3.Sicherungsflottille



Epoche : Kriegsmarine
Kennung : 3.Sicherungsflottille
Indienststellung : 01.10.1943
Ausserdienststellung : 00.05.1945


- 3.Sicherungsflottille

Die 3.Sicherungsflottille wurde am 1. Oktober 1943 in Gotenhafen aufgestellt. Sie ging hervor aus der Küstenschutzflottille Preußenküste (DPr). Die Unterstellung unter den Küstenbefehlshaber mittlere Ostsee entfiel. Die Flottille wurde zuerst dem B.S.O. unterstellt. Mit Auflösung seiner Dienststelle unterstand die Flottille operativ der 9. Sicherungsdivision. Der Einsatzbereich der Flottille erstreckte sich westwärts bis nach Rixhöft, nordwärts bis nach Memel. Ihre Aufgabe bestand in Geleitaufgaben sowie im Minenräumdienst in der Danziger Bucht, insbesondere in den U-Boot-Ausbildungs- und Erprobungsgebieten (AGRU, TEK, UAK).

In den Bereichen Gotenhafen/Hela, Danzig und Pillau beackerte die RAF 3 Minenabwurfgebiete mit den Codenamen „Spinach“, „Privet“ und „Tangerine“, und zwar mit Geschwadern von Lancaster-Bombern, die über die enorme Entfernung von England bis zur Danziger Bucht noch jeweils 4 Minen transportieren konnten.

Am 29. September 1943 warfen 14 Lancaster-Bomber etwa 50 Minen ab, von denen bis Ende März 28 gefunden bzw. unschädlich wurden.

Am 10. April 1944 warfen 103 Lancaster-Bomber etwa 400 Minen, von denen noch im April 83 Minen geräumt wurden oder detonierten.
Bis zum 20. Mai wurden weitere 37 Minen beseitigt.

Am 27. August erfolgte ein Einflug von 30 Lancasters mit Minen auf die Danziger Bucht. Auf deutscher Seite wurden an den folgenden 3 Tagen 3 Minen-Fallschirme geborgen und 6 Minen unschädlich gemacht.

Am 30. August erfolgte ein schwerer Luftangriff mit Bomben auf Königsberg. Gleichzeitig warfen 31 Lancaster-Maschinen 120 Minen entlang der Ostseeküste. Im Einsatzbereich der 3. Sicherungsflottille konnten vom 30.-31. August immerhin 8 Minen unschädlich gemacht werden, bis zum 15. September weitere 17 Minen.

Am 16. September erfolgte ein weiterer Feindeinflug mit 30 Maschinen, für den in alliierten Unterlagen keine Bestätigung gefunden wurde. Noch in der 2. Septemberhälfte wurden auf deutscher Seite 5 Minen unschädlich gemacht, im Oktober weitere 22 Minen.

Mit dem 15. November endet die Überlieferung der Kriegstagebücher dieser Flottille.
01.10.1943 - 00.03.1944 KKpt. Franz Schünemann [A]
00.04.1944 - 00.11.1944 KKpt. Harry Reich [A]
00.12.1944 - 00.03.1945 KKpt. Leonhardt
00.03.1945 - 00.05.1945 FKpt. Karl Palmgren [A]
Gröner, Deutsche Kriegsschiffe 1815-1945, Band 8, S.529/530
[A] Hildebrand/Lohmann, Kriegsmarine 1939-1945, Kap.65, S.101
[2a] KTB 3. Sicherungsflottille, 01.10.1943 - 30.09.1944, NARA T1022-3527, Scan 80 ff.
[2b] KTB 3. Sicherungsflottille 01.10.1944 - 15.11.1944, NARA T1022-3528, Scan 1-92
[4] Rohwer, Fahrzeuge des dt. Minenräumdienstes. Marine-Rundschau Jg. 1961, Heft 1 (Link 1)
[5] WW2 Bomber Command Minefield Code Names (Link 3)
[6] M.DV.Nr. 454: Anleitung zum Bergen und Entschärfen deutscher und fremder Sperrwaffen, Teil I