterscheidungssignal : DJZT


Größe : 2643 BRT
Größe : 1534 NRT
Länge : 105,00 m
Breite : 14,05 m
Tiefgang : 6,69 m
Leistung : 1600 PSi 12,0 kn
Motortyp : Dampfmaschine
Besatzung : 32
Passagiere : -
Staffel : 3.Seetransportstaffel
Erfassung für Weserübung : 25.10.1939
Abgangshafen : Kiel
Ausgelaufen : 13.04.1940
Bestimmungshafen : Oslo
Angekommen : 15.04.1940
Ende des Einsatzes : 08.06.1940
Rückgabe an Reederei : nein
Andere KM-Verwendung : nein
1918,Jan. 24.: An die Reederei Robert M.Sloman jr., Hamburg als TARRAGONA (RGPD) abgeliefert. Vermeßen mit: 2643 BRT / 1534 NRT / 4400 tdw. Antrieb: eine 3-zyl. 3-fach Exp. Dampfmaschine - C. Frerichswerft A.G., Einswarden. Heimathafen Hamburg.
1934,Jan. 01.: Neues Unterscheidungssignal DHXP.
1937,Sep. 06.: An Hanseatica Aschpurwis & Veltjens, S.A., Panama, umbenannt in GOLFO DE DARIEN. Bis März 1939 Spanien Transporter. Tarnname für FT- und Schriftverkehr: „Mayari“.
1939,April 17.: Umbenannt in UTLANDSHÖRN, jetzt Hansegesellschaft Aschpurwis & Veltjens, Hamburg.
Juni 09.: Erfaßt durch KMD-Hamburg (00:00 Uhr) für Seetransportabteilung als Truppentransporter Ostpreußen.
Okt. 17./18.: Reval - Danzig, Rückwanderertransport (625 Übersiedler aus Estland).
Okt. 25.: Vom RVM an KMD-Königsberg.
Dez. 03.: An Leningrad.
Dez. 12.: Leningrad - Pillau.
1940: Vorgesehen als Transporter für Operation "Weserübung" (3.Seetransportstaffel).
April 13.: Zwischen 11:00 und 17:00 Uhr laufen elf Transporter der 3.Seetransportstaffel aus Kiel-Holtenau nach Oslo aus, u.a. die 3.Geleitgruppe mit den Dampfern UTLANDSHÖRN und URUNDI. Um 14:00 Uhr verläßt 11.Minensuchflottille mit allen Booten Kiel und übernimmt um 19:10 Uhr bei Kjels Nor das Geleit für die 3.Geleitgruppe. Auf der Fahrt durch den Großen Belt nach Norden wird das Minensuchboot M 1108 um 23:45 Uhr von dem dänischen Dampfer SCANDIA gerammt und sinkt auf 28 m Wassertiefe ca. 4,5 sm östlich Snöde Öre auf Langeland. M 1107 wird aus Geleit zur Rettung entlassen und kann die Besatzung des Havaristen bis auf einen Mann übernehmen. Nach Rettung der Besatzung von M 1108 schließt sich M 1107 am 14.04. der letzten Geleitgruppe der 3.Seetransportstaffel an. Die anderen Boote der 11.Minensuchflottille fahren als U-Boots- und Geleitsicherung mit den beiden Transportern weiter.
April. 14.: UTLANDSHÖRN und URUNDI treffen mit sechs Booten der 11.Minensuchflottille am späten Abend vor dem Oslofjord ein. Trotz Nichtbrennens der Feuer und diesigem Wetter wird versucht, sich einer vermeintlichen U-Bootsverfolgung durch Einlaufen in den Oslofjord zu entziehen. Hierbei gerät der Geleitzug in die norwegischen Schären.
"April 15.: Um 00:50 Uhr läuft M 1101 auf den größten Teils unter Wasser liegenden Felsen Hellene bei Tjöme. Das Boot wird an der Steuerbordseite vom Mannschaftsraum über den Kessel- bis zum Maschinenraum aufgerissen. Es legt sich nach Backbord um 45° über und vier Mann werden über Bord gespült, von denen drei gerettet werden können. Alle Beiboote werden ausgesetzt, da das Vorschiff sofort voll Wasser läuft. Alle Mann verlassen während des Sinkens das Schiff. M 1101 sinkt um 01:15 Uhr. Wenige Minuten später, 00:55 Uhr, gerät M 1105 mit dem Steven ebenfalls auf ein Riff und erhält mittschiffs an der Steuerbordseite beim Seitenbunker ein Leck. Das Boot kommt anschließend wieder frei. In der allgemeinen Verwirrung hält M 1104 bei dem diesigen Wetter und der Dunkelheit um 01:03 Uhr ein von Wellen umspültes Riff für ein U-Boot. Nach einer Aufforderung zur Abgabe des Erkennungssignals, die unbeantwortet bleibt, gibt M 1104 U-Bootsalarm und setzt zum Rammstoß an. Die Ramming des Felsens ruft eine Leckage im Kettenkasten und in den Speisewassertanks 2 und 4 an der Steuerbordseite hervor. Nach Beendigung der Rettungs- und Sicherungsarbeiten um 02:30 Uhr ankert die Flottille. M 1103 übernimmt die Hilfeleistung und Überwachung des bei einem Ausweichmanöver ebenfalls auf einem Felsen festgeratenen Dampfers URUNDI. Von der 19.Minensuchflottille werden die Boote M 1901, M 1903, M 1905 und M 1908 zur Hilfeleistung entsandt. Nach deren Eintreffen gehen M 1104 und M 1105 um 08:43 Uhr Anker auf und dampfen unter Führung von M 1908 nach Oslo ein. Die restlichen Boote und Dampfer UTLANDSHÖRN lichten die Anker um 09:00 Uhr und laufen unter Führung von M 1905 nach Oslo. Zur Sicherung und und zum Schutz des Dampfers URUNDI bleiben befehlsgemäß M 1901 und M 1903 vor Ort. Gegen 18:00 Uhr wird UTLANDSHÖRN auf Oslo-Reede entlassen und die restlichen Boote der Flottille machen im Hafen von Oslo fest.

"
April 22.: Aus Oslo ausgelaufen.
Mai 01.: In Oslo eingelaufen.
Mai 03/05.: Oslo - Stettin.
Mai 08.: MEMEL gesichert durch V 305, V 302, V 306 und V 308 verlässt die Aarhus-Reede Richtung Oslo. Vor Halskov-Rev schließen sich dem Geleitzug Dampfer UTLANDSHÖRN und HEDWIGSHÜTTE an.
Mai 15.: An Oslo.
Juni 02.: Dampfer BOCHUM, UTLANDSHÖRN, schwedische Prise EDDA sowie V 303, V 304, V 305, V 306, V 307, V 308 verlassen um 16:00 Uhr Oslo. Vp-Boote V 305, V 306, V 307, V 308 bilden mit schnellen deutschen Dampfern einen Geleitzug, während die langsamere EDDA von V 303 und V 304 geleitet wird.
Juni 03.: Beim einlaufen in Lieu-Fjord (Hals) werden die BOCHUM und UTLANDSHÖRN entlassen. Die Vp-Boote machen in Aalborg fest.
Juni 14.: UTLANDSHÖRN in Oslo eingelaufen.
Juni 24.: Transporter PARANAGUA, BELGRANO, UTLANDSHÖRN und ILLER gesichert durch 7 Boote der 9.Vp.-Flottille verlassen um 15:00 Uhr Lysackerfjord Richtung Aalborg.
Juni 25.: Kabelleger NEPTUN mit Kabelleichter HOHEWEG im Schlepp wird (um 22:05 Uhr) in den Geleitzug aufgenommen, als Nr.2 BELGRANO erhält Nr.4. Die Handelsschiffe fahren in einfacher Dwarslinie.
Juni 26.: Kabelleger NEPTUN und Kabelleichter HOHEWEG um 04:00 Uhr aus dem Geleit entlassen und von anderen Geleitbooten übernommen. Um 14:30 Uhr Geleitzug aufgelöst. UTLANDSHÖRN ca. 17:30 Uhr auf Aalborg-Reede vor Anker.
Sep. 03.: Dampfer UTLANDSHÖRN im Geleit des Torpedobootes T 4 und vier Booten der 17.Vp.-Flottille mit 312 Überlebenden und 152 Toten des Truppentransporters PIONIER am Nachmittag in Frederikshavn eingelaufen.
1941,Mai 26.: UTLANDSHÖRN läuft im Geleit des Vp-Bootes V 5501/SEETEUFEL von Süden kommend um 20:10 Uhr in Bergen ein.
Mai 28.: UTLANDSHÖRN ohne Geleit um 05:35 Uhr von Bergen nach Süden ausgelaufen.
Juli 14.: UTLANDSHÖRN und ERNST L. M. RUSS laufen in Sammelfahrt um 19:35 Uhr von Bergen nach Norden aus. Ab Maaløy Geleitet durch Vp-Boot V 5102/DONNER.
Nov. 04.: Dampfer BAHIA, SCHILLINGHÖRN, UTLANDSHÖRN und ital. GRACIELLA geleitet durch M 15, M 17, M 22, M 29 und M 30 im Barentssee auf dem Marsch nach Kirkenes von brit U-Boot TRIDENT gesichtet. U-Boot wird vom M-Boot entdeckt und muß Angriff vorzeitig abbrechen.
1942,März 16.: Vor Petsamo durch Minentreffer in einer von russischen TKA’s gelegten Sperre beschädigt und auf Sandbank gesetzt (Pos. 69.41 N / 31.27 O). Später geborgen und repariert. 17 tote.
Sep. 17.: Vor Egersund von brit. Flugzeugen angegriffen und nach Bombentreffer gesunken.

Bemerkung:
Laut ASA: Am 04.11.41 Konvoi mit 3 Frachtern und 3 M-Booten gesichtet. TRIDENT wurde um 9.14 MEZ von M-Boot entdeckt. Angriff vorzeitig abgebrochen (Pos. 71.05n 26.55e).
1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
12:Bestand R 147 Reichskommissars für die Seeschiffahrt
14:Archiv Theodor Dorgeist
15:Lloyds Register of Shipping 1916-1988
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
29:E. Gröner - Tachenbuch der Handelsflotten 1940 und 1942
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
44:K. H. Schwadtke Deutschlands Handelsschiffe 1939- 1945, Oldenburg 1974
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
51:Geheime Ostsee Tagesbefehle
57:OKM - Verlustlisten
Eingefügt am : 03.08.2012
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 14.02.2017
Geändert von : Schreibfehler-Korrekturen
Änderung : -03.08.2012 Christoph Fatz- Datensatz erstellt
-26.07.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 8.05./2.06.-3.06.40
-23.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 15.05.40
-10.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 5.11.41/Bemerkung + Quellen
-22.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 1.05./14.06.40
-02.01.2014 T. Reich Bilder 1-2 eingefügt
-24.01.2014 Christoph Fatz, eingefügt: 26.05.-14.07.41
-03.06.2014 Christoph Fatz, eingefügt: 03.09.40
-08.02.2017 Christoph Fatz, eingefügt:
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