TIJUCA



Name : TIJUCA
Schiffstyp : Frachter
Bauwerft : Friedrich Krupp AG "Germaniawerft", Kiel-Gaarden
Baunummer : 415
Baujahr : 1923
Stapellauf : 13.04.1923
Besitzer : Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG), Hamburg
Unterscheidungssignal : DOCJ


Größe : 5918 BRT
Länge : 119,95 m
Breite : 16,56 m
Tiefgang : 8,12 m
Leistung : 2600 PSi 11,0 kn
Besatzung : 59
Passagiere : 12
Staffel : 1.Seetransportstaffel
Erfassung für Weserübung : 08.03.1940
Abgangshafen : Stettin
Ausgelaufen : 06.04.1940
Bestimmungshafen : Stavanger
Angekommen : 09.04.1940
Ende des Einsatzes : 03.06.1940
Rückgabe an Reederei : ja
Andere KM-Verwendung : nein
1923,Mai 18.: An den Norddeutschen Lloyd, Bremen als LUDWIGSHAFEN (QLSN) abgeliefert. Vermeßen mit: 5918 BRT / 3628 NRT / 7500 tdw. Antrieb: eine 3-zyl. 3-fach Exp. Dampfmaschine - Friedrich Krupp AG "Germaniawerft", Kiel-Gaarden. Ostasien- und Südamerika-Dienst. (Nach anderen Quellen am 8.05. oder 22.05.!?)
1934,Jan. 01.: Neues Unterscheidungssignal DOCJ.
1934: An die HSDG bareboatverchartert.
1935,Mai 16.: An Hamburg-Südamerikanische Dampfschiff-Gesellschaft (HSDG) verkauft. Heimathafen bleibt Bremen.
1937,Dez. 03.: Umbenannt in TIJUCA (im Register wurde TIJUKA eingetragen).
1939,Aug. 19.: Von Santos (mit zwischenstop in Victoria) nach Hamburg ausgelaufen.
Aug. 28.: Nach Empfang QWA 9 kurs auf Pernambuco geändert.
Aug. 29.: An Pernambuco.
Sep. 16.: Kohlenübernahme von WOLFSBURG beendet. Bunkerbestand 1222 to.
Sep. 21.: Um 17:30 Uhr nach Deutschland ausgelaufen. Zeitweise als niederländische JAVA getarnt.
Sep. 27.: Heimathafen nach Hamburg verlegt.
Okt. 09.: An Deutsche Reederei GmbH, Hamburg.
Okt. 15.: An Lödingen.
Okt. 25.: An Hamburg.
1940,Jan. 23.: Heimathafen Bremen.
Feb. 24.: Heimathafen Hamburg.
März 08.: Erfaßt von KMD-Hamburg (00:00 Uhr) für das Unternehmen "Weserübung". Transporter der 1.Seetransportstaffel.
April 06.: TIJUCA um 07:00 Uhr von Stettin nach Stavanger ausgelaufen.
April 09.: Mit MENDOZA und TÜBINGEN um 19:00 Uhr in Stavanger eingetroffen. Im Stavanger werden zwei stromlinienförmig gebaute Motorboote beschlagnahmt. Beide werden grau gestrichen und als Expressboote in Dienst gestellt.
Mai 06.: ALSTERUFER, ALSTERTOR, MENDOZA, TÜBINGEN und TIJUCA nach Löschen der Ladung (Heeresgut) in Ballast (TIJUCA mit 8320 Ballen Zellulose von it. Dampfer AMICIZIA) mit Flugsicherungsboot BERNHARDT TSCHIRSCHKY im Geleit MÖWE und KONDOR um 19:45 Uhr aus Stavanger nach Cuxhaven ausgelaufen.
Mai 23.: Vom italienischen Dampfer AMICIZIA Teilladung (1600 to.) in die Dampfer TIJUCA und MILOS gelöscht. Dampfer AMICIZA (mit 2112 to. Zellulose für London bestimmt) wurde im Larvik durch M 1 beim Einlaufen angetroffen und mit Prisenkommando besetzt. Am 20.04. vom Seekommandanten Larvik formal zur Prise erklärt und nach Stavanger beordert.
Juni 03.: In Hamburg an die Reederei zurückgegeben.
Aug. 04.: Neu erfaßt durch KMD-Hamburg (00:00 Uhr) für das Unternehmen "Seelöwe". Kennung H 47.
Nov. 20.: An Boulogne.
1941,Mai 20.: TIJUCA mit ELSE L. M. RUSS im Geleit M 1107, M 1104 und NK 07 um 17:30 Uhr von Kristiansand kommend in Stavanger eingelaufen.
Mai 22.: Beide Dampfer mit NS 26 um 03:00 Uhr nach Bergen ausgelaufen.
Juni 13.: Nach der torpedierung des Schweren Kreuzer LÜTZOW westlich Stavanger laufen mehrere Fahrzeuge zu Unglücksstelle aus. Zur weiteren Unterstützung von LÜTZOW ergeht um 06:00 Uhr über MSS-Kopervik am im Anmarsch nach Süden befindliches Geleit M 1108, Befehl im Qu. 3186 mit Dampfern TIJUCA und CATANIA als Längseitsdampfer sich zur Verfügung LÜTZOW zu stellen.
Juli 17.: Dampfer PHILIP HEINEKEN, DALBECK, TJIUCA und HALLINGDAL im Geleit V 5101/TORNADO und V 5104/WIRBEL um 19:55 Uhr von Bergen nach Norden aus.
Aug. 18.: Dampfer TJIUCA, ERNST L. M. RUSS und POMPEJI laufen im Geleit V 510x/TORNADO von Norden kommend um 07:45 Uhr in Bergen ein. Um 23:05 Uhr Geleitzug mit angehängten Dampfer MARIE FISSER im Geleit OTTO B. ROGGE nach Süden aus.
Nov. 28.: An die HSDG Reederei zurückgegeben.
1942,Mai 05.: TJIUCA, OBRESTAD und GANTER laufen im Geleit M 1108 von Süden kommend um 14:10 Uhr in Bergen ein.
Mai 06.: TJIUCA und OBRESTAD laufen im Geleit V 5309/SEEROBE und V 5517/NATTER um 06:30 Uhr nach Norden aus. Um 18:30 Uhr V 5309/SEEROBE 2 sm nördlich Ulvesund-Feuer auf Grund gelaufen. Die im Geleit befindlichen Dampfer werden von Vp-Booten 5104/ORKAN und V 5109/KRANICH nach Aalesund geleitet. V 5309 kam inzwischen frei.
Mai 08.: Truppentransporter TIJUCA mit Tanker OBRESTAD im Geleit von Vp-Boot ND 08 in Trondheim eingelaufen.
Mai 11.: TIJUCA mit NSa 02 von Sandnessjøen nach Bodø.
Mai 12.: Dampfer mit M 253 und V 5506 von Bodø nach Norden ausgelaufen.
Mai 17.: Im Batsfjord TIJUCA im Ost-Konvoi mit HALLINGDAL gesichert durch V 5901, V 5902, V 5905, NM 01, UJ 1102, UJ 1105, UJ 1106 und UJ 1111 von sowj. U-Boot D-3 mit 3 Torpedos angegriffen und verfehlt.
Juni 02.: Vor Vardø LEUNA im West-Konvoi mit TIJUCA und GERDMOOR, Gesichert durch SCHIFF 24, V 6108, V 6109, V 5905, UJ 1105, UJ 1106, von sowj. U-Boot SC-402 mit 2 Torpedos Angegriffen und verfehlt (Geleit meldet 3 T-Fehlschüsse).
Juni 01./02.: Kirkenes - Tromsø.
Aug. 23.: An der Polarküste sw Kiberg TIJUCA und KERKPLEIN geleitet durch V 5906, V 5909 und V 6101 von sowj. U-Boot SC-422 mit 4 Torpedos Angegriffen und verfehlt. Angriff blieb unbemerkt.
"Sep. 04.: Mit Kohlenladung für Kirkenes vor Tromsø Selbstentzündung der Kohlenladung. Tromsø um löschen eingelaufen dabei Lazarettschiff METEOR im Einsatz. (Jahr 1942 unsicher!)

"
Sep.: 24.: Dampfer TJIUCA und Schlepper SEETEUFEL laufen im Geleit M 31 um 20:30 Uhr von Norden kommend in Bergen ein.
Sep.: 28.: MENDOZA und TJIUCA laufen im Geleit V 5308/O. B. ROGGE um 21:25 Uhr von Bergen nach Süden aus.
1943,April 16.: Im Eismeer vor Kieberg TIJUCA im Geleitzug -"West" mit BIRKA, DUNA, ELIMA, MARS und PATAGONIA gesichert durch M 381, V 5907, UJ 1109, UJ 1709. Geleitzug von sowj,. U-Boot M-104 mit 2 Torpedos angegriffen und verfehlt.
Juli 08.: TIJUCA und PETROPOLIS im Nordgeleit um 11:00 Uhr aus Kristiansund-Nord ausgelaufen.
Juli 09.: TIJUCA mit Tanker WÖRTH im Südgeleit um 23:00 Uhr ab Trondheim.
Dez. 18.: Dampfer TIJUCA, DORA OLDENDORFF, EUGENIO und PAN im Südgeleit um 08:00 Uhr ab Rørvik.
1944,März 03.: Kollision mit Dampfer LUISE LEONHARD Aussensperre Stavanger.
März 08.: Im Nordgeleit TIJUCA, CATANIA, KLÖVEREN, KNUD NELSON, VESTRA und Tanker FEIESTEIN um 17:30 Uhr ab Rørvik mit M 255 und NSa 12. Ab Sandnessjøen M 255 und NSa 12 abgelöst. CATANIA, FEIERSTEIN und KLÖVEREN Sandnessjøen aus dem Geleit entlassen.
März 28.: Tanker Ill, OSTERMOOR und TIJUCA gesichert durch V 5902 und V 5904 um 07:00 Uhr aus Bodø nach Süden ausgelaufen.
März 31.: TIJUCA mit Tanker OSTERMOOR und ILL gesichert durch Vp-Boote V 5902, V 5904 um 07:00 Uhr ab Bodø nach Süden ausgelaufen.
1945,Jan./März: Im Aarhus - Oslo Verkehr.
März 11.: Dampfer TIJUCA mit MAR DEL PLATA auf dem Marsch nach Norwegen als Sicherung Zerstörer RICHARD BEITZEN und Torpedoboot T 13. Im Kattegat und später Skagerrak Abwehr heftiger Luftangriffe.
März 14.: TIJUCA und MARKOBRUNNER gesichert durch M 403 im Kattegat auf der Fahrt nach Norden. MARKOBRUNNER auf eine britische Luftmine gelaufen. Um Untergang des Dampfers zu verhindern wird nah Sjællands Odde auf Grund gesetzt.
März 16.: TIJUCA mit Tanker FORBACH und Geleitboot F 8 auf der Fahrt von Hoisandbad nach Aarhus mit Truppen, Pferden und Gerät (962 Soldaten, 182 Pferde, 130 Fahrzeuge) um 18:37 Uhr auf eine britische Mine gelaufen (Pos. 56.08' N / 11.12' O). Als Folge starken Wassereinbruchs in Maschinen- und Heizraum wurde das Schiff manövrierunfähig, auch Laderaum 5 lief schnell voll. Herbei gerufene F 8 kam längsseits an den Havaristen und nahm die Verletzten an Bord. Da die TIJUCA schwimmfähig blieb wurden auch die Truppen zur Übergabe an die FORBACH auf F 8 abgegeben. Um 20:40 Uhr konnte F 8 mit Soldaten an Bord ablegen und beim Tanker längsseits gehen. Danach sollte F 8 versuchen den Dampfer zu Schleppen. Die TIJUCA trieb langsam auf Seelandrev zu. Um 21:00 Uhr war Maschinen- Heiz- und Proviantraum vollgelaufen und in Laderaum 4 Wasser festgestellt, wurde beschloßen das Schiff auf Grund zu setzen. Als um 22:40 Uhr am Bug und Heck 12m Wassertiefe gelotet wurde, wurde Stb.-Anker geworfen. Um 22:50 Uhr setzte der Dampfer mit dem Heck auf und saß auf dem Grund fest. Um 23:05 Uhr kam F 8 zum Abbergen der überflüßigen Besatzungsmitglieder, sowie der Flaksoldaten und Waffen längsseits. Bei dem Unglück sind über 3o Pferde ertrunken bzw. mußten erschossen werden. Schiff später gehoben und nach Aarhus eingebracht.
Mai 08.: Schwer beschädigte Schiff in Aarhus.
Juni 07.: Britische Prise in Aarhus.
1946,Jan. 10.: Von Großbritannien an Dänemark ausgeliefert. Übernommen von der Fa. Scwitzer, Kopenhagen für C.K. Hansen aus Kopenhagen im Auftrag British MWT.
1947: An Ove Skou Rederi A/S, Kopenhagen. Umbenannt in MARIE SKOU.
1948,April: Nach Reparatur wieder in Fahrt.
1956,Jan. 00.: An Viva Compania Maritima Ltda., Panama. Umbenannt in VIVA II.
1957,Dez. 07.: In Hamburg aufgeliegt.
1959,Juli 00.: Verkauft über holländische Interessenten zum Abbruch in die DDR.
Juli 21.: Ab Hamburg im Schlepp nach Rostock zum Abbruch.
1960,Aug. 09.: Zum Restabbruch im Schlepp an Hamburg zur Eisen & Metall AG.

Bemerkung:
ASA: Am 17.05.42 (14:45 Uhr) Dampfer TIJUCA im Batsfjord Ost-Geleit mit HALLINGDAL / V5905, V5901, V5902, NM01, UJ1102, UJ1105, UJ1106,UJ 1111 vom sowj. U-Boot D-3 mit 3 Torpedos angegriffen und verfehlt. 1 Torpedo von UJ1106 gesichtet.
ASA: Am 2.06.42 sowj. U-Boot SC-402 (09:58 Uhr). Westgeleit meldet 3 T-Fehlschüsse.
ASA: Am 16.04.43 (06:16 Uhr) Nördliches Eismeer vor Kieberg sowj. U-Boot M-104 mit 2 Torpedos Geleitzug "West" PATAGONIA, ELMA, TIJUCA, BIRKA, DUNA, MARS, M 381, V 5907, UJ 1109, UJ 1709 angegriffen und verfehlt. 1 T-Enddetonation wurde beobachtet.

1:Erich Gröner- Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945 Bände 1 bis 8
2:Hans Jürgen Abert - Die deutsche Handelsmarine 1870 bis 2000 Ratzeburg 2002
3:Nachlass Cai Boie Ausarbeitung - "Weserübung"
4:Nachlass Gerhard Koop - "Weserübung"
5:Schell / Starke: Register of Merchant Ships Completed in 1880 bis 1939
6:Gerd Uwe Detlefsen Die Deutschen Reedereien Band 1 bis 44
7:Handbuch der Deutschen Handelsflotte 1939
8:Amtliche Liste der Deutschen Seeschiffe mit Unterscheidungssignalen als Anhang zum Internationalen Signalbuch 1938, 1939 und Anhang
9:Akten des Kriegsschädenamtes für die Seeschiffahrt (Hamburg und Bremen)
10:Erfassungslisten der KMD Hamburg
11:Transporterliste der KMD Hamburg
12:Bestand R 147 Reichskommissars für die Seeschiffahrt
13:Bestand R 5 Reichsverkehsverkehrsministerium
14:Archiv Theodor Dorgeist
15:Lloyds Register of Shipping 1916-1988
16:Germanischer Lloyd Register1918 bis 1966
17:Reinhard Schmelzkopf - Die deutsche Handelsschiffahrt 1919 - 1939 1/2
18:Ludwig Dinklage / Hans Jürgen Witthöft - Die Deutsche Handelsflotte 1939 - 1945
19:Karl.Heinz Schwadtke - Deutschlands Handelsschiffe 1939 -1945
29:E. Gröner - Tachenbuch der Handelsflotten 1940 und 1942
42: A.Kludas Die Schiffe der Hamburg Süd 18711951, Oldenburg 1976
43:K. H. Schwadtke Die deutsche Handelsflotte und ihr Schicksal 1939; Hamburg 1953
44:K. H. Schwadtke Deutschlands Handelsschiffe 1939- 1945, Oldenburg 1974
45:G. Steinweg Die deutsche Handelsflotte im II. Weltkrieg; Göttingen 1954
50:Marine Archiv - http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?action=forum
51:Geheime Ostsee Tagesbefehle
57:OKM - Verlustlisten
Eingefügt am : 12.01.2013
Eingefügt von : Christoph Fatz
Letzte Änderung : 24.01.2014
Geändert von : Christoph Fatz
Änderung : -12.01.2013 Christoph Fatz- Datensatz eingestellt
-27.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 11./12.05.42
-30.08.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 8./28./31.03.44
-02.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 6.05.40
-13.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 8.05.43
-16.09.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 8./9.07./18.12.43
-23.09.2013 Christoph Fatz, ergänzt: 10.04.40 (Uhrzeit)
-30.09.2013 Christoph Fatz, ergänzt: 6.05.40
-04.10.2013 Christoph Fatz, eingefügt: 20./22.05./13.06.40
-24.01.2014 Christoph Fatz, Text überarbeitet & Quellen eingefügt