URUNDI



Name : URUNDI
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : Blohm & Voss KG a. Akt., Hamburg
Baunummer : 385
Baujahr : 1920
Stapellauf : 27.07.1920
Besitzer : Deutsche Ostafrika-Linie (DOAL), Hamburg
Unterscheidungssignal : DHYL


Größe : 5791 BRT
Größe : 3569 NRT
Länge : 127,58 m
Breite : 17,13 m
Tiefgang : 7,80 m
Leistung : 3000 wPS 11,5 kn
Motortyp : Turbine
Besatzung : 50
Passagiere : 12
Staffel : 3.Seetransportstaffel
Erfassung für Weserübung : 29.03.1940
Abgangshafen : Kiel
Ausgelaufen : 13.04.1940
Bestimmungshafen : Oslo
Angekommen : 15.04.1940
Ende des Einsatzes : 16.04.1940
Rückgabe an Reederei : ja
Andere KM-Verwendung : nein
1920,Nov. 02.: An die Reederei als URUNDI (RWTQ) abgeliefert. Vermeßen mit: 5791 BRT / 3569 NRT / 9270 tdw. Antrieb: eine Turbine mit Rädergetriebe - Blohm & Voss KG a. Akt., Hamburg. Heimathafen Hamburg. Erster Neubau der DOAL nach dem I. Weltkrieg.
Nov. 05.: Jungfernreise Hamburg - Nordamerika, dann Ostafrikadienst.
1928,Feb. 28.: URUNDI von Bremen nach Walfischbucht ausgelaufen.
1934,Jan. 01.: Neue Unterscheidungssignal DHYL.
1938,Sep. 25.: URUNDI von Bremen nach Walfischbucht ausgelaufen.
1939,Juli 10.: Erfaßt durch KMD-Hamburg (ohne Uhrzeit) als Truppentransporter Ostpreußen.
Juli 15.: Hamburg - Stettin.
Okt. 06.: An RVM.
Dez.: Riga - Danzig Rückwanderertransport (1125 Übersiedler aus Lettland)
Dez. 10.: Von Riga an Hamburg.
Dez. 20.: Von RVM an KMD-Hamburg übergeben (ohne Uhrzeit).
1940,März 08.: Erfaßt durch KMD-Hamburg (8:00 Uhr) für das Unternehmen "Weserübung" (3.Seetransportstaffel).
April 13.: Zwischen 11:00 und 17:00 Uhr laufen elf Transporter der 3.Seetransportstaffel aus Kiel-Holtenau nach Oslo aus, u.a. die 3.Geleitgruppe mit den Dampfern URUNDI und UTLANDSHÖRN. Um 14:00 Uhr verläßt 11.Minensuchflottille mit allen Booten Kiel und übernimmt um 19:10 Uhr bei Kjels Nor das Geleit für die 3.Geleitgruppe. Auf der Fahrt durch den Großen Belt nach Norden wird das Minensuchboot M 1108 um 23:45 Uhr von dem dänischen Dampfer SCANDIA gerammt und sinkt auf 28 m Wassertiefe ca. 4,5 sm östlich Snöde Öre auf Langeland. M 1107 wird aus Geleit zur Rettung entlassen und kann die Besatzung des Havaristen bis auf einen Mann übernehmen. Nach Rettung der Besatzung von M 1108 schließt sich M 1107 am 14.04. der letzten Geleitgruppe der 3.Seetransportstaffel an. Die anderen Boote der 11.Minensuchflottille fahren als U-Boots- und Geleitsicherung mit den beiden Transportern weiter.
April. 14.: URUNDI und UTLANDSHÖRN treffen mit sechs Booten der 11.Minensuchflottille am späten Abend vor dem Oslofjord ein. Trotz Nichtbrennens der Feuer und diesigem Wetter wird versucht, sich einer vermeintlichen U-Bootsverfolgung durch Einlaufen in den Oslofjord zu entziehen. Hierbei gerät der Geleitzug in die norwegischen Schären.
April 15.: Um 00:50 Uhr läuft M 1101 auf den größten Teils unter Wasser liegenden Felsen Hellene bei Tjøme. Das Boot wird an der Steuerbordseite vom Mannschaftsraum über den Kessel- bis zum Maschinenraum aufgerissen. Es legt sich nach Backbord um 45° über und vier Mann werden über Bord gespült, von denen drei gerettet werden können. Alle Beiboote werden ausgesetzt, da das Vorschiff sofort voll Wasser läuft. Alle Mann verlassen während des Sinkens das Schiff. M 1101 sinkt um 01:15 Uhr. Wenige Minuten später, 00:55 Uhr, gerät M 1105 mit dem Steven ebenfalls auf ein Riff und erhält mittschiffs an der Steuerbordseite beim Seitenbunker ein Leck. Das Boot kommt anschließend wieder frei. In der allgemeinen Verwirrung hält M 1104 bei dem diesigen Wetter und der Dunkelheit um 01:03 Uhr ein von Wellen umspültes Riff für ein U-Boot. Nach einer Aufforderung zur Abgabe des Erkennungssignals, die unbeantwortet bleibt, gibt M 1104 U-Bootsalarm und setzt zum Rammstoß an. Die Ramming des Felsens ruft eine Leckage im Kettenkasten und in den Speisewassertanks 2 und 4 an der Steuerbordseite hervor. Nach Beendigung der Rettungs- und Sicherungsarbeiten um 02:30 Uhr ankert die Flottille. M 1103 übernimmt die Hilfeleistung und Überwachung des bei einem Ausweichmanöver ebenfalls auf einem Felsen festgeratenen Dampfers URUNDI. Von der 19.Minensuchflottille werden die Boote M 1901, M 1903, M 1905 und M 1908 zur Hilfeleistung entsandt. Nach deren Eintreffen gehen M 1104 und M 1105 um 08:43 Uhr Anker auf und dampfen unter Führung von M 1908 nach Oslo ein. Die restlichen Boote und Dampfer UTLANDSHÖRN lichten die Anker um 09:00 Uhr und laufen unter Führung von M 1905 nach Oslo. Zur Sicherung und zum Schutz des Dampfers URUNDI bleiben befehlsgemäß M 1901 und M 1903 vor Ort. Dampfer abgeborgen und nach Oslo gebracht. Dazu Eintrag bei KMD-Hamburg: +15.04. (jedoch durchgestrichen und eingebracht geschrieben, muß also doch ein großer Schaden gewesen sein!?)
April 18.: Dampfer liegt mit 21° Schlagseite Bb.- achtern auf dem Rif. Um 15:40 Uhr kommt Vorpostenboot V 708 längsseits und birgt von Dampfer mehrere LKW's und setzt sie an Land.
April 25.: Ladung bis auf eine Protze und 40 Pferde geborgen. Bergung Dampfer selbst durch norwegische Bergungsgesellschaft eingeleitet.
Mai 16.: Frachter URUNDI wieder flott wird nach Sandefjord zur Reparatur eingeschleppt.
Aug. 00.: Erfaßt (00:00 Uhr) für das Unternehmen "Seelöwe". Kennung A 18.
1941,Mai 10.: Neu erfaßt (00:00 Uhr).
Juni 00.: In Rahmen der Operation "Blaufuchs" (1.Staffel) mit Truppen und Material von Stettin nach Vaasa in Finnland ausgelaufen.
Juni 15.: In See nach Aalborg. Operation "Blaufuchs".
Sep. 12.: URUNDI und RIGEL im Geleit NS 28 von Süden kommend um 07:20 Uhr in Bergen ein. Um 20:10 Uhr Geleitzug mit angehängten Dampfer SVOLDER im Geleit V 5102/DONNER nach Norden aus.
Okt. 08.: Vor Svolvaer im Geleit mit Dampfer SKRAMSTAD von Flugzeugen des brit. Träger VICTORIOUS angegriffen und mit 2 Bomben getroffen. Beschädigt um 13:45 Uhr in Bodø eingelaufen, an Bord ein Blindgänger. 1 Norweger Tot. Blindgänger sofort von der Luftwaffe beseitigt. Dampfer setzen Fahrt nach Süden fort.
1942,Jan. 07.: An die Reederei zurück gegeben (12:00 Uhr).
April 27.: John T. Essberger übernimmt beide Afrika-Reedereien DOAL und Woermann-Linie und gründet Deutsche Afrika-Linie (DAL).
Juni 21.: Deutsche und norwegische Dampfer URUNDI, KERKPLAIN, BRAVO und THORLAND mit Vp-Boot NSa 25/ROMMELPOTT um 05:20 Uhr Brønnøysund passiert.
Sep. 17./18.: Danzig - Turku.
Dez. 13.: Ab Bergen nach Norden.
Dez. 18.: URUNDI, und LEVANTE laufen im Geleit M 1501 und UJ 1711 von Süden kommend in Bergen ein.
Dez. 21.: Truppentransporter im Geleit UJ 1703, Torpedoboot ZACK aus Bergen nach Norden ausgelaufen.
1943,Jan. 31.: URUNDI mit Vp-Boot V 5715/SKAGERRAK um 11:30 Uhr aus Sandnessjøen nach Rørvik ausgelaufen.
Feb. 01.: Truppentransporter URUNDI in Rørvik wurde nach Bruch der Ankerkette in folge des Sturm gegen Pier getrieben. Durch den Bergungsschlepper JASON wird der Dampfer freigeschleppt. Kein Schaden am Schiff, kein Verlust am Personal, erhebliche Beschädigung der Anlegerbrücke.
Feb.: 02.: Truppentransporter URUNDI und ULANGA um 05:15 Uhr aus Rørvik nach Trondheim ausgelaufen.
Nov. 15.: Zielschiff an die Torpedoschule Travemünde.
1944,Feb. 20./23.: Oslo - Reval.
Feb. 24.: Aus Reval gesichert durch T 30 und T 4 laufen Dampfer URUNDI, LOCKSTEDT und SCHILLINGHÖRN nach Libau aus. Um 08:30 Uhr stößt T 13 mit dem Chef der 3.TFl. zum Geleit, um 10:40 Uhr erscheinen -aus Baltischport kommend- Z 25 und Z 35 beim Geleitzug. Dann wird der Marsch durch die östliche Ostsee mit Südkurs fortgesetzt. Zwischen 12:17 und 12:31 schießt T 30 im Qu AO 0281 eine treibende Mine ab.
März 28.: Um 10:00 Uhr in Danzig eingelaufen. Schlepper ALBERT FORSTER (vorn) und ERNST (achtern) leisteten Schlepperhilfe. Beim einschleppen des Dampfers kollidiert Schlepper ERNST mit den im Hafenkanal vertäut liegenden Fahrzeugen, M/S WINFRIED und einer Hafenbauramme. Der zusammenstoß des Schleppers mit beiden Fahrzeugen ist darauf zurückzuführen, daß der dänische Dampfer ASTRID um 10:15 Uhr in den Hafenkanal eingelaufen ist, obwohl das Auslaufsperrsignal bereits um 9:55 Uhr am Lotsenturm Neufahrwasser gesetzt gewesen ist. URUNDI entging der kollision nur dadurch, daß die sehr vorsichtig manövrierend von den an Stb. befindlichen Fahrzeugen in ganz geringen Abstand (ca.15 cm) gerade noch freikam.
1945,Jan. 28.: Ab Danzig Teilnahme an der Operation "Hannibal". Mit der Bedrohung Ost- und Westpreußens durch den sowjetischen Vormarsch beginnt die größte Evakuierungsaktion der Geschichte.
Feb. 02./10.: Auf veranlassung der KMD-Danzig als Ballast, 1070,5 Tonnen Räumungsgut der Danziger Werft geladen.
Feb.: 12.: URUNDI in Danzig fertig beladen gemeldet (Lt. Tagebuch Korvettenkapitän Gert Eschricht hat).
Feb. 22.: Ab Danzig.
Feb. 26./27.: Libau - Gotenhafen.
März 01.: Um 15:00 Uhr mit Wehrmachtsgütern und 1070,5 to. Werftmaterial in Stettin eingelaufen.
März 05.: Löscharbeiten beendet. Von angeforderten 1300 to. Sandballast wurden wahrscheinlich nur 400 to. geliefert.
März 12.: bis Kriegsende als Verwundetentransporter.
März 23./24.: Hela - Kopenhagen mit u.a. 4000 (4500?) Flüchtlingen und Verwundeten aus Danzig.
März 30./April 01.: Hela - Swinemünde mit 7000 Flüchtlingen. 3 SATs bringen von Hexengrund bei Oxhöft am Vormittag des 30.März 450 Flüchtlinge auf URUNDI.
April 11.: Um 11:30 Uhr URUNDI, LAPPLAND und MARS mit den M-Booten M 603 und M 155 stoßen zum Geleitzug gebildet aus GOYA, MARBURG und gesichert durch Z 34, T 36, R-Boot R 242 und Spbr.17/TEMPLAR. Um 12:20 Uhr wird URUNDI aus dem Geleitzug nach Swinemünde entlassen, während der Konvoi weiter ostwärts läuft.
April 22.: Ab Hela nach Kopenhagen mit 3800 Verwundeten.
April 24./25.: Saßnitz - Kopenhagen.
URUNDI transportierte in 7 Einsätzen während der Operation "Hannibal" 32718 Menschen.
Mai 18.: Kopenhagen.
Juni 7./8.: Kopenhagen - Kiel.
Juni 16.: In Kiel britische Prise. Ausgelaufen nach Methil.
Juni 19.: An Großbritannien ausgeliefert, Ministry of War Transport, London, mgrs. McCowen & Gross Ltd., umbenannt EMPIRE THAMES.
Juli 07.: In Barry an die griechische Regierung übergeben, als KALAMAI von John P. Hadoulis & Co., Piräus, bereedert.
1946: Wieder als EMPIRE THAMES an St. Catherine Shipping Co. Ltd., London, mgrs. Goulandris Bros. Ltd.
1948: An Compania Maritima del Este SA, Panama, umbenannt VALPARAISO.
Anfang 1949 für die letzte Reise zur Abbruchwerft noch einmal in EMPIRE THAMES umbenannt.
Der Abbruch erfolgt im März 1949 in Antwerpen und wird noch im I. Quartal gemeldet.
1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
4:Nachlass Gerhard Koop - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
13:Bestand R 5 Reichsverkehsverkehrsministerium
14:Archiv Theodor Dorgeist
15:Lloyds Register of Shipping 1916-1988
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
20:Peter Arndt - Deutsche Sperrbrecher 1914 - 1945 / 2.Auflage, überarbertet und erweitert von Dr. Dieter Jung
24:Wolfgang Harnack - Zerstörer unter deutscher Flagge 1934 - 1945
28:Heinz Schön - Flucht über die Ostsee 1944/1945 im Bild
41: A. Kludas Die Schiffe der deutschen Afrika Linien 1880 -1945 Oldenburg 1975
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
44:K. H. Schwadtke Deutschlands Handelsschiffe 1939- 1945, Oldenburg 1974
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
Eingefügt am : 09.09.2012
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 14.07.2016
Geändert von : Christoph Fatz
Änderung : -09.09.2012 Christoph Fatz- Datensatz eingestellt
-18.07.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 16.05.40 und Quellen
-01.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 18.04.40
-26.08.2013 Christoph Fatz, ergänzt: 8.10.41
-30.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 21.06.42
-15.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 1./2.02.43
-23.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 25.04.40
-18.10.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 31.01.43
-24.01.2014 Christoph Fatz, Text überarbeitet
-29.01.2016 Christoph Fatz, eingefügt: 12.02.45
-14.07.2016 Christoph Fatz, eingefügt: 28.02.28/25.09.38