I.Minensuchflottille 1916-1918



Epoche : Weltkrieg 1914/1918
Kennung : I.Minensuchflottille 1916-1918
Indienststellung : 01.10.1916
Ausserdienststellung : 11.11.1918


- I.Minensuchflottille

Im Oktober 1916 wurde die I. Minensuchdivision in eine Flottille mit 2 Halbflottillen umgewandelt, um die Dislozierung von Booten in verschiedene Warngebiete zu erleichtern. Die britische Antwort erfolgte in einer drastischen Ausweitung ihrer Sperren. Nach 1600 Minen im Jahre 1916 kamen in darauf folgenden Jahr 75 neue Sperren mit mehr als 12.000 Minen hinzu. Auch waren die Minen erheblich verbessert worden.

Anfang 1917 erhielten die drei Minensuchflottillen jede eine dritte Halbflottille. Ende Mai 1917 waren für deutsche Schiffe nur 2 Auslaufwege verfügbar, die eng unter der Küste verliefen, um den tiefgehenden britischen Minenlegern die Arbeit zu erschweren, da sie Gefahr liefen, auf Grund zu kommen. Britische U-Boote beobachteten die Räumarbeiten und meldeten die von den deutschen geschaffenen Sperrlücken, die so auch von britischen Minenlegern genutzt wurden, um die Schifffahrtswege aufs Neue zu verseuchen.

Um Minenfelder bei Horn’s Riff zu umgehen, begannen südlich davon Räumarbeiten für einen Weg „Blau“. Im Westen sollte bis Ende Juni ein neuer Weg „Gelb“ fertiggestellt werden. In der 2. Jahreshälfte versuchte man, unter Aufbietung aller Kräfte den labilen Zustand wenigstens zu erhalten. T-Boote der Hochseeflotte wurden mit Suchgerät ausgerüstet und kontrollierten stichprobenhaft die Wege. Zeitweise wurden die Räumarbeiten in der Nordsee durch die II. Minen-suchflottille unterstützt.

1918 reduzierte sich der Krieg zu See auf einen Kampf um die Auslaufwege der deutschen U-Boote, ohne die der uneingeschränkte Seekrieg vollends erliegen musste. Doch zu Beginn des Jahres war Küstenweg „Weiß“ nach Norden schon wieder gesperrt, er war auf absehbare Zeit nicht freizuräumen. Der Küstenweg „Schwarz“ im Süden wurde ständig geräumt, aber ohne erkennbaren Fortschritt. Der Weg „Gelb“ war zwar befahrbar, aber nur unter starkem Minengeleit. Dasselbe galt für Weg „Blau“ nach Norden. Weg „Mitte“ war ein Notbehelf, da ohne Seezeichen navigatorisch schwer befahrbar.

Gegen die immer weiter zunehmende Bedrängung durch englische Minenleger entschloss man sich, auf den eigenen Ein- und Auslaufwegen selber Minenfelder zu legen. Durch Nutzung getrennter Ein- und Auslaufrouten versuchten die Deutschen, Maßnahmen des Gegners zu zersplittern, doch ohne erkennbaren Erfolg. Anfang Mai wurde die gewaltige neue „Northern Barrage“ zwischen Orkney-Inseln und Norwegen wahrgenommen. Die Räumarbeiten konzentrierten sich nun auf einen neuen „Weg 300“, der zwischen „Mitte“ und „Blau“ verlaufen sollte. Im Sommer 1918 verminderte eine Grippewelle die Besatzungsstärke der Boote erheblich. Im August brachte England die ersten Grundminen mit Magnetzünder zum Einsatz, gegen die es kein Räumgerät gab und bis Kriegsende auch nicht mehr entwickelt werden konnte. Allein im Jahr 1918 hatten die Briten mehr als 21.000 Minen gelegt. Im November 1918 endete der Erste Weltkrieg mit einem Waffenstillstand.
01.10.1916 – 11.11.1918 Kptlt. Bernhard Bobsien [A]
[A] Reinhart Ostertag, Deutsche Minensuchboote (1986)
[B] Fahrzeuge der Minensuchdivision, Band 2: 1914-1918, Signatur: BArch RM 3/3954
[C] Der Krieg zur See 1914-1918, Nordsee Band 5 bis 7

[D] National Archives Record Administration (NARA), Washington:
- [1] KTB I. Minensuchflottille Band 6: 01.09.1916 - 15.06.1917 (PG 62923) T1022 Rolle 0198, Scan 311
- [2] KTB I. Minensuchflottille Band 7: 15.06.1917 - 31.10.1918 (PG 62924) T1022 Rolle 0198, Scan 495
Die KTBs stehen bei der NARA als PDF-Datei kostenlos zur Verfügung (Link 1)