CORDOBA



Name : CORDOBA
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : C.Lithgows, Ltd., Port Glasgow
Baunummer : 717
Baujahr : 1919
Stapellauf : 15.03.1919
Besitzer : Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg
Unterscheidungssignal : DHXK


Größe : 4611 BRT
Größe : 2784 NRT
Länge : 117,22 m
Breite : 15,84 m
Tiefgang : 8,07 m
Leistung : 2100 PSi 10,0 kn
Motortyp : Dampfmaschine
Besatzung : 37
Passagiere : -
Staffel : 3.Seetransportstaffel
Erfassung für Weserübung : 00.03.1940
Abgangshafen : Kiel
Ausgelaufen : 07.04.1940
Bestimmungshafen : Korsör-Nyborg
Angekommen : 09.04.1940
Ende des Einsatzes : 21.05.1940
Rückgabe an Reederei : ja
Andere KM-Verwendung : nein
Gehörte zu brit. I.Weltkrieg J-Typ Standard Frachtern.
Als WAR SABLE vom Stapel für The Shipping Controller in London; während der Ausrüstung verkauft.
1919,Mai 00: An britische Reederei Johnston Line Ltd., Liverpool (mgrs. Furness, Withy & Co. Ltd.) als GALTYMORE abgeliefert. Vermeßen mit: 4611 BRT / 2784 NRT / 7569 tdw. Antrieb: eine 3-zyl. 3-fach Exp. Dampfmaschine - Rankin & Blackmore Ltd., Greenock. Heimathafen Liverpool.
1922,März 15.: Dampfer von Halifax nach London ausgelaufen.
1925,Okt. 26.: Dampfer GALTYMORE vor Philadelphia (USA) aufgelaufen.
Okt. 29.: Dampfer mit Schlepperhilfe wieder flott.
1929,Jan. 19.: An Deutsche Tankreederei AG, Hamburg, (mgrs. Max Mörck). Umbenannt in LISA (RHDK).
Juli 01.: Umbenannt in TAUNUS.
Juli 06.: Durch die Übernahme der Deutsche Tankreederei AG an Hamburg-Amerika Linie (HAPAG).
1934,Jan. 01.: Neues Unterscheidungssignal DHXK.
1935,Mai 02.: Als Bareboatverchartert an die HSDG.
1936,Juni 30.: Verkauft an Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG).
1937,Nov. 25.: Umbenannt in CORDOBA.
1939,Aug. 05.: Von Paranagua nach Hamburg ausgelaufen.
Aug. 26.: Nach erhalt der Warnnachricht Vigo eingelaufen. Schon während der Fahrt nach Vigo Zeitweise als jugoslawischer Dampfer DUBA getarnt.
Sep. 16.: An Deutsche Reederei GmbH., Hamburg.
Nov. 11.: Um 20:00 Uhr aus Vigo nach Hamburg ausgelaufen. Wieder als DUBA getarnt.
Nov. 28.: An Narvik
Dez. 12.: An Hamburg.
1940,März 00.: Erfaßt von KMD-Hamburg (00:00 Uhr) für das Unternehmen "Weserübung". Transporter der 3.Seetransportstaffel.
April 01./05.: In Kiel.
April 06.: Abends beginnt Einschiffung von Truppen und Geräten.
April 07.: Um 7:30 Uhr CORDOBA und CAMPINAS aus Kiel ausgelaufen. Mit Kriegsschiffgruppe 7: Linienschiff SCHLESWIG-HOLSTEIN, Versuchsboote CLAUS VON BEVERN, NAUTILUS, PELIKAN, B.S.O.-Schulflottille mit 6 ex. Fischdampfern HAGEN, HILDEBRAND, HUGIN, MUNIN, ODIN, VOLKER und 2 Marineschleppern FÖHN und TAJFUN nach Korsör und Nyborg.
April 09.: An Nyborg.
April 10.: Durch Kaiser-Wilhelm-Kanal westwärts.
April 15.: Dampfer CORDOBA und CAMPINAS mit Ladung für Luftwaffe Vormittags von Swinemünde nach Aalborg und Oslo ausgelaufen.
April 20.: Dampfer von Halsbarre bis Frederikshavn unter Geleitschutz von V 306 und V 307. Vor Frederikshavn transporter an 1. M-Fltl. übergeben.
April 21.: An Oslo.
April 22.: Aus Oslo ausgelaufen.
April 28.: An Oslo.
Mai 01.: Dampfer in Aalborg um 10:30 Uhr verholen unter Lotsenführung und Schlepperhilfe.
Mai 02.: Um 07:00 Uhr begonnen mit dem Laden um 13:30 Uhr Beladung beendet (1. und 2. Komp. der mot. Geb.Abt.67. mit 244 Mann und 63 Fahrzeugen). Zwei Spritsch von Gerät Nr.5 an Dampfer CAMPINAS abgegeben. Um 18:16 Uhr warfen los und holren mit Schlepperhilfe von Pier. Um 21:31 Uhr von T 110 einen Signalgast übernommen. Um 21:40 Uhr CAMPINAS, CORDOBA, HANS RICKMERS und LEUNA gesichert durch Torpedoboot T 110 (Führung), FALKE, T 151, F 8 (Bb.-Sicherung), JAGUAR, T 153, F 5 (Stb.-Sicherung) und T 107 (Achtere Sicherung) sammelt östlich Halsbarre Leuchtturm zum Geleitzug nach Oslo. Erste Rotte: CAMPINAS, CORDOBA. Zweite Rotte: LEUNA, HANS RICKMERS.
Mai 03.: Um 01:52 Uhr Geleitzug Ankert vor Frederikshavn. Um 04:45 Uhr Anker auf, Geleitzug setzt die Reise fort. Um 20:43 Uhr passieren "Blücher-Boie" mit Front nach Backbord, Mannschaft und Truppe erweist Ehrenbezeugung. Um 21:00 Uhr Geleitzug entlassen. Dampfer um 22:30 Uhr mit Bb.-seite gut und sicher fest am Kai in Oslo.
Mai 04.: Ab 01:00 Uhr wiederholter Fliegeralarm, Tiefangriffe auf Hafen und Flugplatz. Die Bord-Flak beteiligte sich am Abwehrkampf. Von 07:00-12:00 Uhr Ladung gelöscht und Truppen gelandet. Um 15:10 Uhr unter Lotsenführung und Schlepperhilfe zum Lysackerfjord verholt.
Mai 05.: CORDOBA um 04:45 Uhr nach Stettin ausgelaufen. Da die Rückreise nach Stettin durch die schwedischen Schären befohlen war, bleiben alle Marinesoldaten unter Deck. Die MG's wurden gebrauchsunfähig gemacht und die ausgebauten Teile samt Munition unter Deck verstaut. Um 11:40 Uhr schwedischer Kontrollofizier an Bord, um 11:55 Uhr Ankern auf Reede vor Strömstad (auf Reede liegen weitere deutsche Dampfer ANHALT, SANTOS, NATAL und CURITYBA). Die Funkanlage wird versiegelt. Um 14:55 Uhr 3 Marineoffiziere, 2 Unteroffiziere und 2 Marinesoldaten an Bord. Das Schiff wurde 4 Stunden genau durchsucht. Bei der Durchsuchung des Schiffes wurden die Fla-Waffen und Munition gefunden und somit "Das Befahren schwedischer Hoheitsgewässer (Schären) verboten". Um 15:50 Uhr schwedische Marineangehörige von Bord. Um 16:00 Uhr Anker auf und unter Lotsenführung nach Fredrikstad. Um 17:30 Uhr Fredrikstad-Reede erreicht. In der nähe auf Reede Dampfer ANHALT, SANTOS, NATAL und CURITYBA denen die Durchfahrt durch schwedischen Schären auch Verboten worden war. Nach Verständigung mit den Kapitän des Dampfers SANTOS Schenk, wurde von diesem telefonische Meldung über Durchfahrverbot und die Rückkehr nach Fredrikstad an den Hafenkommandanten Oberf.z.See Zorn zur weitergabe an KMD-Oslo KKpt. Lehmann vorgenommen. Die Fla-Waffen wurden in Gebrauchzustand gebracht und Reichsdienstflagge gesetzt.
Mai 06.: Um 13:00 Uhr Oberf.z.See Zorn an Bord mit der Order von KMD-Oslo: Auf der Reede liegen bleiben und weitere Befehle abwarten.
Mai 08.: CORDOBA um 04:20 Uhr Reise durch schwedische Sächern nach Stettin angetreten (KMD-Oslo Bekanntmachung: 1. Durchfahrt durch schwedisches Schärenfahrwasser auch für mit Fla-Waffen ausgerüstete Schiffe ist entgültig freigegeben. 2. Bei der Durchfahrt durch schwedisches Hoheitsgebiet haben sich die an Bord befindlichen Soldaten unter Deck aufzuhalten. 3. Für die Rückfahrt von Oslo ab, bis zum Verlassen schwedischen Hoheitsgebietes ist die Handelsflagge und nicht die Reichsdienstflagge zu setzen). Um 07:00 Uhr vor Strömstad Anweisung durch schwedischen Marine vor Anker zu gehen und die Funkanntene wegzunehmen. Um 08:00 Uhr schwedische Kontrollofiziere an Bord. Auf Anordnung werden die beiden MG's und das Flak 2,0cm/C30 mit der gesamten Munition, 5 Gewehre und 9 Pistolen unter Verschluß genommen und versiegelt. Um 08:30 Uhr ein weiter Marineofizier und 2 bewaffnete Matrosen an Bord. Funkstation versiegelt. Um 08:45 Uhr Dampfer nach Einsicht der Schiffspapiere abgefertigt. Zwei bewaffnete schwedische Matrosen bleiben an Bord. Um 10:06 Uhr Lotse an Bord. Signal von schwedischen Wachboot sofort Anker lichten. Um 13:07 Uhr beide Marinesoldaten verlassen das Schiff. Um 15:05 Uhr Stoppen und warten vor Lysekil. Um 15:10 Uhr Lotse an Bord. Der Lotse verweigert zunächst das Lotsen ohne Begleitboot. Nach Verhandlungen über die Weiterfahrt übernimmt er das Weiterlotsen bis Paternoster. Um 20:58 Uhr wegen dichten Nebel stoppen die Maschinen und suchen durch lotungen Ankerplatz auf.
Mai 09.: Um 05:12 Uhr verlassen das Ankerplatz. Von 07:03-07:38 Uhr Stoppen und warten auf Lotsen, da kein Lotse kommt bleibt Lotse aus Vinga an Bord. Um 07:38 Uhr dampfen weiter nach Holmstedt. Um 11:10 Uhr Lotsen wechsel bei Holmstad. Um 18:35 Uhr Dampfer gestoppt, schwedische Marine durchsucht das Schiff, Siegel gelöst. Um 18:53 Uhr Dampfer zur Weiterfahrt frei gegeben. Um 20:00 Uhr Drodgen-Sund setzen Reichsdienstflagge und montieren Fla-Waffen. Um 21:40 Uhr Stoppen bei Sperrlotsendampfer und warten bis Lotse kommt. Um 23:18 Uhr fahren weiter im Geleit des Lotsendampfer durch die Minensperre.
Mai 10.: Um 00:40 Uhr Minensperre passiert. Um 09:05 Uhr Stoppen vor Swinemünder-Sperre und warten auf Lotsen. Um 09:45 Uhr Swinemünde passiert. Um 13:00 Uhr CORDOBA erreicht Stettin, Schlepper vorn; 14:15 Uhr Dampfer fest am Kai in Freihafen.
Mai 21.: In Hamburg an die Reederei zurück gegeben.
Aug. 19.: Neu erfaßt (00:00 Uhr) für das Unternehmen "Seelöwe". Kennung H 42.
Sep. 11.: CORDOBA vor Le Havre durch einen Minentreffer schwer beschädigt. Das Schiff wurde nach Le Havre geschleppt, wo es an der Pier sank. Wrack geborgen jedoch nicht repariert. Verlust des Dampfers ist eine direkte folge der Luftangriffe des RAF auf die Sammelhäfen für Operation "Seelöwe" dabei werden auch deutsche, niederländische und französische Küstengewässer mit Luftminen verseucht.
1944,Aug. 23.: In Le Havre beim Rückzug als Hafensperre gesprengt und versenkt.
1946,März: Durch die Franzosen Gehoben und abgebrochen.
1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
4:Nachlass Gerhard Koop - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
12:Bestand R 147 Reichskommissars für die Seeschiffahrt
14:Archiv Theodor Dorgeist
15:Lloyds Register of Shipping 1916-1988
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
18:Ludwig Dinklage / Hans Jürgen Witthöft - Die Deutsche Handelsflotte 1939 - 1945
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
33:Lloyd's Wreck Returns, London 1939 - 1977
34:Lloyd’s War Losses 1939-1945 (-1957) Bd. 1 + 2, London 1989, 1991
42: A.Kludas Die Schiffe der Hamburg Süd 18711951, Oldenburg 1976
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
44:K. H. Schwadtke Deutschlands Handelsschiffe 1939- 1945, Oldenburg 1974
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
50:Marine Archiv - http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?action=forum
51:Geheime Ostsee Tagesbefehle
52:Geheime Nordsee Tagesbefehle
57:OKM - Verlustlisten
Eingefügt am : 28.10.2012
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 16.02.2017
Geändert von : Christoph Fatz
Änderung : -28.10.2012 Christoph Fatz Datensatz eingestellt
-15.05.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 15.04.40 und Quellenangabe
-22.07.2013 Christoph Fatz, ergänzt: 20.04./21.04.1940
-29.07.2016 Christoph Fatz, eingefügt: 22.03.22-29.10.25
-19.12.2016 J.-G. Notholt, Auszüge aus dem KTB (7 Dokumente) eingefügt
-16.02.2017 Christoph Fatz, eingefügt: 01.-10.05.40