DRACHE



Name : DRACHE
Nation / Flagge : DEU (ex. YUG)
Kategorie : Flugbetriebsfahrzeug
Unterkategorie : Flugsicherungsschiff
1. Kennung : ZMAJ (YUG)
2. Kennung : Schiff 50
Schiffstyp : Seeflugzeugmutterschiff
Untertyp : DRACHE
Sonderausstattung : 1x 6,5 t Kran
Bauauftrag : 00.00.1928
Bauwerft : Deutsche Werft AG. Reiherstieg
Baunummer : 118
Baujahr : 1929
Stapellauf : 22.06.1929
Besitzer : RLM (Reichsluftfahrtministerium)
Erfassung : 17.04.1941
Indienstgestellt : 20.08.1930


Name / Untertyp : DRACHE
Größe : 1870 t
Tonnage (BRT) : 2084
Länge (m) : 83,00
Breite (m) : 13,70
Tiefgang (m) : 4,00
Leistung Gesamt (ps) : 3260 e
Geschwindigkeit (kn) : 15
Antrieb : 2x MAN 8 zyl. 4Takt DM, 2 Schrauben
Reichweite (sm) : 4000 sm / 15 kn bei 140 t Öl
Besatzung : 7 Offz. / 38 Mann. + 90
Ladefähigkeit : Aufnahmefähigkeit: 4 Flugzeuge oder 2 Hubschrauber
Bewaffnung : 1931: 2x 8,35cm/L 55-Flak Skoda, 4x 4cm /L67 Flak , 1 Kran 6,5, 1 Bordflugzeug DH 60-Moth.
1937: + 100 Minen.
1941: + 2x 2cm Flak, 1x 1,5 cm Flak, 6 Wabo-lager (12 Wabos), U-Boot Horchgerät.
1942: 2x 10,5cm, 5x 3,7cm, 6x 2cm Flak, 240 Minen
1944: 2x 8,8cm, 5x 3,7cm, 13x 2cm, 240 Minen
- 00.00.1928 Auftragvergabe an die deutschen Werft durch die Yugoslav. Marine, anschließend Kielegung. [B6]
- 22.06.1929 Stapellauf als ZMAJ der jugoslav. Marine. [1]
- 09.09.1929 Probe- und Überführungfahrt, ~ Vlissingen Brand im Maschinenraum, zurück nach Hamburg zur Reparatur. [1, B6]
- 20.08.1930 Nach der 2. Probefahrt Endgültige Ablieferung an die königl. Jugolav. Marine. [1, B6]
- 00.00.1931 In Bocche di Cattaro, Ausrüstung und Bewaffnung vervollständigt. [B6]
- 00.00.1937 Umbau zum Minenleger der Königl. Jugoslav. Marine. [B6]
- 17.04.1941 Von der deutschen Wehrmacht in Split beschlagnahmt. [1, B6]
- 02.05.1941 L.In. 16 teilt mit, daß jugoslavisches Flugsicherungsschiff ZMAJ auf Veranlassung Genst. an deutsche Luftwaffe ausgeliefert wird. Auslieferung wird in Waffenstillstandsbedingungen aufgenommen. Übernahmebefehl wird von L.In. 16 bei Genst. 6.Abt. erwirkt. Schiff liegt in Spalato, soll unbeschädigt aber ausgeräumt sein. Kdo. Schiffe und Boote wird angewiesen, Übernahmebesatzung bereitzuhalten. [3]
- 20.05.1941 Stab-Ing. Brink LC 8 meldet, daß Flugsicherungsschiff ZMAJ am 14.05. und 15.05.41 besichtig. Ernste Schäden nicht feststellbar. Hauptmaschinen nach ital. Angabe in Ordnung. Hilfsmaschinen und E-Anlage unklar. Ausrüstung und Einrichtungsstücke teils beschädigt, teils entfernt. Italienisches Marinekommando hat auf Veranlassung LC 8 sofortige Durchführung der Reparatur auf Werft Spalato übernommen. Reparatur geschätzt auf 4 Wochen, falls etwa notwendige Ersatzteile verfügbar. Leit.Ing. Petering zur Reparatur Überwachung in Spalato verbleiben. [3]
- 06.06.1941 Vorschlag Genst. auf Unbenennung in DRACHE wird abgelehnt, weil gleicher Name bei Marine vorkommt und Schiffe in gemeinsamer Funknamenliste geführt werden. [3]
- 07.07.1941 Oberbaurat Held meldet bei Rückkehr, daß Arbeiten wegen sehr mangelhafter Arbeitsleistung sehr langsam vorwärts gehen. [3]
- 11.07.1941 Von Genst.Gen,Qu.6.Abt., Betrifft Flugsicherungs- und Flugzeugmutterschiff DRACHE (ex. ZMAJ)
Das der deutschen Luftwaffe aus der jugoslawischen Beute zugesprochen, in Spalato liegende Flugzeugmutterschiff ZMAJ ist unter dem Namen DRACHE als Flugsicherungs- und Flugzeugmutterschiff beschleunigt in Dienst zu stellen. Instandsetzungen, Ausrüstungen und Besetzung des Schiffes (Einschl. Flakpersonal) hat derart zu erfolgen, daß DRACHE für den beabsichtigten Verwendungszweck voll einsatzfähig ist. Mit der Durchführung wird das Kommando der Schiffe und Boote der Luftwaffe beauftrag.
Nach erfolgter Überführung von Spalato nach Athen wird das Schiff dem Seenotdienstführer Mittelmeer einsatzmäßig zugeteilt. Wenn möglich hat MES-Einbau nach Eintreffen in Athen zu erfolgen. Baldiger Einsatz DRACHE für Abtransport zahlreicher Flugzeugbrüche von Kreta wird dringend gefordert. [3]
- 16.07.1941 DRACHE Bauzustand: Hauptmaschine klar 09.07., sechsstündige Probefahrt, gleichzeitig Geschütze angeschlossen, Hilfsmaschinen betriebsklar, Reserveteile erforderlich und in Beschaffung. Schiffsbauliche Instandsetzung größtenteils erledigt.FT-Anlage italienisches Muster betriebsklar, Beschädigte Motoren der beiden Beiboote werden ersetzt.Seeklarbesichtigung vorraussichtlich Ende Juli durch Kommandeur Schiffe und Boote. [3]
- 21.07.1941 Auf Forderung L.In. 16 ist Flugsicherungs- und Flugzeugtransporter DRACHE mit Pallungen für 2 He 59 und 2 He 60 auszurüsten. [3]
- 31.07.1941 Das ehemalige jugsolawische Flugzeugmutterschiff ZMAJ wird unter den Namen DRACHE als Flugsicherungsschiff und Flugzeugtransportschiff für die deutsche Luftwaffe in Dienst gestellt und wird von dem derzeitigen Ligeplatz Spalato nach Athen überführt. Zeitpunkt überführung etwa 07.08.41. [3]
- 09.08.1941 DRACHE fahrbereit, zwecks Kompensierung und Munitionsübernahme Thedoc Kattare Golf anlaufen. Seeklarbesichtigung. [3]
- 11.08.1941 Geleit für Flugsicherungsschiff DRACHE Spalato über Venedig bis Durazzo ein T.-Boot, von Durazzo bis Korinth ein T.-Boot aus Tarent, ab Korinth Geleit durch Marine Gruppe Süd Op. Athen. [3]
- 18.08.1941 Schiff einsatzbereit, übernimmt noch restliche Ausrüstung, Ersatzteile und Munition in Venedig, Spalato und Cataro. Eintreffen Athen etwa 22.08.41. [3]
- 26.08.1941 Flugsicherungsschiff DRACHE und Hilfsflugsicherungsschiff NYMPHE unter ital. Geleit Cataro ausgelaufen. Einlaufen vorraussichtlich 27.08, abends in Patras. [3]
- 22.10.1941 Genst.6.Abt. ordnet an: Das Flugsicherungsschiff DRACHE ist gem. Anforderung Gen.Kdo. X.Fl.Korps mit Abwurfgerät für Wasserbomben, Nebelgerät und U-Boot Horchgerät auszurüsten. Ausrüstung ist durch Kdo. Schiffe und Boote der Lw. beschleunigt durchzuführen. Fernschreiben an SNDF Mittelmeer: Flugsicherungsschiff haben unabhängig von Bewaffnung und Ausrüstung Reichsdienstflagge zu führen. [3]
- 24.10.1941 Flugsicherungsschiff DRACHE in Athen wird einsatzbereit am 25.10.41, MES-Anlage in Athen angekommen. [3]
- 19.11.1941 Betrifft: Bewaffnung des Flugsicherungsschiffes DRACHE. Bei der Indienststellung des Flusi DRACHE im August 1940 in Spalato bestand die Artillerie dieses Schiffes aus folgenden Waffen:
1) 2x 84 mm Skoda Sk
2) 4x 40 mm Brojkewi A.D. Skodine in Zwillingslafetten.
3) 1x 15 mm MG tschechischer Konstruktion
4) 1x 7,9 mm MG (tschechisch)
In Athen sind dann zusätzlich 4x deutsche MG 15 an Bord gegeben. Kdoschub schlägt vor, dass Umbewaffnung auf deutsche Geschütze beschleunigt durchgeführt wird. Es werden folgende Geschütze in Vorschlag gebracht:
1) 2x 84 mm Skoda Sk bleiben gegen Seeziele an Bord
2) 4x 40 mm Brojkewi A.D. Skodine als bisher wesentlicher Bestandteil der Flugabwehr werden ersetzt durch:
a) 2x 37 mm Sk C/30 in U-Bootslafette C 38, 2x 20 mm Flak C/30 bzw. C/38
b) 4 Geschütze von jeder Sorte
3) Das volleinsatzfähige 15 mm MG (tschechisch) und die 4x MG 15 bleiben an Bord. [3]
- 25.11.1941 Als Truppentransporter umdeklassifiziert und Admiral Ägäis unterstellt. [1]
- 27.12.1941 DRACHE steht bis auf weiteres Admiral Ägäis für Kreta-Ablösung des Heeres zur Verfügung. [3]
- 27.01.1942 Flugsicherungsschiff DRACHE in erster Linie für Transporte nach Kreta und Sicherung dieser Transporte durch Marine eingesetzt. Zur Ersparung Betriebsstoff und Besatzungen Vorschlag: Abgabe an Marine. [3]
- 19.02.1942 Abgabe DRACHE an Kriegsmarine nicht beabsichtigt. Übernahme Kommando durch Kapt. Teich sofort. [3]
- 13.03.1942 Fernschreiben von Genst.6.Abt.: Betrifft Flugsicherungsschiff DRACHE
Ob.d.L. ist bereit, dem Antrag Marinegrp.Süd auf Übernhame DRACHE durch ADM. Ägäis wie folgt zu entsprechen:
1) DRACHE steht der Marine auf Wiederruf zur Verfügung d.h. solange keine zwingende Notwendigkeit vorliegt, das Schiff ausschließl. für L.w. Aufgaben einzusetzen. Es tritt bei Kriegsende wieder zur Luftwaffe zurück.
2) Solange DRACHE zur Verfg. OKM, wird das Schiff durch Marine besetzt und in jeder Hinsicht durch Marine betreut.
3) Bei Einsatz DRACHE für Transportaufgaben ist Ausnutzung für Luftwaffentransporte bevorzugt vorzusehen. [3]
- 09.04.1942 Kriegsmarine hat die Übernahme des Flugsicherungsschiffes DRACHE abgelehnt. [3]
- 18.04.1942 Fernschreiben von OKM/SKL, Betrifft Flugsicherungsschiff DRACHE.
Vorgang 1) unverstädnlich, da DRACHE lt. Meldung ADM Ägäis z.Zt. nicht einsatzbereit und dringend Werftliegezeit von 2-3 Monaten durchführen muss. Es wird erneut um Abgabe DRACHE an Kriegsmarine gebeten, da Schiff bei dem großen Mangel an kampfkräftigen und schnellen Geleitfahrzeugen für operative Aufgaben Ägäis, die allen drei Wehrmachtsteilen zugute kommt, gebraucht wird. Platz für Instandsetzung in Werft Triest vorbereitet. Schiff ist auslaufbereit.
1. dass DRACHE von jetziger Zivilbesatzung nach Triest überführt und dort an Marine übergeben wird.
2. dass Einsatz DRACHE ausschließlich von ADM. Ägäis gesteuert wird.
3. dass also Übergabe an Marine erfolgt mit der einzigen Einschränkung: Rückgabe des Schiffes an Luftwaffe nach Kriegsende. [3]
- 22.04.1942 Flugsicherungsschiff DRACHE wird für die Dauer des Krieges der Kriegsmarine zur Verfügung gestellt. [3]
- 30.04.1942 DRACHE in Prevesa eingelaufen. [3]
- 03.05.1942 Aus Prevesa ausgelaufen, Marsch über Korfu nach Triest. [3]
- 06.05.1942 Flugsicherungsschiff DRACHE in Triest eingelaufen. [3]
- 00.05.- 00.08.1942 In Triest zum Minenleger zurückgebaut. Flugzeugkran entfernt, Schornstein ummantelt, Einbau Minenschienen, Bewaffnung abgeändert und verstärkt. [1]
- 20.08.1942 Im Dienst unter dem Kdo. Kkpt.d.R. J. Wünning als Minenleger. [B6]
- 05.10.1942 An Bordnahme von 2x Fl 282 Kolibris (Fl 282 V6, GF+YF) + (Fl 282 V10, CJ+SC). [3]
- 13.10.1942 Insp. beim Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. bittet, 3 m³ B4 für Fronterprobung des Bordsonderflugzeuges „Kolibri“ bis 25.10.42 dem Hilfsschiff DRACHE in Triest zuzuweisen. Hilfsschiff DRACHE hat Betankung an Bord. [3]
- 06.11.1942 Erhält die Bezeichnung SCHIFF 50. [B6]
- 00.11.1942- 00.02.1943 Im Dienst als Experimentier-Hubschrauberträger. [B6]
- 03.01.1943 SBK XI (Athen) meldet: Qu. 3824/23 Ost Bordflugzeug des DRACHE notgelandet. Totalverlust. Auszug aus Marinelage vom 03.01.43
HSK DRACHE und BULGARIA haben eine Minenaufgabe in der mittl. Ägäis planmäßig durchgeführt. Der Verband wurd am 03.01. nachmittags wiederholt durch Bomben- und Torpedoflugzeugen angeriffen, ohne dass Verluste oder Beschädigungen enstanden.
Es ist anzunehmen, dass der Verlust des Bordflugzeuges des DRACHE bei diesen Minenunternehmung eingetreten ist. Insp. See, welchem das für Erprobung der Hubschrauber Kolibri auf DRACHE eingesetzte Erprobungskommando untersteht, hatte Einsatz Kolibri nördlich Kreta gestattet, nachdem seit Monaten englische Flugzeuge in diesem Raum nicht aufgetreten sind.
Weitere Ermittlung bei SKL ergaben, dass DRACHE mit beiden Flugzeugen unbeschädigt im Hafen liegt. Vorfall ist durch Meldung (Scheinwerferspruch) mißverstanden worden. [3]
- 26.09.1943 Luftangriff vor Siros durch 4 Beaufigthers der RAF, Schiff durch Bordwaffenbeschuss beschädigt. [B6]
- 09.05.1944 Luftangriff ohne Erfolg. [B6]
- 00.00.1944 Bewaffnung wurde abermals verstärkt und abgeändert. [B6]
- 22.09.1944 † , 15:25 h Hafen Vathi/ Samos von Tieffliegern in Brand geschossen, 17:25 h Explosion, 11 Tote. [1, B6]
Verlust am : 22.09.1944
Verlustuhrzeit : 17:25
Verlustort : Hafen Vathi/ Samos
Verlustart : nach Feindeinwirkung
Verlustursache : Explosion
Mannschaftsschicksal : 11 Tote
1: Gröner Bände 1-8
3: KTB des General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine / Oberquartiermeister
B6: Marinearsenal Heft Nr. 40
Eingefügt am : 21.03.2013
Letzte Änderung : 15.03.2017
Geändert von : Jörg Kießwetter
Änderung : - 23.02.2016 J.-G. Notholt: HTML entfernt.
- 15.03.2017 J. Kießwetter: Schreibfehler Korrekturen.