Siebelfähren

verfasst von Karsten Klein unter Mitarbeit von Peter Kreuzer

Die Siebelfähre ist nach ihrem Erfinder, Major Friedrich Wilhelm Siebel (hier gibt es einen kurzen "Spiegel"-Artikel über ihn -->), benannt und war der erste Landungsfahrzeugtyp, den die deutsche Luftwaffe mit eigenem Personal entwickelt, gebaut und betrieben hat. Ihre Wurzeln liegen in der Begeisterung nach dem schnellen Ende des Frankreichfeldzugs begründet, die zahlreiche und teils absurde Projekte hervorbrachte um durch eine Landung in England (Unternehmen „Seelöwe“) eine Beendigung des Krieges zu ermöglichen. Ende Juli 1940 war Siebel mit der Reaktivierung von französischen Flugzeugwerken in Albert und Le Havre beauftragt. Durch die Bitte eines Heeresoffiziers um Überlassung von ausgedienten Flugzeugtanks zum Bau von Flößen für eine Landung in England wurde er auf die Vorbereitungen für „Seelöwe“ aufmerksam und begann sich dafür zu interessieren. Auf seine Initiative hin wurde am 15. August 1940 in Antwerpen das Sonderkommando Siebel mit den Auftrag gegründet, geeignete Landungsfahrzeuge zu entwickeln und zu bauen. Als Schwimmkörper verwendete Siebel die Brückenpontons des schweren Schiffsbrückengeräts („s.S.-Gerät“) der Heerespioniere, als Antriebsmittel wassergekühlte und wegen Erreichung der Höchstbetriebsstundenzahl ausgediente Flugzeugmotoren, die in großer Anzahl in den Arsenalen der Luftwaffe lagerten.

Der erste Typ mit der Bezeichnung „Schwere Fähre 40“ (s.F. 40) entstand bis Ende September 1940. Zwei Brückenschiffe des s.S.-Geräts, bestehend aus je acht Mittelpontons und zwei Endschiffen, wurden durch eine speziell angefertigte Stahlgitterrostkonstruktion mit Holzbohlenbelag der Firma Krupp-Stahlbau Rheinhausen zu einer Doppelrumpffähre miteinander verbunden. Der Antrieb erfolgte durch vier, in den beiden Endschiffen eingebaute Lkw-Motoren und drei aufgebockte Flugzeugmotoren mit Luftpropellern. Zentral auf dem Stahlgitterrost wurde ein Deckhaus aufgestellt. 27 Einheiten dieses Typs wurden gebaut.

Vom zweiten Typ, „Schwere Fähre 41“ (s.F. 41) genannt, wurden zwar zehn Einheiten in Bau gegeben, aber nur vier fertig gestellt. Man verzichtete bei dieser Ausführung auf die aufgebockten Flugzeugmotoren, da deren Betrieb aufgrund des hohen Benzinverbrauchs zu unwirtschaftlich war. Zur Erhöhung der Geschwindigkeit wurde aber ein starker französischer Außenbordmotor eingebaut. Außerdem wurde das Deckhaus nach hinten versetzt, um die Lademöglichkeiten zu verbessern.


unbekannte Siebelfähre des Heeres
(klicken zum vergrößern)

Da auch diese Antriebskonfiguration nicht befriedigte, entwickelte das Sonderkommando Siebel besondere Endschiffe für die Brückenpontons, die sogenannten Luftwaffen-Sonderendschiffe. Diese konnten je einen BMW-Flugzeugmotor mit Wendegetriebe aufnehmen. Damit war die „Siebelfähre 40“ (SF 40) entstanden, die als Synonym für den Begriff „Siebelfähre“ stehen darf. Die Fahrzeuge waren 24,25 m lang, 13,70 m breit und hatten einen Tiefgang von 1,20 m bei einem Pontonabstand von 5,50 m. Das Deckhaus war zunächst zentral aufgestellt worden, wurde aber ab 1941 auch Richtung Heck verschoben. Für die zehnköpfige Besatzung gab es allerdings keine Unterkünfte an Bord. Im Dezember 1940 erhielt die Firma Krupp-Stahlbau Rheinhausen den Auftrag zum Bau von 200 Exemplaren, deren Auslieferung und Erprobung ab Mitte Februar 1941 erfolgte. In der Praxis bewährten sie sich sehr gut, was sich auch daran zeigte, dass die Heerespioniere mit ihren Pionierlandungsfähren das gleiche Konzept verfolgten. Den größten Nachteil der Siebelfähren stellte ihr Antrieb mit den beiden Flugzeugmotoren dar, denn diese hatten einen hohen Verbrauch an knappen Flugbetriebsstoff, der außerdem durch seine leichte Entzündbarkeit eine ständige Feuergefahr an Bord bedeutete.

Die „Siebelfähre 41“ (SF 41) war eine Weiterentwicklung mit verstärktem Trägerrost für höhere Radlasten und eine größere Gesamtbelastung. Sie erhielt ein zweistöckiges, nach achten versetztes Deckhaus.

Das Baukastenprinzip der Siebelfähren, das es auch ermöglichte, Teilschäden durch den Austausch einzelner Sektionen zu beheben und auch bei Totalverlusten aus noch brauchbaren Sektionen neue Fahrzeuge zusammenzubauen, regte zu mehreren Sonderkonstruktionen an: Nur als Versuchsmuster wurde ein „Torpedoponton“ aus einem Serienvorschiff, fünf Mittelpontons und einem BMW-Endschiff gebaut und für ein zweites Versuchsmuster wurde ein spitzes Sondervorschiff mit zwei Torpedorohren konstruiert. Zum Einsatz gekommen sind dagegen zwei Führungsboote, bestehend aus einem Serienvorschiff, fünf Mittelpontons und einem BMW-Endschiff.

Die Normalausführung der Siebelfähre konnte mit ihrem Doppelrumpf auch als schwere Flakkampffähre mit drei oder sogar vier 8,8 cm-Flak, als leichte Flakkampffähre mit zwei 3,7 cm-Einzel- und zwei 2 cm-Vierlingsflak, als Minenleger und -transporter mit Minenschienen, als Kranfähre zur Bergung von Seeflugzeugen und als Werkstattfähre hergerichtet werden, wobei aber die Transportaufgaben bei weitem überwogen.

Die ersten Einsätze fanden im Sommer 1941 im Schwarzen Meer statt, denen Einsätze vor allem im Mittelmeer, auf dem Ladoga-, Peipus- und Ilmensee, in Norwegen und in der Ostsee folgten. Ab Mitte 1943 wurden die in Luftwaffen-Fährenflottillen organisierten Fahrzeuge der Kriegsmarine übergeben (z. B. im Schwarzen Meer von der 1. Luftwaffen-Fährenflottille an die 3. Landungsflottille), wobei das seemännische Personal zur Marine wechselte, das technische jedoch bei der Luftwaffe verblieb.

1943 machte sich die Luftwaffe an eine Neukonstruktion der Siebelfähre, die auf die Einzelteile des s.S.-Brückengeräts völlig verzichtete. Bei dem „Siebelfähre 43“ (SF 43) genannten Fahrzeug bestand das Endschiff aus drei nebeneinander liegenden Teilen, von denen der mittlere den BMW-Flugmotor mit Getriebe sowie die Ruderanlage aufnahm, während das spitze Vorschiff aus zwei Teilen bestand. Die sechs trapezförmigen Mittelpontons besaßen ein Längsschott und eine ausreichende Seitenhöhe zur Unterbringung von Besatzung und Gerät. Die Träger des Decks ruhten in Aussparungen der Pontons. Bis zum 14. September 1944 wurden von diesem Typ 18 Stück geliefert, die restlichen Aufträge aber annulliert, da der Typ sich aufgrund des Verzichts auf Normalbauteile für den Serienbau als zu aufwendig erwies. Das bereits vorbereitete Material wurde zum Bau von MAL und MNL sowie zur Umrüstung normaler MFP zu Tankern verwendet.

Die „Siebelfähre 44“ (SF 44) markierte die letzte Entwicklungsstufe. Sie sollte wieder die Mittelpontons des s.S.-Brückengeräts und die adaptieren Vor- und Endschiffe der „Siebelfähre 43“ erhalten. Wegen der Entwicklung der Kriegslage konnte jedoch nur noch ein Versuchsmuster gebaut werden, das im Februar 1945 in die Truppenerprobung ging.

Insgesamt sind bis Kriegsende etwa 400 Siebelfähren gebaut worden, die sich auf allen Seekriegsschauplätzen trotz ihrer beschränkten Seefähigkeit sehr gut bewährt haben.

Auf der folgenden Internetseite findet man noch ein Dokument, daß den → Wissensstand der Alliierten zu den Siebelfähren darstellt.

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Details Bild Dokument Kennung Untertyp Indienst Verlustdatum Verlustart Letzte Änderung
BP 51 SF 40 18.01.2014
BP 52 SF 40 18.01.2014
BP 53 SF 40 18.01.2014
SF ...[0001] 00.03.1945 Gesunken 19.01.2011
SF ...[0002] 03.10.2012
SF ...[0003] 11.11.1942 Sprengung[1] 06.08.2014
SF ...[0004] 21.12.2013
SF ...[0005] 22.10.1942 erbeutet[2] 11.01.2014
SF ...[0006] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0007] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0008] 00.00.1942 22.10.1942 selbstzerstört[4] 11.01.2014
SF ...[0009] 00.00.1942 22.10.1942 selbstzerstört[4] 11.01.2014
SF ...[0010] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0011] 00.00.1942 12.01.2014
SF ...[0012] 00.00.1942 12.01.2014
SF ...[0013] 00.00.1942 12.01.2014
SF ...[0014] 00.00.1942 12.01.2014
SF ...[0015] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0016] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0017] 00.00.1942 18.01.2014
SF ...[0018] 00.00.1942 22.10.1942 Artilleriebeschuss[1] 18.01.2014
SF ...[0019] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0020] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0021] 00.00.1942 11.01.2014
SF ...[0022] 18.01.2014
SF ...[0023] 21.06.1942 vernichtet[1] 21.06.2015
SF 01 00.05.1941 13.02.2013
SF 02 00.05.1941 13.02.2013
SF 03 00.05.1941 13.02.2013
SF 04 00.05.1941 24.11.1941 gesunken[2] 13.02.2013
SF 05 00.05.1941 13.02.2013
SF 06 00.05.1941 13.02.2013
SF 07 00.05.1941 13.02.2013
SF 08 00.05.1941 21.06.2015
SF 09 00.05.1941 21.06.2015
SF 10 00.05.1941 13.02.2013
SF 11 00.05.1941 12.01.1943 13.02.2013
SF 12 00.05.1941 00.11.1942 gestrandet[3] 13.02.2013
SF 13 00.05.1941 13.02.2013
SF 14 00.05.1941 15.11.1942 21.06.2015
SF 15 00.05.1941 00.11.1942 13.02.2013
SF 16 00.05.1941 24.11.1941 30.11.2014
SF 17 00.05.1941 13.02.2013
SF 18 00.05.1941 13.02.2013
SF 19 00.05.1941 13.02.2013
SF 20 00.05.1941 13.02.2013
SF 21 00.05.1941 00.11.1942 gestrandet[3] 13.02.2013
SF 22 00.05.1941 00.11.1942 13.02.2013
SF 23 00.05.1941 20.11.1942 13.02.2013
SF 24 00.05.1941 00.11.1942 13.02.2013




Drei unbekannte Siebelfähren ...

Vermutlich mit dieser Kennung ...

Unbekannte Siebelfähre des He...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

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Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

Jugoslawien.- Polizeieinsatz, ...

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Italien.- Transport von Lastkr...

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Infanterietransporter aus der ...

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Leichte Flakkampffähre in Nor...

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Die Aufnahme entstand an Bord ...

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Die Aufnahme entstand am 25.08...

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Hier ist eine 2 cm Vierlingsfl...

Eine finnische Kampffähre deu...

Eine finnische Kampffähre deu...

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Die finnische Kampffähre T-2 ...

Die finnische Kampffähre T-2 ...

Die finnische Kampffähre T-2 ...

Die finnische Kampffähre T-2 ...

Diese Bilderserie zeigt den Zusammenbau von Siebelfähren in Finnland. Nähere Informationen können den einzelnen Bildbeschreibungen entnommen werden.


Ein BMW-Sonderendschiffponton ...

Mittelpontons von Siebelfähre...

Mittelpontons von Siebelfähre...

Der 6 t - Kran entlädt am 04....

Der 6 t - Kran ist am 04.07.19...

Der 6 t - Kran stellt einen vo...

Rechts entsteht der Lagerplatz...

Der getarnte 12 t - Kran unter...

Hier ist eine Siebelfähre wä...

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Die Siebelfähre SF 151 ist hi...

Die Siebelfähre SF 151 liegt ...

Die Siebelfähre SF 151 liegt ...

Der Lagerplatz für das Materi...

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Ein BMW-Sonderendschiffponton ...

Verbundene Mittelpontons für ...

Ein BMW-Sonderendschiffponton ...

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Der Trägerrost einer Siebelf...

Der Trägerrost der Siebelfäh...

Der Trägerrost der Siebelfäh...

Im Vordergrund ist die Montage...

Der Trägerrost einer Siebelf...

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Auf der Siebelfähre SF 152 wi...

Auf drei Siebelfähren beginnt...

Korvettenkapitän Hans-Joachim...

Auf der Siebelfähre SF 152 de...

Auf der Siebelfähre SF 152 de...

Auf der Siebelfähre SF 152 de...

Die Hauptbühne der Siebelfäh...

Auf vier Siebelfähren wird of...

Ein 2 cm Vierlingsgeschütz wi...

Ein 2 cm Vierlingsgeschütz wi...

Ein 2 cm Vierlingsgeschütz is...

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Die Nebenbühnen der Leichten ...

Die vordere Backbordbühne der...

Die vordere Backbordbühne der...

Auf der Hauptbühne der Siebel...

Auf mehreren Siebelfähren wir...

An zwei Nebenbühnen einer Sie...

An zwei Nebenbühnen einer Sie...

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Zu sehen sind die beiden BMW-S...

Der getarnte 12 t - Kran hebt ...

Ein Flakstand entsteht neben d...

Ein getarnter Flakstand mit ei...

Lahdenpohja war die logistisch...




Größe: 136 kb | © Marco Gurk


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Massstäbliche (1:10) Zeichnungen von Siebelfähren (Seitenansichten, Aufsicht, Bug- und Heck Ansichten) als Vektorgrafiken im .pdf (portable document format) Format zum Download.

Nachdem kaum noch Zeitzeugen unter uns leben, geraten die Technik und die Konstruktionsmerkmale dieser aussergewöhnlichen Fahrzeuge mehr und mehr in Vergessenheit.
Eine nach Ende des 2. Weltkriegs vom "Spiritus rector" dieser Fahrzeuge, Oberst Siebel im Auftrag der Allierten angefertigte Dokumentation ist leider bisher in keinem Archiv auffindbar. Vorhanden sind in größerer Zahl Fotografien dieser Fahrzeuge. Allerdings in häufig sehr mäßiger Qualität, denn die Fotografen waren meist Kriegsteilnehmer denen nur beschränkte fotografische Möglichkeiten zur Verfügung standen.
Eine Ausnahme gab es aber. In Finnland haben professionelle Bildberichterstatter den Einsatz von Siebelfähren durch den Einsatzstab Fähre Ost (EFO) auf dem Ladogasee 1942 dokumentiert. Diese Aufnahmen, die sich für jedermann zugänglich im Finnischen Kriegsbildarchiv SA-KUVA befinden, sind die Grundlage, auf denen meine Zeichnungen beruhen, die hier in Dateiform zum Download bereitgestellten werden. Die Zeichnungen haben den Maßstab 1:10! Da Siebelfähren Objekte im Bereich von 25 X 15 m waren, können solche Zeichnungen also 2,5 x 1,5 m groß sein. Ich habe sehr viel Mühe darauf verwendet, die korrekten Abmaße aller Bauteile genauest möglich zu ermitteln. Dennoch werden nicht alle Maße "exakt" sein. Wer helfen kann dies zu verbessern ist herzlich aufgefordert mich zu kontaktieren.

Bei den Dateien handelt es sich nicht um Rastergrafiken (Bitmaps) sondern um Vektorgrafiken. Vektorgrafiken haben gegenüber einer Bitmap den Vorteil, dass sie ohne Qualitätsverlust beliebig skaliert (dh. vergrößert oder verkleinert) werden können. Interessenten mögen sich hier über Vor- und Nachteile dieser Grafikdateien → informieren.
Erstellt wurden diese Dateien mit der Software CorelDraw 12. Da das proprietäre Format, Dateien mit der Erweiterung .cdr, von kaum einer anderen Software auch nur befriedigend angezeigt werden kann, habe ich mich entschieden die Dateien im weitverbreiteten Format .pdf bereitzustellen. Zur Anzeige dieser Dateien ist der kostenlos und frei erhältliche → AdobeReader genauso geeignet wie zahlreiche weiter Freeware PDF-Betrachter z.B. der FoxitReader. Alle diese Anzeigeprogramme erlauben es in die Zeichnungen beliebig vergrößert oder verkleinert zu betrachten und auszudrucken.

Noch etwas möchte ich Interessierten zum gedanklichen Verständnis einer Vektordatei erklären. Stellen Sie sich eine Vektorgrafik wie eine Collage vor. Verschiedenste Formen die aus Farb-(oder auch durchsichtigem) Papier geschnitten sind, werden übereinander geklebt (angeordnet) und ergeben gemeinsam die fertige Grafik (zB. Der Umriß einer Bordwand in grau, über dem das Bulleyeglas mit seinem Messingfarbenen Rahmen liegt und über dem Bulleyerahmen liegen dann die einzelnen Schraubbolzen usw.). Mir hat diese schlichte Vorstellung des Aufbaus sehr geholfen mit diesen Dateien vertraut zu werden.

Allen technisch an der Materie Interessierten werden die Grafiken hoffentlich aufschlußreiche Einblicke in die Konstruktion dieser Fahrzeuge geben. Für Modellbauer sind sie sicher eine Informationsquelle zu der es bisher nichts vergleichbares gab. Zu privaten Zwecken darf jeder diese Grafiken frei Nutzen. Auch eine Weitergabe ist ausdrücklich erlaubt, solange die Grafik nicht modifiziert wird und die Quellen (Author und HMA) dabei angegeben werden. Jede Art von gewerblicher Nutzung oder Publikation ist jedoch ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des HMA untersagt. Interessierte können Anfragen zu einer gewerblichen Nutzung richten an: Karl-Heinz Jockel.
Ich betrachte diese Bereitstellung im HMA nicht als einen in sich abgeschlossenen Vorgang. Gern würde ich Qualität und Umfang der Zeichnungen unter Mithilfe interessierter Nutzer laufend verbessern. Jeder der mit Fotografien, Kommentaren und Vorschlägen dazu beitragen möchte ist herzlich dazu eingeladen.

An den Anfang dieses HMA-Projektes möchte ich die Grundelemente der Siebelfähren stellen. Dies sind die Vorderkaffe und der Standardponton des schweren Schiffbrücken Gerätes (s.S-Brückengerät) der Pioniere. Dazu kommt das 5,50m BMW-Endschiff welches direkt auf Siebel zurückgeht.
Folgen werden Darstellungen des Aufbaurostes und seiner Bestandteile durch den die oben angeführten Grundelemente erst zu einer Fähre werden konnten. Zeichnungen der Aufbauten und ihre Konfigurationen zu Transport-, leichter Flak- und schwerer Flakfähre sind ebenfalls in Vorbereitung. Diese Fähren waren Luftwaffen-Entwicklungen.
Doch dies ist noch nicht die ganze Vielfalt, die mir vorschwebt. Auch die Pionierlandungsfähren sollen noch folgen. Gerade zu diesen ist die Quellenlage allerdings dünn, jede Hilfe hochwillkommen.

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Wegen der eingeschränkten Quellenlage sind auch diese Zeichnungen (im Vergleich zu den Zeichnungen des "BMW-Endschiffes") mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Konstruktionspläne oder Bauunterlagen sind mir nirgendwo bekannt. Grundlage meiner Zeichnungen sind wenige und meist schlecht aufgelöste Bilder aus dem Internet, sowie aus der einschlägigen Literatur (Zetzsche Skizzen; Kugler, Das Landungswesen in Deutschland seit 1900; Trojca, Landungspioniere im Einsatz 1939-1945; Schenk & Klein, Deutsche Landungsfahrzeuge ).

Da es aber eine Modifikation der Endkaffe des "schwere Schiffsbrücke"-Gerätes war, ist das Endschiffsäussere sowie auch die Nietung relativ originalgetreu.

Wie der Einbau der beiden Ford 8-Zylinder bewerkstelligt wurde hat sich mir bisher nicht erschlossen. Einbauöffnungen im Kaffendeck scheint es nicht gegeben zu haben. Ob für den Einbau die Kaffenstirnwand einfach aufgeschnitten und nach vollbrachtem Motoreinbau wieder zugenietet wurde weiss ich nicht. Ein Einbau durch die Einstiegsluken scheint kaum denkbar, wäre aber bei demontierten Zusatzaggregaten möglich gewesen. Wer etwas darüber sagen kann, würde mir damit einen grossen Gefallen tun.

Wie alle Endschiffsentwicklungen wurde auch das Ford-Endschiff im Laufe seiner Nutzung modifiziert. Dies betrifft die Schächte über den Einstiegsluken, die 1940 noch relativ niedrig, und nicht abgedeckt waren. In diesen Schächten hockten die Maschinisten und bedienten aus dem Schacht herausschauend Motor und Getriebe. Später in Nordafrika und der Messinastrasse hatten die Ford-Endschiffe höhere mit gepanzerten Abdeckungen versehene Einstiegsschächte. Ein topfförmiger Aufbau auf den Luken mit Sehschlitzen erlaubte es wohl den Maschinisten im Gefecht mit geschlossenen Luken zu fahren. Auch die Position der zur Belüftung erforderlichen Windhutzen, die Anfangs auf den achteren Aussenecken standen, wurde bei späteren Ausführungen zugunsten einer etwas mehr zur Mitte versetzten Position an der Vorderkante des Endschiffs geändert. Frühe Endschiffe besaßen keine Reling, spätere wurden mit den für Siebelfähren charakteristischen Steckrelingen ausgerüstet.

Meine Zeichnungen zeigen die frühe Endschiffform.
Sollte ein Leser dieser Zeilen in der Lage, und geneigt, sein meine zahllosen Wissenslücken zu füllen, bin ich für jede Zuarbeit dankbar. Insbesondere hochaufgelöste Scans von Originalfotos wären eine grosse Hilfe. Ich stelle meine Arbeit allen Interessierten zur nichtgewerblichen Nutzung im Forum zur Verfügung. Wer hilft, hilft also unserer Gemeinschaft.